In dieser Arbeit wird versucht, das Phänomen der Freundschaft unter wertkonstruktivistischen Gesichtspunkten zu fassen. Dabei wird einerseits am Beispiel der Freundschaft eine Möglichkeit illustriert, wie handlungsweisende Werte lebensweltlich konstruiert werden können. Andererseits wird Freundschaft selbst als Wert zwischen den Befreundeten aufgefasst, aus dem sich beziehungsspezifische Pflichten ergeben.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Der Sonderstatus von Freundinnen*Freunden
- 2 Werte als motivierende Konstruktionen
- 3 Freundschaft als praktische Konstruktion eines Wertes
- 3.1 Freundschaft – Ein diverses Phänomen mit gemeinsamer Grundlage
- 3.2 Der Wert der Freundschaft
- 4 Auflösung des Dilemmas
- 5 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, warum Freundschaft in moralischen Entscheidungssituationen einen besonderen Stellenwert einnimmt, und argumentiert dafür, dass dieser Wert von den Freundinnen*Freunden selbst konstruiert wird. Es wird davon ausgegangen, dass Werte keine realen Entitäten sind, sondern Konstrukte rationaler Akteurinnen*Akteure. Darüber hinaus werden Werte als motivierend für Handlungen betrachtet.
- Der Sonderstatus von Freundschaften in moralischen Entscheidungssituationen
- Die Konstruktion von Werten durch rationale Akteurinnen*Akteure
- Freundschaft als Wert, der von den Befreundeten konstruiert wird
- Die verschiedenen Ausprägungen von Freundschaft und ihre gemeinsame Grundlage
- Die praktischen Konsequenzen der freundschaftlichen Wertekonstruktion
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Der Sonderstatus von Freundinnen*Freunden
Dieses Kapitel führt anhand eines klassischen Dilemmas den Sonderstatus von Freundschaften in moralischen Entscheidungssituationen ein. Es argumentiert, dass Freundinnen*Freunde anders behandelt werden als andere Personen, und stellt die Frage, warum diese besondere Behandlung akzeptiert wird. Es wird deutlich, dass diese unterschiedliche Behandlung auf einem Verständnis von Freundschaft basiert, das die eigene Freundschaft als wertvoll betrachtet.
Kapitel 2: Werte als motivierende Konstruktionen
Kapitel 2 befasst sich mit der Natur von Werten. Es wird argumentiert, dass Werte keine realen Entitäten sind, sondern Konstrukte rationaler Akteurinnen*Akteure. Die Debatte zwischen Werterealismus und Wertekonstruktivismus wird beleuchtet, und es wird dargelegt, warum der Wertekonstruktivismus der Werterealismus im Hinblick auf die Beantwortung der skeptischen Herausforderung, dass es einen Grund gibt, moralisch zu handeln, überlegen ist.
Kapitel 3: Freundschaft als Konstruktion eines Wertes
Dieses Kapitel untersucht Freundschaft als ein Phänomen, das von den Freundinnen*Freunden selbst konstruiert wird. Es werden verschiedene Ausprägungen von Freundschaft und ihre gemeinsame Grundlage betrachtet. Die Diskussion des Freundschaftsbegriffes führt zu einer genaueren Untersuchung des Konstruktionsprozesses des Wertes Freundschaft.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Freundschaft, Werte, Konstruktion, Moral, Entscheidungssituationen, Werterealismus, Wertekonstruktivismus, Familienähnlichkeit, praktische Konsequenzen.
Häufig gestellte Fragen
Haben Freunde in moralischen Dilemmata einen Sonderstatus?
Ja, die Arbeit argumentiert, dass wir Freunde in Entscheidungssituationen oft anders behandeln, da wir die Freundschaft selbst als einen hohen Wert konstruieren.
Was ist Wertekonstruktivismus?
Es ist die Ansicht, dass Werte keine real existierenden Dinge sind, sondern Konstruktionen rationaler Akteure, die ihr Handeln danach ausrichten.
Ergeben sich aus Freundschaften spezifische Pflichten?
Die Arbeit betrachtet Freundschaft als einen Wert, aus dem beziehungsspezifische Pflichten resultieren, die über allgemeine moralische Pflichten hinausgehen können.
Wie werden lebensweltliche Werte konstruiert?
Werte entstehen durch die Interaktion und die gemeinsame Praxis zwischen Menschen, die bestimmten Beziehungen eine besondere Bedeutung beimessen.
Was ist der Unterschied zum Werterealismus?
Werterealisten glauben, dass Werte objektiv in der Welt existieren, während Konstruktivisten sie als Produkte menschlicher Vernunft und Übereinkunft sehen.
Warum handeln wir moralisch gegenüber Freunden?
Weil die konstruierten Werte der Freundschaft als motivierende Gründe für unser Handeln dienen und uns eine Rechtfertigung für die Vorzugswürdigkeit der Freunde bieten.
- Citation du texte
- Fabian Fischbach (Auteur), 2020, Der Wert der Freundschaft. Wertekonstruktion anhand von Freundschaften und ihrer Entstehungsbedingungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1309651