Das Geschlecht ist eine sehr einflussreiche Variable bei der Verkehrsmittelwahl und kann ein robusterer Faktor als Einkommen oder Alter sein. Bisher wurden maßgeblich versorgungsökonomische und ökologische Argumente in der Verkehrspolitik berücksichtigt. Die Nutzer*innen werden lediglich über Verteilungsaspekte adressiert. Das Mobilitätsverhalten ist aber eingebunden in soziale Normen und Sozialisation, weshalb die nachhaltigen Verkehrsangebote diese Prozesse im Blick haben müssen.
Es gibt inzwischen zwar weltweit Daten und Studien, die genderspezifisches Mobilitätsverhalten belegen, dennoch wurden diese Erkenntnisse in der Politik in Deutschland bisher kaum berücksichtigt. Das erneute Aufkommen der Debatte lässt jedoch vermuten, dass sich politische und gesellschaftliche Akteur*innen nun Veränderungen in der Praxis erhoffen. Die Erörterung der unzureichenden Beachtung von Gender in der aktuellen Verkehrspolitik ist Gegenstand der Bachelorarbeit.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1.1 Forschungsstand
- 1.2 Forschungsfrage und Gang der Untersuchung
- Pfadabhängigkeit - Theoretische Grundlage
- 2.1 Pfadabhängiger Prozess der Genderrepräsentation
- 2.2 Pfadabhängigkeit des Verkehrssektors aus umweltorientierter Sicht
- Forschungsdesign
- 3.1 Datenerhebung durch die Qualitative Sekundäranalyse
- 3.2 Auswertung mittels der 4 R Methode
- Einordnung des Politikfelds umweltorientierte Verkehrspolitik auf Bundesebene
- Analyse mittels der 4 R Methode
- 5.1 Repräsentation
- 5.2 Ressource
- 5.3 Realität
- 5.3.1 Verkehrvermeidung
- 5.3.2 Geringere Nutzung des MIVS
- 5.3.3 Elektromobilität und Sharing-Angebote
- 5.4 Realisation
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Bachelorarbeit analysiert die Umsetzung des Gender Mainstreamings in der umweltorientierten Verkehrspolitik auf Bundesebene in der Legislaturperiode von 2017 bis 2021. Sie untersucht, wie die Genderperspektive in der Verkehrspolitik berücksichtigt wurde, welche Ressourcen für die Geschlechtergerechtigkeit im Verkehrssektor bereitgestellt wurden, welche Auswirkungen die Verkehrspolitik auf Frauen und Männer hat und welche Maßnahmen zur Realisierung von Geschlechtergerechtigkeit im Verkehrsbereich ergriffen wurden.
- Gender Mainstreaming in der Verkehrspolitik
- Pfadabhängigkeit und Geschlechtergerechtigkeit im Verkehrssektor
- Analyse der Verkehrspolitik auf Bundesebene
- Qualitative Sekundäranalyse und die 4 R Methode
- Verkehrsvermeidung, Elektromobilität und Sharing-Angebote
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit erläutert die Relevanz des Themas Gender Mainstreaming in der umweltorientierten Verkehrspolitik vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Bedeutung des Verkehrssektors für die Treibhausgasemissionen. Der Forschungsstand zum Zusammenhang von Gender und Mobilität wird dargelegt, und die Forschungsfrage sowie der Gang der Untersuchung werden formuliert.
- Pfadabhängigkeit - Theoretische Grundlage: Dieses Kapitel behandelt den theoretischen Rahmen der Pfadabhängigkeit und seine Anwendung auf die Genderrepräsentation sowie auf den Verkehrssektor aus umweltorientierter Sicht.
- Forschungsdesign: Hier wird das Forschungsdesign der Arbeit vorgestellt, insbesondere die Datenerhebung durch die Qualitative Sekundäranalyse und die Auswertungsmethode der 4 R Methode.
- Einordnung des Politikfelds umweltorientierte Verkehrspolitik auf Bundesebene: Dieses Kapitel befasst sich mit der Einordnung des Politikfelds der umweltorientierten Verkehrspolitik auf Bundesebene und den relevanten Akteuren und politischen Entscheidungen.
- Analyse mittels der 4 R Methode: In diesem Kapitel wird die Analyse der umweltorientierten Verkehrspolitik auf Bundesebene anhand der 4 R Methode durchgeführt. Die Kapitelteile untersuchen die Repräsentation, Ressourcen, Realität und Realisation von Gender Mainstreaming im Verkehrssektor.
Schlüsselwörter
Gender Mainstreaming, umweltorientierte Verkehrspolitik, Pfadabhängigkeit, qualitative Sekundäranalyse, 4 R Methode, Geschlechtergerechtigkeit, Verkehrssektor, Mobilität, Verkehrsvermeidung, Elektromobilität, Sharing-Angebote, Ressourcen, Repräsentation, Realität, Realisation.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Gender Mainstreaming in der Verkehrspolitik?
Es bedeutet, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Mobilitätsmuster von Frauen und Männern bei der Planung und Umsetzung verkehrspolitischer Maßnahmen systematisch zu berücksichtigen.
Warum ist das Geschlecht ein wichtiger Faktor bei der Verkehrsmittelwahl?
Studien belegen, dass Frauen oft komplexere Wegeketten (z.B. durch Sorgearbeit) haben und häufiger den ÖPNV nutzen, während Männer stärker auf den motorisierten Individualverkehr (MIV) fixiert sind.
Was ist die „4 R Methode“?
Dies ist ein Analyseinstrument zur Bewertung von Geschlechtergerechtigkeit anhand der Kriterien Repräsentation, Ressourcen, Realität und Realisation.
Wie wurde Gender in der deutschen Verkehrspolitik zwischen 2017 und 2021 berücksichtigt?
Die Arbeit untersucht, dass trotz vorliegender Daten die Genderperspektive in der Praxis auf Bundesebene bisher nur unzureichend in konkrete Maßnahmen eingeflossen ist.
Welche Rolle spielen Elektromobilität und Sharing-Angebote?
Diese neuen Mobilitätsformen werden in der Arbeit daraufhin untersucht, ob sie geschlechterspezifische Barrieren abbauen oder neue Ungleichheiten schaffen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2022, Gender Mainstreaming in der umweltorientierten Verkehrspolitik auf Bundesebene von 2017 bis 2021, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1307739