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Internationale Finanzkrisen und Finanzmarktstabilität

Title: Internationale Finanzkrisen und Finanzmarktstabilität

Diploma Thesis , 2008 , 103 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom Ökonom Martin Pienisch (Author)

Economics - Finance
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Die Globalisierungsdebatte beherrscht seit mehr als einem Jahrzehnt die öffentliche Diskussion. Befürworter heben vor allem die Förderung von Wachstum, technischem Fortschritt und den Austausch von Wissen, Erfahrungen und Produkten sowie die Reduzierung der Armut hervor. Hingegen führen die Widersacher der Globalisierung eine steigende Ungleichheit innerhalb und zwischen den Staaten sowie eine Verschlechterung des Lebensstandards vieler Menschen an. Der Hauptkritikpunkt der Globalisierungsgegner richtet sich hierbei auf die Verflechtung der Finanzmärkte, welche die Volatilität sowie die Instabilität der internationalen Finanzmärkte stark ansteigen ließe. Die Deutsche Bundesbank definiert den Begriff der Finanzstabilität als „einen Zustand, in dem das Finanzsystem seine zentralen Funktionen wie die Allokation der finanziellen Mittel und der Risiken sowie die Abwicklung von Zahlungen in einer Volkswirtschaft, effizient erfüllt, und zwar gerade auch bei Schocks, in Stresssituationen und in strukturellen Umbruchphasen.“ Der Ausgangspunkt von Störungen der Finanzstabilität kann laut Schmidt u.a. in der Ausübung der Machtposition privater Finanzinstitute begründet sein, da diese durch ihre Entscheidungen in die wirtschaftlichen Prozesse eines großen Teils der Welt eingreifen würden.

Nach den aktuellen Entwicklungen auf den Finanzmärkten erscheint die international wachsende Besorgnis im Hinblick auf die Wahrung stabiler Finanzmärkte insoweit ebenso angebracht wie die drängenden Fragen der Weiterentwicklung und Stärkung der Finanz- und insbesondere der Bankenregulierung. Um aus Krisen Lehren für die Stabilität der internationalen Finanzmärkte ziehen zu können, bedarf es allerdings einer umfassenden Analyse der Ursachen. Hier gilt es u.a. zu erörtern, wo die Gefahren einer möglichen Instabilität der Finanzmärkte bzw. die Ursachen für den Ausbruch einer Finanzkrise liegen. Zudem gilt es zu hinterfragen, welche Umstände und Auslöser zur Subprime-Krise in den USA geführt haben und warum eine Krise auf einem amerikanischen Teilkreditmarkt große Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten verursachen kann. Darauf aufbauend sind Maßnahmen zur Abwendung der Krise und Stärkung der Stabilität der internationalen Finanzmärkte zu diskutieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Globalisierung der Finanzmärkte

2.1 Treibende Kräfte der Finanzmarktglobalisierung

2.1.1 Deregulierung und Liberalisierung der Finanzmärkte

2.1.2 Technologischer Fortschritt

2.1.3 Innovative Finanzinstrumente

2.2 Globalisierung im Bankensektor

2.2.1 Die Rolle der Banken auf den Finanzmärkten

2.2.2 Die Rolle anderer Finanzmarktteilnehmer

2.2.2.1 Private Equity-Fonds

2.2.2.2 Hedge Fonds

2.3 Vor- und Nachteile globalisierter Finanzmärkte

3. Finanzkrisen

3.1 Bankenaufsicht, Einlagensicherung und Bilanzierungsvorschriften als Grundlage von Vertrauen in Finanzmärkte

3.2 Spekulation und spekulative Blasen

3.2.1 Spekulation

3.2.2 Spekulative Blasen

3.3 Erklärungsansätze von Finanzkrisen

3.3.1 Definition und Typisierung

3.3.2 Krisenmodelle

3.3.2.1 Erste Generation

3.3.2.2 Zweite Generation

3.3.2.2.1 Herdenverhalten

3.3.2.2.2 Ansteckungseffekte

3.3.2.3 Dritte Generation

3.3.2.3.1 Moral Hazard Ansatz

3.3.2.3.2 Bank Run Ansatz

3.3.2.3.3 Balance Sheet Ansatz

3.4 Bank Runs und Bankenkrisen

3.4.1 Informationsasymmetrien, Moral Hazard und Adverse Selektion

3.4.2 Bank Runs

3.4.3 Systemrisiken und Bankenkrisen

3.4.4 Der Fall Northern Rock

4. Die Subprime-Krise in den USA

4.1 Der Greenspan Put und die Great Moderation

4.2 Der Markt für Hypothekenkredite in den USA

4.3 Kreditverbriefung und das Originate to Distribute-Modell

4.3.1 Kreditverbriefung

4.3.2 Die Originate to Distribute-Verbriefungskette

4.4 Die Subprime-Krise und ihre Folgen

4.5 Übertragung Richtung EU

5. Ansatzpunkte und politische Optionen zur Verbesserung der Finanzmarktstabilität

5.1 Die Rolle der internationalen Organisationen

5.1.1 Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und Basel II

5.1.2 Der Internationale Währungsfonds

5.2 Die Rolle der Notenbanken

5.3 Transparenz auf den Finanzmärkten

5.3.1 Die Rolle der Ratingagenturen

5.3.2 Transparenz auf dem Markt für Kreditverbriefungen

5.4 Risiko- und Liquiditätsmanagement von Banken

5.5 Bankenaufsicht

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, Abläufe und Auswirkungen internationaler Finanzkrisen, mit einem besonderen Fokus auf die Entstehung der Subprime-Krise in den USA. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Mechanismen zu entwickeln, die zur Instabilität von Finanzmärkten führen, und daraus politische Lösungsansätze zur Stärkung der globalen Finanzmarktstabilität abzuleiten.

  • Globalisierung der Finanzmärkte und ihre treibenden Kräfte
  • Mechanismen von Bank Runs und die Rolle asymmetrischer Informationen
  • Ursachen und Übertragungswege der US-Subprime-Krise
  • Die Bedeutung von Kreditverbriefungen und dem "Originate to Distribute"-Modell
  • Regulatorische Optionen zur Verbesserung der Stabilität und Transparenz

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Spekulation

Aschinger definiert Spekulation als „jede durch Gewinnstreben motivierte Ausnutzung erwarteter zeitlicher Preisunterschiede eines Gutes auf einem bestimmten Markt.“ Die Preisentwicklung eines Gutes vom Zeitpunkt des Erwerbs bis zum Zeitpunkt der Veräußerung ist allerdings unsicher und Spekulation damit mit Risiken behaftet. Indes liegt aber auch eine wesentliche Funktion von Spekulation in der Übernahme von Risiken. Spekulanten verfolgen einzig und allein das Ziel, ein gekauftes bzw. verkauftes Gut in Erwartung kurzfristiger Preisänderungen zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit Gewinn zu verkaufen bzw. zu kaufen. Hierbei ist der Spekulant weder an einer langfristigen Wertsteigerung des Gutes, noch an Erträgen aus der Nutzung des Gutes interessiert. Von dieser Definition abzugrenzen sind Arbitragegelegenheiten, bei denen zwar auch Preisdifferenzen auf verschiedenen Märkten ausgenutzt werden, diese Differenzen aber aktuell bestehen, so dass Arbitrage risikofrei ist.

Arbitrage wird daher häufig auch als Einladung zum free lunch interpretiert und steigert durch die Vereinheitlichung der Preise für identische Güter auf unterschiedlichen Märkten die Effizienz der Märkte und ist damit gesamtwirtschaftlich wünschenswert. Aber auch Spekulation kann aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wünschenswert sein, da der Handel mit Gütern erleichtert sowie Preisschwankungen verringert werden und somit die Wirkungsweise der Märkte verbessert wird. Dies ist jedoch nur bei einer preisstabilisierenden Spekulation der Fall, hingegen kann eine preisdestabilisierende Spekulation die Markteffizienz beeinträchtigen und zu Marktversagen führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um die Globalisierung der Finanzmärkte ein und stellt die Subprime-Krise als zentrales Beispiel für deren Instabilität dar, woraus die Forschungsfragen der Arbeit abgeleitet werden.

2. Globalisierung der Finanzmärkte: Dieses Kapitel analysiert die treibenden Faktoren der Finanzmarktglobalisierung, wie Deregulierung und technologischen Fortschritt, sowie deren Auswirkungen auf Banken und andere Finanzmarktakteure.

3. Finanzkrisen: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Finanzkrisen gelegt, einschließlich der Rolle von Bankenaufsicht, Spekulation und verschiedenen Krisenmodellen zur Erklärung systemischer Instabilitäten.

4. Die Subprime-Krise in den USA: Dieses Kapitel untersucht detailliert die Hintergründe der US-Hypothekenkrise, insbesondere den Einfluss von Kreditverbriefungen und die Übertragungskanäle in Richtung EU.

5. Ansatzpunkte und politische Optionen zur Verbesserung der Finanzmarktstabilität: Dieser Abschnitt erörtert Maßnahmen internationaler Organisationen und Notenbanken zur Krisenprävention, Verbesserung der Transparenz sowie zur Stärkung des Risikomanagements und der Bankenaufsicht.

6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und resümiert die Notwendigkeit einer engen internationalen Kooperation zur Sicherung der Finanzmarktstabilität.

Schlüsselwörter

Finanzkrisen, Globalisierung, Finanzmarktstabilität, Subprime-Krise, Bankenregulierung, Kreditverbriefung, Spekulation, Moral Hazard, Adverse Selektion, Bank Run, Liquiditätsrisiko, Finanzinnovationen, Basel II, Ratingagenturen, Risikomanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen der fortschreitenden Globalisierung der Finanzmärkte und der Entstehung systemischer Finanzkrisen, wobei die US-Subprime-Krise als primäres Fallbeispiel dient.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die treibenden Kräfte der Finanzmarktintegration, die Rolle des Bankensektors, die Mechanismen hinter spekulativen Blasen und die regulatorischen Herausforderungen zur Sicherung der Finanzmarktstabilität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für das Scheitern von Stabilitätsmechanismen in Finanzmärkten aufzuzeigen und Lösungsansätze zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des globalen Finanzsystems zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Krisenmodelle (erste bis dritte Generation) und wendet diese theoretischen Erkenntnisse auf den Verlauf und die Folgen der Subprime-Krise an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Globalisierung und der Krisenentstehung sowie eine detaillierte Fallstudie zur Subprime-Krise, gefolgt von einer Diskussion politischer Handlungsoptionen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind neben Finanzkrisen und Globalisierung insbesondere Kreditverbriefung, Moral Hazard, Informationsasymmetrien, Bank Runs und die Regulierungsstandards nach Basel II.

Warum ist die Rolle der Ratingagenturen in dieser Arbeit kritisch?

Sie werden kritisch hinterfragt, weil sie im Verbriefungsprozess durch unzureichende Bewertungen und mangelnde Unabhängigkeit vom Emittenten dazu beigetragen haben, die systemischen Risiken komplexer Finanzprodukte zu verschleiern.

Welche Bedeutung hat das "Originate to Distribute"-Modell?

Es wird als entscheidende Ursache für die Krise identifiziert, da es durch die Trennung von Kreditvergabe und Risikoübernahme die Anreize zur Prüfung der Kreditqualität massiv untergraben hat.

Welche Rolle spielt der IWF in diesem Kontext?

Der IWF wird hinsichtlich seiner Wirksamkeit in der Krisenprävention bewertet, wobei die Arbeit die moralische Gefahrenproblematik ("Moral Hazard") seiner Hilfsprogramme analysiert.

Excerpt out of 103 pages  - scroll top

Details

Title
Internationale Finanzkrisen und Finanzmarktstabilität
College
University of Wuppertal
Grade
1,3
Author
Diplom Ökonom Martin Pienisch (Author)
Publication Year
2008
Pages
103
Catalog Number
V131862
ISBN (eBook)
9783640378081
ISBN (Book)
9783640377565
Language
German
Tags
Internationale Finanzkrisen Finanzmarktstabilität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Ökonom Martin Pienisch (Author), 2008, Internationale Finanzkrisen und Finanzmarktstabilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131862
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