Das Thema Gender und Schule ist ein populär- und fachwissenschaftlich viel diskutiertes Thema. In den 1980er Jahren wird vor allem Kritik an der Benachteiligung der Mädchen in einem androzentrischen Schulsystem geübt. Die Kritikpunkte haben sich jedoch in den letzten Jahrzehnten verlagert, kritisiert wird nun eine ungerechte Behandlung der Jungen, die sich besonders im Grundschulalter zeige und von weiblichen Grundschullehrerinnen ausgehe. Insgesamt finden sich auch heute noch vermehrt geschlechterstereotype Vorurteile im Kontext Schule. So (re-)produziert die Schule Ungleichheiten, deren Auswirkungen sich dann biografisch durch den Lebenslauf der Betroffenen ziehen und sich so immer weiter reproduzieren.
Um diese Aussage zu fundieren, widmet sich diese Arbeit zunächst dem Thema Geschlecht als soziale Konstruktion, hierbei wird zuerst auf die Unterscheidung zwischen "sex" und "gender" eingegangen. Im Anschluss wird das Prinzip des "doing gender" erläutert und mit den soziologischen Theorien des Habitus und der Sozialisation verknüpft. Diese Theorie wird dann auf den Kontext Schule angewandt, hierfür werden zunächst die Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern vorgestellt. Im nächsten Schritt wird dann betrachtet, wie diese Ungleichheiten entstehen und, danach, welche Folgen dies hat und wie sich die Ungleichheiten schließlich reproduzieren. In einem letzten Abschnitt werden verschiedene pädagogische Lösungsansätze und auch ihre Kritikpunkte vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Geschlecht als soziale Konstruktion
- sex und gender
- doing gender
- Habitus, Sozialisation und doing gender
- Gender in der Schule
- Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern
- Die Entstehung geschlechterspezifischer Ungleichheit
- Folgen der geschlechterspezifischen Ungleichheit und ihre Reproduktion
- Lösungsansätze und ihre Grenzen
- Dramatisierung und Entdramatisierung
- Kritik
- Nicht-Dramatisieren: Ein Gegenvorschlag
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Thema Gender und Schule, mit dem Ziel, die gesellschaftlichen und schulischen Mechanismen aufzudecken, die zu geschlechterspezifischen Ungleichheiten führen. Die Arbeit beleuchtet die Konstruktion des Geschlechts, die Rolle von doing gender und die Auswirkungen dieser Prozesse auf die Schulbildung.
- Geschlecht als soziale Konstruktion
- Die Bedeutung von doing gender
- Geschlechterspezifische Leistungsunterschiede in der Schule
- Die Entstehung und Reproduktion von Ungleichheiten
- Lösungsansätze und ihre Grenzen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas Gender und Schule dar, indem sie auf die historische Entwicklung der Diskussion um geschlechterspezifische Ungleichheiten im Bildungssystem hinweist. Das zweite Kapitel beleuchtet die Konstruktion des Geschlechts und führt die Unterscheidung zwischen sex und gender ein. Das Konzept des doing gender wird erläutert und mit den soziologischen Theorien des Habitus und der Sozialisation in Verbindung gebracht.
Kapitel 3 fokussiert auf Gender in der Schule, wobei die Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern, die Entstehung geschlechterspezifischer Ungleichheiten und die Reproduktion dieser Ungleichheiten behandelt werden. Das vierte Kapitel befasst sich mit möglichen Lösungsansätzen, die sich auf die Herausforderungen in Bezug auf Gender in der Schule konzentrieren. Hier werden Dramatisierung und Entdramatisierung als Strategien betrachtet, sowie die Kritik an diesen Ansätzen. Schließlich wird ein Gegenvorschlag vorgestellt, der das Nicht-Dramatisieren des Geschlechts propagiert.
Schlüsselwörter
Gender, Schule, soziale Konstruktion, doing gender, Habitus, Sozialisation, Leistungsunterschiede, Ungleichheit, Reproduktion, Lösungsansätze, Dramatisierung, Entdramatisierung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen „sex“ und „gender“?
„Sex“ bezieht sich auf das biologische Geschlecht, während „Gender“ das sozial konstruierte Geschlecht und die damit verbundenen Rollenbilder beschreibt.
Was bedeutet das Konzept des „doing gender“ in der Schule?
Es beschreibt den Prozess, durch den Geschlecht in sozialen Interaktionen (z. B. zwischen Lehrern und Schülern) ständig neu hergestellt und bestätigt wird.
Werden Jungen im heutigen Schulsystem benachteiligt?
Die aktuelle Debatte kritisiert oft eine Benachteiligung von Jungen, besonders im Grundschulalter, während in den 1980er Jahren die Benachteiligung von Mädchen im Fokus stand.
Wie entstehen geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede?
Sie entstehen durch die (Re-)Produktion von Stereotypen und Vorurteilen im Schulalltag, die sich durch die Biografien der Betroffenen ziehen.
Was versteht man unter „Entdramatisierung“ als Lösungsansatz?
Entdramatisierung ist eine pädagogische Strategie, die darauf abzielt, die Bedeutung des Geschlechts im Schulalltag zu verringern, anstatt es ständig zu thematisieren.
Welche Rolle spielen der Habitus und die Sozialisation?
Diese soziologischen Theorien erklären, wie geschlechtsspezifische Verhaltensweisen verinnerlicht und durch das soziale Umfeld Schule weiter verfestigt werden.
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- Anonym (Author), 2021, Gender und Schule. Geschlechterstereotype Vorurteile und ungleiche Behandlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1319214