Diese Arbeit behandelt die Gründung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und ihre Voraussetzungen. Doch was ist eigentlich eine Wirtschafts- und Währungsunion? Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Staaten zu einem Wirtschaftsraum. Es ist nicht von Relevanz, ob dieses Gebiet von einer einheitlichen Hoheitsgewalt gesteuert wird oder durch reine Koordination der Wirtschaftspolitiken der einzelnen Mitgliedstaaten funktioniert.
Der Begriff setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der Wirtschaftsunion und der Währungsunion. Unter einer Währungsunion ist ein einheitlicher Markt zu verstehen, in dem Personen-, Waren-, Dienstleistungen und Kapital frei verkehren können. Die Beteiligten betreiben eine gemeinsame Wirtschaftspolitik.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zeitlicher Überblick und Einordnung des Themas
- Theoretische Ansätze und Begriffserklärungen
- Die (europäische) Wirtschafts- und Währungsunion
- Die Dilemmaspiel- Situation
- Der rationale Institutionalismus
- Methode und Vorgehensweise
- Analyse
- Zeitpunkt 1 - Beginn der 70er Jahre: Die Zeit vor und während des Werner Plans
- Zeitpunkt 2: Die Zeit nach Scheitern des Werner- Plans
- Diskussion der Ergebnisse
- Antwort auf die Fragestellung und Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit analysiert die gescheiterte und schließlich erfolgreiche Gründung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, welche veränderten Bedingungen im Laufe der Zeit die Realisierung dieser Union ermöglichten.
- Der Werner Plan und seine gescheiterte Umsetzung in den 1970er Jahren
- Die Rolle des Bretton-Wood-Systems und des europäischen Währungssystems (EWS)
- Der „Delors-Bericht“ und die Rolle des Europäischen Rates in den 1980er Jahren
- Die Bedeutung der Integration der europäischen Märkte und der Liberalisierung des Kapitalverkehrs
- Die Anwendung des rationalen Institutionalismus zur Analyse der Entwicklungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ein und erläutert die Forschungsfrage. Kapitel 2 präsentiert einen zeitlichen Überblick über die Entwicklungen im Kontext der Gründung der Union, beginnend mit dem Werner Plan und dem Scheitern des Bretton-Wood-Systems. Die Entwicklungen des europäischen Währungssystems (EWS) und die Bedeutung des „Delors-Berichts“ werden ebenfalls beleuchtet.
Kapitel 3 geht auf die theoretischen Grundlagen der Analyse ein, insbesondere auf den rationalen Institutionalismus. Die Definition der Wirtschafts- und Währungsunion wird erläutert, ebenso die Konzepte des Dilemmaspiels und die Bedeutung von Institutionen für die Integrationsprozesse.
In Kapitel 5 werden die Ergebnisse der Analyse der beiden Zeitpunkte – vor und nach dem Scheitern des Werner Plans – dargestellt. Diese Analysen werden in Kapitel 6 diskutiert, und die Ergebnisse werden in Kapitel 7 hinsichtlich der Forschungsfrage interpretiert.
Schlüsselwörter
Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, Werner Plan, Bretton-Wood-System, Europäisches Währungssystem (EWS), Delors-Bericht, Rationaler Institutionalismus, Dilemmaspiel, Integration, Institutionen, Zeitliche Veränderungen, Voraussetzungen, Analyse, Entwicklungen, Zusammenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Wirtschafts- und einer Währungsunion?
Eine Wirtschaftsunion ist ein Markt mit freiem Verkehr von Personen, Waren und Kapital, während eine Währungsunion zusätzlich eine gemeinsame Währung oder unwiderruflich feste Wechselkurse beinhaltet.
Warum scheiterte der Werner-Plan in den 1970er Jahren?
Das Scheitern lag primär an den veränderten globalen Bedingungen, insbesondere dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems und den darauffolgenden wirtschaftlichen Instabilitäten.
Welche Bedeutung hatte der Delors-Bericht?
Der Delors-Bericht der späten 1980er Jahre legte den konkreten Drei-Stufen-Plan fest, der schließlich zur Realisierung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) führte.
Was ist der „rationale Institutionalismus“ in diesem Kontext?
Es ist ein theoretischer Ansatz, der erklärt, warum Staaten Institutionen schaffen, um Dilemmasituationen zu überwinden und ihre langfristigen Interessen durch Kooperation besser zu wahren.
Welche Rolle spielte die Liberalisierung des Kapitalverkehrs?
Die Liberalisierung war eine notwendige Voraussetzung für die Integration der europäischen Märkte und machte eine engere währungspolitische Zusammenarbeit unumgänglich.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Die Schaffung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Gründe für das anfängliche Scheitern und den anschließenden Erfolg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302031