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Sprechakttheorie nach John Langshaw Austin

Title: Sprechakttheorie nach John Langshaw Austin

Term Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Josephin Reichert (Author)

English Language and Literature Studies - Linguistics
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Der Begriff des Sprechaktes wurde schon immer, auch im Hinblick auf de Saussure
„nahezu als Synonym zu Sprechen, zur parole zur Verwendung (im Gegensatz also
zur Sprache, zur langue, zum System) aufgefasst und damit als sekundär bzw.
peripher angesehen […]“1 Doch ist die Grundeinheit der Kommunikation nicht, wie
allgemein angenommen das Wort oder der Satz oder das symbolische Zeichen,
sondern die Produktion eben jener im Vollzug des Sprechaktes.2 In der
Sprechakttheorie stellt „sich die grundsätzliche Frage […] nach dem, was wir tun,
wenn und indem wir sprechen, und wie wir auf diese Weise auch einen anderen
dazu bringen können, etwas zu tun (das vielleicht mit Sprache gar nichts mehr zu tun
hat).“3 Denn, „[sowohl] Reden als auch konkretes praktisches Tun sind Handlungen
[…]“4. Somit liegt die Begründung, warum Sprechakte untersucht werden darin, dass
„zu jeder sprachlichen Kommunikation sprachliche Akte gehören.“5 Wenn wir also
„davon ausgehen, dass einen Satz sagen bedeutet: eine Äußerung machen, d.h. in
einer Situation und zu einem Gegenüber etwas sagen, dann müssen wir damit
rechnen, dass jede Äußerung dazu bestimmt ist, eine Handlung zu vollziehen, dass
Sprechende mit jeder Äußerung ´´etwas tun´´.“6
Zusammenfassend kann also festgehalten werden „dass Sätze natürlicher Sprachen
nicht immer deskriptiv sind, dass sie nicht immer wahr oder falsch sind, sondern dass
es auch ganz andere Arten von Sätzen gibt- solche, mit denen man Handlungen
vollzieht.“7 Wie man diese Äußerungen nun klassifizieren und unterscheiden kann,
damit beschäftigt sich die Sprechakttheorie.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Sprechakte

2 Sprechakttheorie nach Austin

2.1 Performative Äußerungen

2.2 Von Unglücken und anderen Fällen: Gelingensbedingungen performativer Äußerungen

2.3 Konstative Äußerungen

3 Die Teile des Sprechakts

3.1 Lokution, Illokution, Perlokution – der Sprechakt und seine Teile

3.2 Klassifikation von Sprechakten nach Searle

3.3 Beschreibung der klassifizierten Typen

4 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die grundlegenden Konzepte der Sprechakttheorie von John Langshaw Austin zu erläutern und deren Weiterentwicklung durch John Searle darzustellen. Dabei steht die Untersuchung der Handlungsebene sprachlicher Äußerungen und deren systematische Klassifikation im Mittelpunkt.

  • Grundlagen der Sprechakttheorie nach Austin
  • Differenzierung zwischen performativen und konstativen Äußerungen
  • Analyse der Gelingensbedingungen von Sprechakten
  • Strukturmodell des Sprechakts (Lokution, Illokution, Perlokution)
  • Klassifikation von Sprechakten nach Searle

Auszug aus dem Buch

2.1 Performative Äußerungen

In seiner Vorlesung widerspricht Austin der weit verbreiteten Meinung, dass „ das Geschäft von „Feststellungen“ oder „Aussagen“ [einzig und allein sei], einen Sachverhalt zu „beschreiben“ oder „eine Tatsache zu behaupten“, und zwar entweder [als] zutreffend oder unzutreffend.“ Denn es gibt Aussagen, mit denen man etwas tut. D.h., „dass ich [Austin] mit ihnen nicht beschreibe, was ich tue, oder feststelle, dass ich es tue; den Satz äußern heißt: es tun.“ Als Beispiele verwendet Austin hier unter anderem „Ich taufe dieses Schiff auf den Namen ``Queen Elizabeth``“ Indem der Sprecher also diesen Satz äußert, vollzieht er gleichzeitig eine Handlung, in diesem Fall eben eine Schiffstaufe. Die oben genannte Äußerung ist also nicht deskriptiv oder als wahr oder falsch bewertbar, „das Äußern dieses Satzes ist, jedenfalls teilweise, das Vollziehen einer Handlung, die man ihrerseits gewöhnlich nicht als ``etwas sagen`` kennzeichnen würde.“

Als Bezeichnung für Äußerungen dieser Art, die „allesamt (welch ein Zufall) ganz alltägliche Verben in der ersten Person Singular des Indikativ Präsens Aktiv“ enthalten, schlägt Austin den Begriff performativ vor. Dies begründet er mit er Übersetzung von ``to perform``, etwas ``vollziehen``, was andeuten soll, „dass jemand, der eine solche Äußerung tut, damit eine Handlung vollzieht – man fasst die Äußerung gewöhnlich nicht als bloßes Sagen auf.“

Dabei unterscheidet Austin weiterhin zwischen explizit-performativen Äußerungen und implizit-performativen Äußerungen. Explizit-performativ ist z.B. „Ich rate dir, die Aktien so schnell wie möglich abzustoßen.“ Wohingegen „Ich an deiner Stelle würde die Aktien so schnell wie möglich abstoßen.“ als implizit-performativ bezeichnet wird. Hier wird der Konjunktiv verwendet, das Verb steht nicht in der ersten Person Singular des Indikativ Präsens Aktiv. Also drückt dieser Satz lediglich eine Möglichkeit aus und vollzieht somit keine Handlung, kann damit nicht als performative, handlungsvollziehende Äußerung bezeichnet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Sprechakte: Einführung in die Bedeutung des Sprechaktes als Grundeinheit der Kommunikation und Abgrenzung zu klassischen sprachwissenschaftlichen Konzepten.

2 Sprechakttheorie nach Austin: Vorstellung der theoretischen Grundlagen und Unterscheidung zwischen performativen und konstativen Äußerungen sowie der Gelingensbedingungen.

3 Die Teile des Sprechakts: Detaillierte Betrachtung der Komponenten eines Sprechakts sowie der Systematik der Klassifikation nach Searle.

4 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Relevanz der Sprechakttheorie und kritische Reflexion über die Komplexität des Themas.

Schlüsselwörter

Sprechakttheorie, John L. Austin, John Searle, Performative Äußerungen, Konstative Äußerungen, Gelingensbedingungen, Lokution, Illokution, Perlokution, Sprechakte, Sprachphilosophie, Klassifikation, Handlungsbegriff, Kommunikationswissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophischen und linguistischen Grundlagen der Sprechakttheorie, wie sie von John L. Austin begründet wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Handlungsnatur sprachlicher Äußerungen, die Bedingungen für das Gelingen dieser Akte und deren spätere Klassifikation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Konzept von Austin verständlich darzulegen und die strukturelle Zerlegung eines Sprechakts in Lokution, Illokution und Perlokution aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf den zentralen Werken von Austin und der linguistischen Weiterentwicklung durch Searle basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden performative Äußerungen, deren Gelingensbedingungen, die Aufgliederung in Teilakte und die Kategorisierung der Sprechakte durch Searle diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die performativen Äußerungen, die Illokution sowie die verschiedenen Sprechakttypen wie Repräsentiva und Kommissiva.

Was unterscheidet explizit-performative von implizit-performativen Äußerungen?

Explizit-performative Sätze nutzen das Verb in der ersten Person Singular des Indikativ Präsens, während implizit-performative Formen grammatikalische Abweichungen wie den Konjunktiv aufweisen.

Warum sind Gelingensbedingungen für Austin wichtig?

Sie definieren, wann eine Äußerungshandlung tatsächlich erfolgreich vollzogen wird und nicht als missglückt oder "Unglücksfall" eingestuft werden muss.

Wie klassifiziert Searle Sprechakte?

Searle ordnet sie in fünf Grundtypen ein: Repräsentativa, Direktiva, Kommissiva, Expressiva und Deklarativa, basierend auf deren illokutiver Absicht.

Spielen die Teilakte des Sprechakts nacheinander ab?

Nein, die Arbeit stellt klar, dass Lokution, Illokution und Perlokution unterschiedliche Aspekte ein und derselben komplexen Äußerungshandlung sind und gleichzeitig ablaufen.

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Details

Title
Sprechakttheorie nach John Langshaw Austin
College
University of Leipzig  (Anglistik)
Course
Pragmatik
Grade
2,7
Author
Josephin Reichert (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V130187
ISBN (eBook)
9783640359905
ISBN (Book)
9783640359974
Language
German
Tags
Sprechakttheorie John Langshaw Austin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josephin Reichert (Author), 2009, Sprechakttheorie nach John Langshaw Austin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130187
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