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Kinder- und Jugendarmut in Deutschland und ihre Auswirkungen auf die Bildungschancen

Title: Kinder- und Jugendarmut in Deutschland und ihre Auswirkungen auf die Bildungschancen

Seminar Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sonja Borzutzky (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Mit dem Begriff der Armut werden in Deutschland eher Assoziationen mit der Dritten Welt geweckt. Viele denken, dass es in Deutschland, einem Sozialstaat, nicht zu Problemen mit Armut kommen kann. Jeder kann schließlich Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen, hat Anspruch auf eine Wohnung und vor allem auf Sozialhilfe. Auch durch weitere staatliche Unterstützungsleistungen, wie z.B. das Bafög sollten theoretisch für jeden die gleichen Entwicklungschancen bestehen.
Doch unter den Begriff der Armut fällt nicht nur die absolute Armut, sondern auch die relative Armut, die auch in Deutschland zu finden ist. An der ungleichen Einkommensverteilung leiden besonders Kinder und Jugendliche aus weniger privilegierten Familien. Diese Form der Armut hat unmittelbare Auswirkungen auf ihre Bildungschancen. Wie aktuell dieses Thema ist, zeigen nicht nur der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, sondern auch die aktuellen Berichterstattungen über die Probleme in den sozialen Brennpunkten, über die Ergebnisse der Pisastudie oder auch über den Protest gegen die Studiengebühren.
In der Forschung der letzten Jahrzehnte zu Armut und Unterversorgung standen Kinder und Jugendliche als Angehörige von Haushalten eher am Rande als im Zentrum der Forschung. In den letzten Jahren dagegen wurde ihr Status als Subjekt berücksichtigt und das Ausmaß des Problems der Kinder und Jugendarmut wurde in den Vordergrund gestellt. Auch das Forschungsprojekt der Arbeiterwohlfahrt (AWO) befasste sich intensiv mit diesem Thema und lieferte interessante und alarmierende Ergebnisse. Auch die Armutsberichte aus den einzelnen Städten, Gemeinden und Bundesländern belegen inzwischen, dass sich Armut und Reichtum in unserem Land weiter polarisieren.
In dieser Arbeit soll geprüft werden, inwieweit Kinder und Jugendlich aus ärmeren Familien bezüglich ihrer Bildungschancen benachteiligt sind und wo die Gründe dafür liegen könnten. Dazu wird zunächst der Begriff der Armut geklärt und der Frage nachgegangen welche Form der Armut in der Bundesrepublik ein Problem darstellt. Um mich dem Thema weiter anzunähern, folgt darauf eine Analyse der Gruppen, die von dem Risiko der Armut am stärksten betroffen sind. An dieser Stelle wird sich zeigen, wie groß das Ausmaß der Kinder- und Jugendarmut in der Bundesrepublik tatsächlich ist. Daran anschließend werden die eingeschränkten Bildungsmöglichkeiten der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Armutsbegriffs

3. Von Armut betroffene gesellschaftliche Gruppen

3.1 Ein Eltern Familien

3.2 Kinderreiche Familien und „Familialisierung“ der Armut

3.3 Familien mit Arbeitslosigkeit des Ernährers

3.4 Ausländische Familien

4. Das Ausmaß der Kinder- und Jugendarmut

5. Auswirkungen von Armut auf Kinder und Jugendliche bezüglich ihrer Bildungschancen

5.1 Bildungschancen in Abhängigkeit von elterlichen Bildungsressourcen

5.2 Bildungschancen in Abhängigkeit von den Wohnbedingungen in Armut

5.3 Der Schulalltag der von Armut betroffenen Kindern

6. Bewältigungsstrategien

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Kinder- und Jugendarmut in Deutschland auf die Bildungschancen der betroffenen Heranwachsenden. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Benachteiligung im Elternhaus und den resultierenden schulischen sowie gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten zu analysieren und die ursächlichen Risikofaktoren aufzuzeigen.

  • Definition und verschiedene Dimensionen des Armutsbegriffs
  • Identifikation von Risikogruppen (z. B. Alleinerziehende, Großfamilien)
  • Analyse der Korrelation zwischen Armut und schulischem Erfolg
  • Einfluss von Wohnbedingungen und familiären Bildungsressourcen
  • Bewältigungsstrategien von Kindern in Armutslagen

Auszug aus dem Buch

5.2 Bildungschancen in Abhängigkeit von den Wohnbedingungen in Armut

Armut hat auch direkte Auswirkungen auf die Wohnung, auf die Wohnlage und die Wohnungsausstattung. Nicht alle Kinder haben ein eigenes Zimmer. Einige schlafen sogar zusammen mit ihren Geschwistern in einem Bett. Die beengten Wohnbedingungen bieten Kindern aber nur sehr eingeschränkte Lern- und Erfahrungsräume, was sich negativ auf die Schulleistungen auswirken muss. Für die Hausarbeiten und das Lernen muss den Kindern genügend Raum und vor allem auch ausreichend Ruhe geboten werden, damit sie konzentriert arbeiten können. Insbesondere in Großstädten fehlt es für Familien mit Kindern an bezahlbaren Wohnungen. Nicht nur für Alleinerziehende, sondern auch für kinderreiche oder ausländische Familien ist es schwer eine angemessene Wohnung zu finden. Hinzu kommt, dass diese Risikogruppen bei den Vermietern aufgrund von Vorurteilen eher ungern gesehen sind. Die folgende Tabelle zeigt deutlich, dass Eltern mit Kindern wesentlich häufiger an einer Wohnraumunterversorgung zu leiden haben. Aus der Tabelle 3 geht auch hervor, dass das unterste Einkommensquintil bis zum mittleren wesentlich häufiger von dieser Problematik betroffen ist als die mehr verdienenden Haushalte.

Des Weiteren ist es für die Kinder problematisch, dass viele von ihnen aufgrund der schwierigen Wohnungssituation in sozialen Brennpunkten aufwachsen müssen. Besonders ausländische Kinder und Jugendliche wachsen vermehrt in Großstadtsiedlungen mit eingeschränkten Lern-, Spiel- und Entwicklungsmöglichkeiten auf. In sozialen Brennpunkten kommt es zu einer Kumulation von Problemlagen. Dort leben mehr Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Menschen multikultureller Nationalität und „unvollständige“ Familien. Die Kinder wachsen in einem Umfeld auf, in dem sie wenige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein und verdeutlicht, dass Kinderarmut trotz des Sozialstaatsprinzips ein wachsendes Problem in Deutschland darstellt.

2. Definition des Armutsbegriffs: Hier wird zwischen absoluter und relativer Armut differenziert und der Ressourcenansatz sowie der Lebenslagenansatz zur Definition von Armut erläutert.

3. Von Armut betroffene gesellschaftliche Gruppen: Dieses Kapitel identifiziert Risikogruppen wie Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Familien mit arbeitslosem Ernährer und ausländische Familien.

4. Das Ausmaß der Kinder- und Jugendarmut: Es wird statistisch belegt, wie die Sozialhilfequote bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren angestiegen ist und welche Auswirkungen dies hat.

5. Auswirkungen von Armut auf Kinder und Jugendliche bezüglich ihrer Bildungschancen: Der Hauptteil analysiert, wie elterliche Bildungsressourcen, Wohnverhältnisse und der Schulalltag die schulischen Leistungen und die Zukunftschancen benachteiligter Kinder negativ beeinflussen.

6. Bewältigungsstrategien: Das Kapitel untersucht, wie Kinder mit Armutserfahrungen umgehen und welche geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Problembewältigung auftreten.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Dringlichkeit des Themas zusammen und fordert eine stärkere Einbeziehung der Betroffenen in die Sozialberichterstattung.

Schlüsselwörter

Kinderarmut, Jugendarmut, Bildungschancen, relative Armut, soziale Benachteiligung, Sozialhilfe, Wohnraumsituation, elterliche Bildungsressourcen, Schulerfolg, Chancengleichheit, Armutsrisiko, Bewältigungsstrategien, soziale Isolation, Sozialstruktur, Teufelskreis der Armut.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Kinder- und Jugendarmut in Deutschland und der Frage, wie diese soziale Notlage die Bildungschancen der betroffenen Kinder einschränkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die statistische Erfassung von Armut, die Identifikation von Risikogruppen, der Einfluss des häuslichen Umfelds auf die Schule und die Bewältigungsstrategien der Kinder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für die Bildungsbenachteiligung von Kindern aus armen Familien aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass Armut ein strukturelles Hindernis für Chancengleichheit darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse aktueller Fachliteratur, offizieller Armutsberichte sowie statistischer Daten des Statistischen Bundesamtes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Auswirkungen von elterlichen Ressourcen, Wohnbedingungen und Schulerfahrungen auf die Bildungsbiografie von Kindern im Detail untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kinder- und Jugendarmut, Bildungsbenachteiligung, soziale Herkunft, Chancengleichheit und der Lebenslagenansatz.

Wie wirkt sich die Wohnsituation konkret auf die Schulleistung aus?

Beengte Wohnverhältnisse bieten Kindern zu wenig Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe, was die Konzentration bei Hausaufgaben und das Lernen erschwert und damit die schulische Leistung mindert.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Bewältigung von Armut?

Ja, laut den angeführten Studien zeigen Mädchen häufiger ein aktiv problemlösendes Verhalten durch Kommunikation, während Jungen eher zu problemmeidenden Mustern oder Externalisierung neigen.

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Details

Title
Kinder- und Jugendarmut in Deutschland und ihre Auswirkungen auf die Bildungschancen
College
University of Rostock  (Institut für Schulpädagogik )
Course
Jugend und soziale Probleme
Grade
1,3
Author
Sonja Borzutzky (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V133104
ISBN (eBook)
9783640398942
ISBN (Book)
9783640398461
Language
German
Tags
Kinder- und Jugendarmut Bildungschancen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Borzutzky (Author), 2007, Kinder- und Jugendarmut in Deutschland und ihre Auswirkungen auf die Bildungschancen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133104
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