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Essay: Friedrich Schillers ‚Maria Stuart’ im Literaturunterricht

Vorschläge und Überlegungen zu einem Unterrichtsentwurf

Title: Essay: Friedrich Schillers ‚Maria Stuart’ im Literaturunterricht

Essay , 2009 , 17 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Daniel Loch (Author)

Didactics - German Studies
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Die gestrige Vorstellung ist ein vortreffliches Ganzes gewesen und ich kann Ihnen nicht genug sagen, wie anständig, würdig und bedeutungsvoll es sich dargestellt hat. Wir dürfen keck jede andere deutsche Bühne herausfordern, eine solche Vorstellung zu geben als die gestrige war. So schrieb Schiller am 15. Juni 1800 glücklich an Heinrich Becker, einen Schauspieler (Burgleigh), zur Uraufführung seiner ,Maria Stuart’ am Weimarer Hoftheater. Die Faszination des Dramas reißt auch über 200 Jahre später nicht ab; längst hat Schillers Trauerspiel den Weg in den Literaturunterricht gefunden und auch im hessischen Zentralabitur 2010 müssen die Schülerinnen und Schüler den Text wieder lesen, analysieren und interpretieren. Doch was macht das Drama für den Deutschunterricht so interessant, welches didaktische Potenzial lässt sich ihm entlocken? Die Beantwortung der Frage soll im Fokus dieser Ausarbeitung stehen, dabei beschränke ich mich - um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen - auf das Verhältnis der konkurrierenden Königinnen zueinander, sowie ihren Streit (Königinnenstreit) in der Mitte des Dramas. Die folgenden Vorschläge zur Unterrichtseinheit ,Maria Stuart’ sind für eine elfte Jahrgangstufe konzipiert, wobei ich auf einen vorgegebenen Zeitrahmen verzichte, damit eine flexible Anwendung im individuellen Unterricht gewährleistet werden kann. Die im Folgenden skizzierten Unterrichtsvorschläge wurden in didaktisch-methodischer Anlehnung an das Modell des „handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts“ verfasst, darüber hinaus wurde auch auf das Konzept des „Kreativen Schreibens“ Bezug genommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Voraussetzungen

2. Vorüberlegungen und Unterrichtsziele

3. Einstieg

4. Arbeit am Text (syntagmatischer Zugang)

5. Arbeit mit dem Text (paradigmatischer Zugang)

6. Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, didaktische Ansätze für die Behandlung von Friedrich Schillers „Maria Stuart“ in der gymnasialen Oberstufe zu entwickeln, wobei der Fokus insbesondere auf der Analyse des Konflikts zwischen den beiden Königinnen liegt. Die Unterrichtsvorschläge basieren auf den Prinzipien des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts, um ein tieferes Verständnis für die historischen und charakterlichen Dimensionen des Dramas zu fördern.

  • Didaktische Vermittlung historischer Kontexte und Handlungszusammenhänge.
  • Analyse des zentralen Königinnenstreits als dramatischer Höhepunkt.
  • Untersuchung der Rolle der Frau und der Vereinbarkeit von Macht und Geschlechteridentität.
  • Einsatz handlungsorientierter Methoden wie Rollenspielen und kreativen Schreibaufträgen.
  • Transfer des dramatischen Stoffes auf zeitgenössische Diskurse über Führung und Emanzipation.

Auszug aus dem Buch

4. Arbeit am Text (syntagmatischer Zugang)

Um eine Annäherung an die zwei Hauptdarstellerinnen und deren Konflikt fruchtbar zu gestalten, bietet sich eine Charakterisierung der Figuren an, indem ihnen Eigenschaften zugeordnet werden. Hier ein Beispiel für die Umsetzung in tabellarischer Form:

Als Textgrundlage dieser Ausarbeitung dient für Elisabeth die Szene II, 9 und für Maria Stuart die Szene I, 7; zudem für beide Königinnen die Szene III, 4. Dabei kommt in unserer Konzeption der Szene II, 9 erhöhte Bedeutung zu, „weil sie zu den seltenen Textpartien gehört, in denen Elisabeth ungeschützten Einblick in ihr Seelenleben gibt“15. Auf diesen Ergebnissen aufbauend und mit Hinblick auf den Königinnenstreit sollen die Schülerinnen und Schüler einen „Leitfaden für den Umgang mit der Königin (Elisabeth)“ formulieren.

Unstreitbar muss die Begegnung der beiden Königinnen in Szene III, 4 als Höhepunkt des Dramas angesehen werden. Doch das Zusammentreffen ist von Anfang an auf Scheitern angelegt. Elisabeth spielt Maria etwas vor und tut so, als wisse sie nicht, wo sie sei. Um Maria zu provozieren lässt sie narzisstische Bemerkungen fallen. Die Gefangene erkennt die Hoffnungslosigkeit ihrer Situation und hält sich zurück. Dies wiederum versteht Elisabeth fälschlicherweise als Stolz und setzt erneut zum Angriff an. In diesem Stil geht das Treffen weiter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Voraussetzungen: Diese Einführung erläutert die Relevanz des Dramas für den Literaturunterricht und skizziert das methodische Vorgehen unter Berücksichtigung des handlungs- und produktionsorientierten Lernens.

2. Vorüberlegungen und Unterrichtsziele: Hier werden didaktische Leitlinien erarbeitet, um die Schülerinnen und Schüler zur Einnahme einer Metaperspektive auf die konkurrierenden Figuren sowie zur Sensibilisierung für gesellschaftliche Rollenbilder zu befähigen.

3. Einstieg: Dieses Kapitel präsentiert motivierende Einstiegsszenarien wie Theaterbesuche oder Gruppenarbeiten zur historischen Personengeschichte des englischen Adels.

4. Arbeit am Text (syntagmatischer Zugang): Der Fokus liegt auf der Analyse der Figurenkonstellation und des zentralen Königinnenstreits durch gezielte Aufgabenstellungen und Rollenspiele.

5. Arbeit mit dem Text (paradigmatischer Zugang): Es wird aufgezeigt, wie der Text durch Vergleiche mit anderen literarischen Werken und aktuellen gesellschaftlichen Diskursen kontextualisiert werden kann.

6. Schlussbetrachtung und Fazit: Die Arbeit resümiert die didaktischen Ansätze und betont die zeitlose Aktualität von Schillers Trauerspiel sowie das Potenzial des Frauenkonflikts für den heutigen Unterricht.

Schlüsselwörter

Maria Stuart, Friedrich Schiller, Literaturunterricht, Königinnenstreit, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Elisabeth I., Geschlechterrollen, Emanzipation, Dramenanalyse, Didaktik, Maria vs. Elisabeth, Frauenbild, Unterrichtsentwurf, Schullektüre, Machtverhältnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit entwickelt methodische Vorschläge für die Behandlung von Schillers Drama „Maria Stuart“ im Literaturunterricht der gymnasialen Oberstufe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der konfliktreichen Beziehung zwischen Maria Stuart und Elisabeth I. sowie der Untersuchung der gesellschaftlichen Rolle der Frau.

Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?

Ziel ist es, die Lernenden für eine differenzierte Rezeption des Dramas zu sensibilisieren und sie dazu zu befähigen, die Handlungsweisen der Figuren aus verschiedenen Perspektiven zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf didaktisch-methodische Ansätze des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts sowie Konzepte des kreativen Schreibens.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst konkrete Unterrichtsvorschläge für den Einstieg, die syntagmatische Arbeit am Text zur Figurenanalyse und die paradigmatische Verknüpfung mit anderen Texten und aktuellen gesellschaftlichen Diskursen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Königinnenstreit, Geschlechterrollen, Emanzipationsdebatte, Figurenanalyse und didaktische Konzeption.

Warum wird der Szene III, 4 eine so hohe Bedeutung beigemessen?

Diese Szene gilt als dramatischer Höhepunkt, in dem die direkte Begegnung der Kontrahentinnen stattfindet, was sie zu einer idealen Grundlage für die Analyse von Strategien und Machtverhältnissen macht.

Inwiefern wird der Gegenwartsbezug hergestellt?

Der Unterricht schlägt eine Brücke zur heutigen Diskussion über die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen und hinterfragt klassische Geschlechterrollen im Lichte moderner Emanzipationsvorstellungen.

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Details

Title
Essay: Friedrich Schillers ‚Maria Stuart’ im Literaturunterricht
Subtitle
Vorschläge und Überlegungen zu einem Unterrichtsentwurf
College
University of Göttingen
Grade
1.0
Author
Daniel Loch (Author)
Publication Year
2009
Pages
17
Catalog Number
V130416
ISBN (eBook)
9783640390083
ISBN (Book)
9783640389926
Language
German
Tags
Essay Friedrich Schillers Stuart’ Literaturunterricht Vorschläge Unterrichtsentwurf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Loch (Author), 2009, Essay: Friedrich Schillers ‚Maria Stuart’ im Literaturunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130416
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