Rhetorik und Deutschunterricht lassen sich nur schwer trennen, denn viele Schreibanlässe sind zunächst »Rede«-Anlässe. Im Schulalltag bietet sich daher der Deutschunterricht – auch spielerisch – in besonderem Maße zur Vermittlung rhetorischer Kenntnisse und Fähigkeiten an. Sei es durch Buchvorstellung, Lesewettbewerb oder Debatte. Aber auch als Vorbereitung auf schriftliche Arbeiten wie lineare oder dialektische Erörterungen, in denen Argumentation maßgeblich ist, je nach Arbeitsschwerpunkt.
Dieser Unterrichtsentwurf soll eine Idee darstellen, wie der Deutschunterricht auf interessante Weise dazu genutzt werden kann, Arbeitsbereiche wie Sprechen, Schreiben, Lesen und Präsentieren sinnvoll miteinander zu verknüpfen und geht, angefangen mit Recherche und theoretischem Input über eine verbale Auseinandersetzung sowohl mit einem Thema als auch mit anderen Schülern und über eine Debatte/Diskussion in einen Schreibprozess über, dessen Ergebnis eine schriftliche Argumentation in Form einer kurzen Erörterung als Vorübung auf einen Erörterungsaufsatz sein wird.
Diese Unterrichtsidee ist auf die Kompetenzvorgaben des Bildungsplans für die Realschule, Klassenstufe 8, zugeschnitten und beinhaltet auch Lehr- und Lernaspekte, die sowohl in den jüngeren als auch älteren Klassen in jeweils leicht veränderter Form angewendet werden können.
Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit unterschiedlichen Aspekten zu einer Thematik und deren Argumentation. Dazu gehören ebenso der richtige Aufbau einer Argumentation bzw. eines Arguments an sich, und die sinnvolle Zusammenstellung in einer Präsentation und auch ein schriftliches Ergebnis. Wichtig ist zu erwähnen, dass eine Klassenarbeit in Form eines erörternden Aufsatzes nicht Teil dieser Unterrichtseinheit sein wird. Die Einheit dient lediglich der intensiven Vorbereitung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand
2.1 Bezug zum Bildungsplan
3 Intentionen des Unterrichts
4 Überlegungen zum Lehr-Lernprozess, Ziele, Schwierigkeiten
4.1 Verwendete Medien
4.2 Verlaufsplan/Unterrichtsphasen
4.3 Erwartete Probleme
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer praxisnahen Unterrichtseinheit für die 8. Klasse der Realschule, die rhetorische Kompetenzen und Argumentationsfähigkeiten systematisch fördert. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Bereiche Sprechen, Schreiben, Lesen und Präsentieren sinnvoll miteinander verknüpft werden können, um Schüler intensiv auf das Verfassen einer schriftlichen Erörterung vorzubereiten.
- Förderung der mündlichen Kommunikations- und Argumentationsfähigkeit
- Strukturierung von Argumentationsketten und Textproduktion
- Verknüpfung von Recherchekompetenz und modernen Medien
- Methodische Gestaltung von Pro-Kontra-Debatten im Unterricht
Auszug aus dem Buch
4.2 Verlaufsplan/Unterrichtsphasen
Einstieg: Als Einstieg wähle ich eine Frage, die den Alltag des Schülers miteinbezieht. Es ist eine Frage nach einer Situation, in der die Schüler ihre Eltern von etwas überzeugen sollten und es mit Hilfe von schlagkräftigen Argumenten auch geschafft haben, z. B. abends länger wegbleiben zu dürfen oder auf einen Ausflug nicht mitgehen zu müssen etc. Ich warte spontane Äußerungen der Schüler ab und gehe im Unterrichtsgespräch, wenn nötig, darauf ein. Die Schüler dürfen sich frei äußern und ihre Eindrücke mitteilen, wenn sie es möchten. Der lockere und offene Umgang dient auch der für eine spätere Präsentation nötigen Ungezwungenheit und soll die Redebereitschaft der Schüler fördern.
Anschließend leite ich zu dem Mittel der Argumentation über, gegen das selbst Eltern beinahe nichts einsetzen können außer ihrer elterlichen Autorität. Die Schüler werden in ihrer Alltagssituation abgeholt und es ist leichter, direkt ins Thema einzusteigen.
Erarbeitung 1: Es folgt ein relativ kurzer Lehrervortrag über den Aufbau einer Argumentation, der spontan und individuell gestaltet sein kann und soll. Dazu teile ich den Schülern ein Arbeitsblatt bzw. eine Argumentationshilfe aus (s. Anl. 2). Die Schüler sollen den typischen Aufbau verstehen lernen und verinnerlichen, um ihn später selbst einsetzen zu können. Eventuell auftretende Unklarheiten werden besprochen und beseitigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die enge Verknüpfung von Rhetorik und Deutschunterricht und stellt die geplante Unterrichtseinheit zur Vorbereitung auf schriftliche Erörterungen vor.
2 Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand: In diesem Kapitel wird der Bezug zum Bildungsplan hergestellt, wobei insbesondere die Kompetenzbereiche Sprechen, Schreiben und Mediennutzung thematisiert werden.
3 Intentionen des Unterrichts: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der Unterrichtseinheit über mehrere Doppelstunden und definiert die Lernziele, wie die Förderung von Konzentration, Zuhören und methodischer Kompetenz.
4 Überlegungen zum Lehr-Lernprozess, Ziele, Schwierigkeiten: Dieses Kapitel beschreibt konkret die eingesetzten Medien, den detaillierten Unterrichtsverlauf von der Einstiegsphase bis zum Abschluss sowie mögliche Herausforderungen wie Zeitmanagement.
Schlüsselwörter
Rhetorik, Deutschunterricht, Argumentation, Bildungsplan, Erörterung, Kommunikation, Unterrichtsentwurf, Medienkompetenz, Debatte, Präsentation, Schreibprozess, Argumentationshilfe, Realschule, Unterrichtsplanung, Diskurs.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit präsentiert ein didaktisches Konzept für den Deutschunterricht der Realschulklasse 8, das Rhetorik und Argumentationskompetenz in den Fokus rückt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Vorbereitung auf schriftliche Erörterungen, das Training freier Rede, die Strukturierung von Argumenten und die gezielte Einbindung von Medien im Lernprozess.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erarbeitung einer Unterrichtssequenz, die Schüler befähigt, in Kommunikationssituationen adressatenbezogen zu argumentieren und Texte eigenverantwortlich zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Unterrichtsentwurf, der auf den Vorgaben des Bildungsplans basiert und Methoden wie Debatten, Lehrervorträge und Gruppenarbeit integriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Kompetenzgrundlagen, erläutert die didaktischen Intentionen und legt einen konkreten Verlaufsplan mit Phasen wie Einstieg, Erarbeitung und Abschluss dar.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rhetorik, Argumentationstraining, Bildungsstandards, Schreibprozesse und methodische Vielfalt charakterisiert.
Wie werden die Schüler motiviert, sich in den Unterricht einzubringen?
Durch einen alltagsnahen Einstieg, bei dem die Schüler von eigenen Erfahrungen berichten, wie sie erfolgreich Argumente bei ihren Eltern einsetzten, wird die direkte Beteiligung gefördert.
Welche Hilfsmittel erhalten die Schüler für ihre Argumentationen?
Die Schüler erhalten ein strukturiertes Arbeitsblatt, das den Aufbau eines Arguments sowie die Logik von Argumentationsketten (schlagkräftig bis schwach) veranschaulicht.
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- Otto Zorn (Author), 2008, Rhetorik im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130664