Das Ziel dieser Arbeit ist es, anhand ausgewählter Unternehmen die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur Corporate Social Responsibility zu analysieren und Unterschiede in der Berichterstattung aufzudecken. Hierfür wurde die nicht-finanzielle Berichterstattung von insgesamt sechs Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen auf Basis der veröffentlichten Informationen, in Form einer qualitativen Inhaltsanalyse, näher betrachtet.
Die Arbeit ist in drei Bereiche untergliedert. Nach einer einleitenden Darstellung und Abgrenzung der Begrifflichkeiten nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility folgt die Beschreibung der europäischen sowie deutschen gesetzlichen Grundlage. Die darauf aufbauende Analyse der CSR-Berichterstattungen inklusive der Informationen gemäß der EU-Taxonomie der ausgewählten Unternehmen soll Antworten auf die folgende Forschungsfrage liefern: Wie werden die gesetzlichen Vorgaben des CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetzes und der EU-Taxonomie-Verordnung von deutschen Unternehmen in der Praxis umgesetzt und inwieweit variiert die Berichterstattung der jeweiligen Unternehmen in den einzelnen Jahren?
Die gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen 50 Jahre hin zu mehr Nachhaltigkeit und Sozialbewusstsein hat unmittelbare Auswirkungen auf die unternehmerische gesellschaftliche Verantwortung und die Berichterstattung. Lag der Fokus ebendieser in der Vergangenheit auf der wirtschaftlichen Leistung eines Unternehmens, erlangte die Veröffentlichung von nicht-finanziellen Informationen einen immer größeren Stellenwert. Höhere Ansprüche der Gesellschaft an die Unternehmen sowie die Erkenntnis letzterer, dass herkömmliche betriebswirtschaftliche Instrumente zur Sicherung eines dauerhaften Erfolges allein nicht mehr ausreichen, führten zu einem steigenden Interesse hinsichtlich sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit.
Eine proaktive gesellschaftliche Verantwortungsübernahme wird mehr und mehr zu einem wichtigen Faktor des Unternehmenserfolgs. Um die Informationslage über die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren zu verbessern, setzte der deutsche Gesetzgeber mit der Verabschiedung des CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetzes im Jahr 2017 die auf europäischer Ebene entschiedene Richtlinie 2014/95/EU um. Bestimmte Unternehmen sind fortan dazu verpflichtet nicht-finanzielle Informationen in die Berichterstattung zu integrieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility
3 Grundlagen und Gesetzeslage der CSR-Berichterstattung
3.1 Grundlagen der CSR-Berichterstattung
3.2 Die EU-Richtlinie 2014/95/EU
3.3 Das deutsche CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz
3.4 Die EU-Taxonomie-Verordnung
3.5 Kritische Betrachtung aktueller Entwicklungen
4 CSR-Berichterstattung in der Praxis
4.1 CSR-Berichterstattung der DAX-Unternehmen im Jahr 2021
4.2 Analyse ausgewählter Unternehmen
4.2.1 adidas AG
4.2.2 Deutsche Börse AG
4.2.3 Deutsche Telekom AG
4.2.4 Merck KGaA
4.2.5 E.ON SE
4.2.6 Volkswagen AG
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Master-Thesis analysiert die praktische Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung (CSR) bei ausgewählten DAX-Unternehmen. Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, wie die CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetze und die EU-Taxonomie-Verordnung in der Unternehmenspraxis implementiert werden und inwiefern sich die Berichterstattung zwischen den einzelnen Unternehmen variiert.
- Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen für CSR-Berichterstattung in der EU und Deutschland.
- Untersuchung der Anforderungen und Auswirkungen der EU-Taxonomie-Verordnung.
- Qualitative Inhaltsanalyse der CSR-Berichte von sechs ausgewählten DAX-Unternehmen aus verschiedenen Branchen.
- Vergleich der Berichterstattungspraxis über den Zeitraum von 2017 bis 2021.
Auszug aus dem Buch
3 Grundlagen und Gesetzeslage der CSR-Berichterstattung
Die Information externer und interner Stakeholder ist für Unternehmen von hoher Bedeutung. Mit der Erstellung sogenannter Sozialbilanzen starteten Unternehmen in den 1970er Jahren auch nichtfinanzielle Informationen zu veröffentlichen. Seitdem nimmt die Erfüllung der gesellschaftlichen Verantwortung durch Unternehmen in Politik und Wirtschaft einen immer höheren Stellenwert ein, da Unternehmen [...] maßgeblich zur Umsetzung oder Nicht-Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung beitragen. Katastrophen, wie z. B. Atom- oder Chemieunfälle, führten zu einer gestiegenen Berichterstattung über ökologische Aspekte.
Unternehmen erkannten darüber hinaus, dass aufgrund des wachsenden Umweltbewusstseins eine CSR-Berichterstattung zu einem Wettbewerbsvorteil führen kann. Ziel dieser Berichterstattung ist die Kommunikation des Wertes, den ein Unternehmen der Gesellschaft durch bspw. verantwortungsvollen Ressourcenumgang oder kulturelles Engagement stiftet. War das CSR-Verständnis in Europa und in Deutschland anfangs noch durch Freiwilligkeit geprägt, nahm sowohl die Bedeutung als auch der Umfang der sogenannten nichtfinanziellen Berichterstattung in den letzten Jahren erheblich zu und führte zu einem CSR-Paradigmenwechsel.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der nichtfinanziellen Berichterstattung ein und definiert die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Konzepte von Nachhaltigkeit sowie die Genese und Abgrenzung des CSR-Begriffs.
3 Grundlagen und Gesetzeslage der CSR-Berichterstattung: Hier werden die regulatorischen Rahmenbedingungen, insbesondere die EU-Richtlinie, das deutsche Umsetzungsgesetz und die EU-Taxonomie, detailliert dargelegt.
4 CSR-Berichterstattung in der Praxis: Dieses Hauptkapitel analysiert die empirische Umsetzung der CSR-Berichterstattung bei sechs ausgewählten DAX-Unternehmen.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und diskutiert die künftigen Herausforderungen für die nichtfinanzielle Berichterstattung.
Schlüsselwörter
CSR-Berichterstattung, Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility, Nichtfinanzielle Erklärung, EU-Taxonomie, DAX-Unternehmen, Nachhaltige Entwicklung, regulatorische Anforderungen, qualitative Inhaltsanalyse, Stakeholder, CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz, ESG, Berichterstattungspraxis, Wesentlichkeitsanalyse, Offenlegungspflichten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der nichtfinanziellen Berichterstattung (CSR) und untersucht, wie aktuelle regulatorische Vorgaben auf EU- und nationaler Ebene von DAX-Unternehmen in der Praxis umgesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Anforderungen der CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetze, die Entwicklung der EU-Taxonomie sowie deren praktische Auswirkungen auf die Berichterstattung verschiedener DAX-Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die praktische Umsetzung der CSR-Berichterstattungspflichten zu analysieren und aufzuzeigen, wie die untersuchten Unternehmen auf die regulatorischen Anforderungen und die steigenden Transparenzerwartungen reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse von veröffentlichten Informationen der untersuchten Unternehmen, um die praktische Umsetzung der CSR-Berichterstattung detailliert zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der gesetzlichen Lage (EU-Richtlinien, deutsches Recht) und eine umfangreiche empirische Analyse der Berichterstattungspraxis bei ausgewählten DAX-Konzernen aus unterschiedlichen Branchen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind CSR-Berichterstattung, nichtfinanzielle Erklärung, EU-Taxonomie, nachhaltige Entwicklung sowie die Analyse der Berichterstattung von DAX-Unternehmen.
Wie hat sich die Bedeutung der Freiwilligkeit in der CSR-Berichterstattung gewandelt?
Während die CSR-Berichterstattung ursprünglich stark von Freiwilligkeit geprägt war, hat sie sich in den letzten Jahren aufgrund regulatorischer Verschärfungen zu einer gesetzlichen Pflicht entwickelt, was als Paradigmenwechsel bezeichnet wird.
Welche Rolle spielt die EU-Taxonomie-Verordnung in der Untersuchung?
Die EU-Taxonomie wird als zentraler Bestandteil der modernen Regulatorik behandelt, deren Zweck die Klassifizierung von Wirtschaftsaktivitäten als ökologisch nachhaltig ist, um privates Kapital in nachhaltige Investitionen zu lenken.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, CSR-Berichterstattung. Grundlagen und Umsetzung in DAX-Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1303150