Zunächst werde ich zeigen, was nach Spinoza unter Selbstverursachung zu verstehen ist und dass dieser Begriff tatsächlich nicht widersprüchlich ist. Abschließend werde ich erörtern, dass Schopenhauers contradictio in adiecto nichts anderes als argumentum ad hominem ist, weswegen diese Kritik ursprünglich ein Scheinargument ist.
Inhaltsverzeichnis
- Selbstverursachung bei Spinoza
- Das Konzept der Selbstverursachung
- Spinozas Definition der Essenz
- Spinozas Theorie der Definition
- Die Rolle der Definition in der Erkenntnis
- Das Verhältnis des Einzelnen zum Allgemeinen
- Formale und bewirkende Kausalität
- Schopenhauers Kritik an der Selbstverursachung
- Schopenhauers Argumentation
- Die sprachliche Abhängigkeit von Entitäten
- Schopenhauers Kritik als argumentum ad hominem
- Schopenhauers Theodizee-Problem
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, Schopenhauers Kritik am spinozischen Begriff der Selbstverursachung zu analysieren. Sie untersucht, inwiefern Schopenhauers Argumentation auf einer Missinterpretation von Spinozas Philosophie beruht.
- Das Konzept der Selbstverursachung (causa sui) bei Spinoza
- Schopenhauers Kritik an der Selbstverursachung als widersprüchlich (contradictio in adiecto)
- Spinozas Theorie der Definition und ihre Rolle in der Erkenntnis
- Die Bedeutung der Unterscheidung zwischen formalen und bewirkenden Ursachen
- Schopenhauers Kritik als Scheinargument und argumentum ad hominem
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit Spinozas Definition der Selbstverursachung und untersucht die Rolle der Essenz und der Definition in seiner Philosophie. Das zweite Kapitel analysiert Schopenhauers Kritik an der Selbstverursachung als contradictio in adiecto und untersucht die Argumentation und ihre Schwächen. Schließlich wird im dritten Kapitel Schopenhauers Kritik als Scheinargument und argumentum ad hominem dekonstruiert.
Schlüsselwörter
Selbstverursachung, causa sui, Spinoza, Schopenhauer, Essenz, Definition, Erkenntnis, formale Ursache, bewirkende Ursache, contradictio in adiecto, argumentum ad hominem, Theodizee-Problem, Pantheismus, Atheismus.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Spinoza unter dem Begriff „causa sui“ (Selbstverursachung)?
Für Spinoza bedeutet Selbstverursachung, dass das Wesen (Essenz) einer Sache ihre Existenz notwendig einschließt, sie also nicht durch eine äußere Ursache bedingt ist.
Warum kritisiert Schopenhauer diesen Begriff?
Schopenhauer hält den Begriff für einen Widerspruch in sich (contradictio in adiecto), da eine Ursache seiner Ansicht nach immer zeitlich vor der Wirkung stehen muss.
Was ist ein „argumentum ad hominem“ im Kontext dieser Arbeit?
Die Arbeit argumentiert, dass Schopenhauers Kritik weniger die Sache selbst trifft, sondern ein Scheinargument ist, das auf einer Missinterpretation von Spinozas Definitionen beruht.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen formaler und bewirkender Kausalität?
Diese Unterscheidung ist zentral, um zu verstehen, dass Spinozas Selbstverursachung logisch-formal und nicht rein zeitlich-mechanisch zu verstehen ist.
Wie hängt Spinozas Theorie mit dem Theodizee-Problem zusammen?
Durch die Identifikation von Gott und Natur (Pantheismus) entfällt bei Spinoza die klassische Rechtfertigung Gottes angesichts des Übels in der Welt.
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- Mohammad Hassan Heshmatifar (Author), 2022, Schopenhauers Kritik am Begriff der Selbstverursachung bei Spinoza, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1306650