In dieser Arbeit wird untersucht, wie sich der Rahmen der Geldpolitik und ihrer Transmission verändern würde, wenn eine Zentralbank eine universell zugängliche digitale Währung einführen würde. Hierfür wird die Definition der CBDC, mögliche Ausgestaltung der CBDC-Konzepte und deren Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität analysiert.
Immer wieder sorgen die Kursrallys der Kryptowährungen für Schlagzeilen in der Presse. Die Marktkapitalisierung der 10 bedeutendsten Kryptowährungen überstieg zuletzt zwei Billionen US-Dollar. Davon hat Bitcoin eine Marktkapitalisierung von etwa 1,16 Mrd. USD und Ether von etwa 0,45 Mrd. USD. Zum Vergleich betrug das BIP Russlands im Jahr 2020 1,47 Billionen US-Dollar.
So ist es nicht verwunderlich, dass bei einer stetigen Abnahme der Nutzung von Bargeld im Euroraum und der gleichzeitig steigenden Beliebtheit von Kryptowährungen, die Zentralbanken um eine Schwächung ihrer Position fürchten muss. So verliert die Geldpolitik einer Zentralbank an Wirksamkeit, wenn die Geldbestände der Wirtschaftsakteure im Wirtschaftsraum dieser Zentralbank überwiegend in Fremdwährungen oder in privatwirtschaftlich organisierten Quasi-Währungen gehalten werden und das Wirtschaftsgeschehen dominieren.
Doch auch ohne das Ausweichen der Wirtschaftsakteure zu Fremdwährungen und privaten Quasi-Währungen argumentieren Bordo und Levin (2017), dass der Rückgang des Bargeldes und die verstärkte Nutzung von Bankeinlagen für den Zahlungsverkehr den Kontrollverlust der Zentralbank über die Marktzinsen bedeutet.
Inhaltsverzeichnis
- I. EINLEITUNG
- II. DEFINITION DER CBDC
- III. UNVERZINSLICHE CBDC.
- IV. VERZINSLICHE CBDC.
- V. FINANZMARKTSTABILITÄT
- VI. KONKLUSION…….............
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Rahmenbedingungen, die bei der Einführung einer universell zugänglichen digitalen Zentralbankwährung (CBDC) durch eine Zentralbank relevant sind. Der Fokus liegt dabei auf den potenziellen Auswirkungen dieser Einführung auf die Geldpolitik und ihre Transmissionskanäle.
- Definition und Einordnung der CBDC
- Untersuchung der Auswirkungen einer unverzinslichen CBDC auf die effektive Zinsuntergrenze (ELB)
- Analyse der Auswirkungen einer verzinslichen CBDC auf die Finanzmarktstabilität und die Geldpolitik
- Potenzielle Veränderungen der Transmissionskanäle der Geldpolitik durch die Einführung einer CBDC
- Relevanz von Zugänglichkeit, technologischer Umsetzung und Verzinsung für die Gestaltung einer CBDC
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel I: Einleitung
- Kapitel II: Definition der CBDC
- Kapitel III: Unverzinsliche CBDC
Die Einleitung beleuchtet den Hintergrund der Arbeit. Sie stellt den aktuellen Trend hin zu digitalen Währungen dar und zeigt die potenziellen Herausforderungen für die Zentralbanken auf, die sich aus der zunehmenden Nutzung von Kryptowährungen und dem Rückgang des Bargelds ergeben. Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Auswirkungen einer digitalen Zentralbankwährung als Gegenmaßnahme.
Dieses Kapitel erläutert die unterschiedlichen Ansätze zur Definition einer CBDC. Es stellt die verschiedenen Eigenschaften von CBDCs heraus und ordnet sie in den Kontext anderer geldähnlicher Vermögenswerte wie Zentralbankreserven, Bargeld, Bankguthaben und Kryptowährungen ein. Die zentralen Merkmale wie Zugänglichkeit, technologische Umsetzung und Verzinsung werden als entscheidende Faktoren für die Gestaltung einer CBDC und ihre Auswirkungen auf die Geldpolitik hervorgehoben.
Das Kapitel fokussiert auf die Auswirkungen einer universell zugänglichen unverzinslichen CBDC auf die effektive Zinsuntergrenze (ELB). Es erläutert, wie die ELB durch die Kosten der Bargeldhaltung entsteht und welche Auswirkungen eine digitale Währung auf diese Kosten und somit auf die ELB hat.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen dieser Arbeit sind die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC), die Auswirkungen auf die Geldpolitik und ihre Transmissionskanäle, die effektive Zinsuntergrenze (ELB), die Finanzmarktstabilität und die Gestaltungsmöglichkeiten von CBDCs hinsichtlich Zugänglichkeit, technologischer Umsetzung und Verzinsung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine CBDC (Central Bank Digital Currency)?
Es handelt sich um eine digitale Zentralbankwährung, die universell zugänglich ist und als digitale Ergänzung zum Bargeld fungiert.
Warum ziehen Zentralbanken die Einführung einer CBDC in Erwägung?
Zentralbanken reagieren damit auf den Rückgang der Bargeldnutzung und die steigende Beliebtheit privater Kryptowährungen, um die Wirksamkeit ihrer Geldpolitik zu sichern.
Was ist die "effektive Zinsuntergrenze" (ELB)?
Die ELB bezeichnet den Punkt, an dem Zinsen nicht weiter gesenkt werden können, ohne dass Akteure massiv in Bargeld flüchten. Eine CBDC könnte diese Grenze beeinflussen.
Welchen Einfluss hat eine verzinsliche CBDC?
Eine verzinsliche CBDC könnte als neues geldpolitisches Instrument dienen, hat aber auch Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität und das Einlagengeschäft der Banken.
Wie unterscheiden sich CBDCs von Kryptowährungen wie Bitcoin?
Im Gegensatz zu dezentralen Kryptowährungen wird eine CBDC von einer staatlichen Zentralbank herausgegeben, kontrolliert und reguliert.
Welche Risiken bestehen für die Finanzmarktstabilität?
Ein Risiko besteht darin, dass Einlagen von Geschäftsbanken massiv in CBDCs umgeschichtet werden könnten, was die Refinanzierung der Banken erschweren würde.
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- Alexander Hilgenberg (Author), 2022, Einführung einer digitalen und universell zugänglichen Zentralbankwährung. Die Rahmenbedingungen einer Zentralbank, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316058