Das Bilderverbot hat von seinem Ausgangspunkt im Dekalog eine interessante und differenzierte Rezeptionsgeschichte in Christentum, Judentum sowie im Islam erfahren. Wie Immanuel Kant bereits anmerkte, ist es zentral im Judentum und Islam.
„ Vielleicht gibt es keine erhabenere Stelle im Gesetzbuch der Juden, als das Gebot: Du sollst dir kein Bildnis machen, noch irgend ein Gleichnis, weder dessen was im Himmel, noch auf der Erden, noch unter der Erden ist u.s.w. Dieses Gebot allein kann den Enthusiasm erklären, den das jüdische Volk in seiner gesitteten Epoche für seine Religion fühlte, wenn es sich mit anderen verglich, oder denjenigen Stolz, den der Mohammedanism einflößt.“
Aus religionswissenschaftlicher Perspektive ist es spannend, Islam und Judentum (und damit auch die alttestamentarische Überlieferung) zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Bilderverbot im Alten Testament
- Das Bilderverbot im Dekalog
- Bilderverbot im Alten Testament außerhalb des Dekalogs
- Die Entstehungszeit des Bilderverbots
- Das Bilderverbot im antiken Judentum
- Islamische Deutung: das Bilderverbot im Islam
- Das Bilderverbot im Islam: Datierung und Problematik
- Das Bilderverbot in den Haditsammlungen
- Bilderverbot und internationale Konflikte mit dem Islam: die Buddahstatuen von Bamiyan und der Karikaturenstreit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Bilderverbot in jüdischer und islamischer Überlieferung. Sie analysiert die Entstehung und Entwicklung des Verbots im Alten Testament und im antiken Judentum sowie die Rezeption im Islam. Die Arbeit beleuchtet die theologischen und historischen Hintergründe des Bilderverbots und untersucht seine Auswirkungen auf die Kunst und Kultur in beiden Religionen.
- Das Bilderverbot im Dekalog und seine Bedeutung für die Entwicklung des Monotheismus
- Die Rezeption des Bilderverbots im antiken Judentum und die Entstehung von unterschiedlichen Interpretationen
- Die Rolle des Bilderverbots im Islam und seine Auswirkungen auf die islamische Kunst und Kultur
- Die Bedeutung des Bilderverbots für die interreligiösen Beziehungen zwischen Judentum, Christentum und Islam
- Die aktuelle Relevanz des Bilderverbots in einer globalisierten Welt
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema des Bilderverbots in jüdischer und islamischer Überlieferung vor und erläutert die Relevanz des Themas für die Religionswissenschaft. Das zweite Kapitel analysiert das Bilderverbot im Alten Testament, wobei der Fokus auf dem Dekalog und seiner Bedeutung für die Entwicklung des Monotheismus liegt. Das Kapitel beleuchtet auch die Entstehung des Bilderverbots im Kontext der altorientalischen Religionen und die unterschiedlichen Interpretationen des Verbots im Laufe der Geschichte. Das dritte Kapitel untersucht die Rezeption des Bilderverbots im antiken Judentum und die Entstehung von unterschiedlichen Interpretationen. Das vierte Kapitel widmet sich der islamischen Deutung des Bilderverbots und analysiert die Rolle des Verbots in der islamischen Kunst und Kultur. Das Kapitel beleuchtet auch die Bedeutung des Bilderverbots für die interreligiösen Beziehungen zwischen Judentum, Christentum und Islam.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen das Bilderverbot, den Dekalog, den Monotheismus, das Judentum, den Islam, die altorientalische Religion, die Kunst, die Kultur, die interreligiösen Beziehungen und die aktuelle Relevanz des Themas.
Häufig gestellte Fragen
Woher stammt das Bilderverbot im Judentum?
Das Bilderverbot hat seinen Ursprung im Dekalog (Zehn Gebote) des Alten Testaments: „Du sollst dir kein Bildnis machen“.
Wie wird das Bilderverbot im Islam begründet?
Im Islam stützt sich das Verbot weniger auf den Koran als vielmehr auf die Hadith-Sammlungen (Überlieferungen des Propheten), die die Schöpfung von Lebewesen Gott vorbehalten.
Welche Auswirkungen hat das Verbot auf die islamische Kunst?
Es führte zur Entwicklung abstrakter Kunstformen wie Arabesken, geometrischen Mustern und einer hoch entwickelten Kalligraphie.
Welche modernen Konflikte stehen im Zusammenhang mit dem Bilderverbot?
Die Arbeit nennt die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan und den Karikaturenstreit als Beispiele für internationale Spannungen.
Was sagte Immanuel Kant zum jüdischen Bilderverbot?
Kant bezeichnete es als eine der erhabensten Stellen im jüdischen Gesetz, da es den Enthusiasmus für die Religion ohne sinnliche Hilfsmittel erklärt.
- Quote paper
- Michael Ulrich (Author), 2007, Das Bilderverbot in Judentum und Islam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130857