Diese Hausarbeit soll nach Auseinandersetzung mit Schütz Lebenswelt als Grundlage für eine verstehende Soziologie Ähnlichkeiten in der Konzeption von Habitus und Strukturen der Lebenswelt anschneiden. Ich hoffe hier ansatzweise aufzeigen zu können, dass es von höchster wissenschaftlicher Relevanz ist, die Frage nach dem, was Wirklichkeit bedeutet vor der Frage nach der Genese und Form von Konflikten zu stellen.
"Die moderne Heirat von Phänomenologie und Soziologie [...] geht praktisch ausnahmslos auf jenen Gelehrten zurück, der die Husserl'schen Untersuchungen unmittelbar für die Methodologie der Sozialwissenschaften fruchtbar zu machen verstand: Alfred Schütz." Thomas Eberle macht in diesem Ausspruch deutlich, dass Alfred Schütz für die moderne Soziologie essenziell ist. Trotz dieser scheinbar monumentalen Bedeutung von Alfred Schütz ist dieser weniger rezipiert: Auch einen Rekurs auf die konflikttheoretischen Überlegungen von Alfred Schütz findet sich in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit seinen Werken recht wenig. Prominenter Vertreter einer (vergleichsweise normativen Stoßrichtung) einer Konflikttheorie der heute wie zu Lebzeiten unermüdlich von Philosophen, Ethnologen, Pädagogen, Sozialwissenschaftlern und Politologen rezipiert wird, ist hingegen Pierre Bourdieu.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1 Die Lebenswelt bei Alfred Schütz
- 1.1 Der Begriff der Intersubjektivität bei Alfred Schütz
- 1.2 Intentionalität und Sinn bei Schütz
- 1.3 Typisierungen und Selektionsprozesse bei Schütz
- 1.4 Sozialkonstruktivistische Elemente bei Alfred Schütz
- 1.5 Konfliktsoziologischer Ansatz bei Schütz
- 2 Bourdieu und Schütz im Vergleich
- 2.1 Der Habitus bei Bourdieu als Pendant zu den Strukturen der Lebenswelt?
- 2.2 Konfliktsoziologische Affinitäten zwischen Bourdieu und Schütz
- Fazit/Ausblick
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Relevanz von Alfred Schütz' Lebensweltanalyse für konflikttheoretische Überlegungen und vergleicht sie mit Pierre Bourdieus Habitus-Konzept. Sie zielt darauf ab, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen beiden Ansätzen im Kontext von Konflikten aufzuzeigen.
- Die Lebenswelt nach Alfred Schütz: Intersubjektivität, Intentionalität und Sinn
- Sozialkonstruktivistische Elemente in Schütz' Werk
- Schütz' Konfliktsoziologischer Ansatz
- Bourdieus Habitus-Konzept im Vergleich zu Schütz' Lebenswelt
- Konfliktsoziologische Affinitäten zwischen Bourdieu und Schütz
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz von Alfred Schütz für die moderne Soziologie dar und führt die Problematik des wenig beachteten konflikttheoretischen Ansatzes in Schütz' Werk aus. Der Vergleich mit Pierre Bourdieus Habitus-Konzept soll Ähnlichkeiten in der Konzeption von Strukturen der Lebenswelt aufzeigen.
Kapitel 1 beschreibt die Lebenswelt bei Alfred Schütz als einen vorstrukturierten Wirklichkeitsbereich, der uns als gegebene Realität begegnet. Die Bedeutung der Intersubjektivität und des gemeinschaftlichen Verständnisses innerhalb dieser Lebenswelt wird beleuchtet. Außerdem werden die Konzepte von Intentionalität und Sinn sowie die Prozesse der Typisierung und Selektion erläutert.
Kapitel 2 vergleicht die Lebenswelt bei Schütz mit dem Habitus-Konzept bei Bourdieu. Es wird untersucht, ob Bourdieus Habitus als Pendant zu den Strukturen der Lebenswelt bei Schütz verstanden werden kann. Darüber hinaus werden die gemeinsamen Elemente der Konfliktsoziologie bei beiden Autoren analysiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den zentralen Begriffen Lebenswelt, Intersubjektivität, Intentionalität, Sinn, Typisierung, Selektion, Habitus und Konfliktsoziologie. Sie analysiert die Relevanz der Lebensweltanalyse von Alfred Schütz für konflikttheoretische Überlegungen und vergleicht sie mit dem Habitus-Konzept von Pierre Bourdieu.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern von Alfred Schütz' Lebensweltanalyse?
Schütz beschreibt die Lebenswelt als einen vorstrukturierten Wirklichkeitsbereich, den Menschen als gegebene Realität wahrnehmen und durch Intersubjektivität teilen.
Wie hängen die Konzepte von Schütz und Bourdieu zusammen?
Die Arbeit untersucht, ob Bourdieus Habitus-Konzept als Pendant zu Schütz' Strukturen der Lebenswelt gesehen werden kann, da beide die Verinnerlichung sozialer Strukturen behandeln.
Welche Bedeutung hat Intersubjektivität bei Alfred Schütz?
Intersubjektivität ist die Voraussetzung dafür, dass Individuen eine gemeinsame Welt verstehen und darin sinnvoll miteinander agieren können.
Was ist Schütz' Beitrag zur Konfliktsoziologie?
Obwohl Schütz seltener für Konfliktanalysen rezipiert wird, zeigt die Arbeit auf, dass die Frage nach der Wirklichkeitskonstruktion essenziell für das Verständnis von Konfliktgenesen ist.
Welche Rolle spielen Typisierungen laut Schütz?
Typisierungen sind Selektionsprozesse, mit denen Menschen ihre Erfahrungen ordnen und die soziale Welt handhabbar machen.
Warum ist Schütz für die moderne Soziologie so wichtig?
Er gilt als der Gelehrte, der die Phänomenologie Husserls für die Methodologie der Sozialwissenschaften fruchtbar gemacht hat.
- Quote paper
- Houman Nazifi (Author), 2021, Die Relevanz von Alfred Schütz' Lebensweltanalyse für konflikttheoretische Überlegungen im Vergleich mit Bourdieus Habitus Konzept, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1306117