Die Arbeit setzt sich mit Kooperationen im Mittelstand auseinander. Dabei stellt sie die Frage, inwiefern Mittelstand und Startups voneinander profitieren können und ob sie überhaupt geeignete Partner für eine strategische Allianz sind.
Der Mittelstand wird als eine tragende Säule für den Erfolg der deutschen Wirtschaft angesehen. Allerdings gerät das bisherige Erfolgsmodell mittelständischer Unternehmen zunehmend in eine Krise. Es wird von der Globalisierung, der voranschreitenden Digitalisierung, dem Aufkommen disruptiver Technologien sowie den Auswirkungen des demographischen Wandels bedroht. Vor diesem Hintergrund steht der Mittelstand aktuell vor einigen Herausforderungen, welche es zu bewältigen gilt, um auch zukünftig erfolgreich am Marktgeschehen teilnehmen zu können.
Im Gegensatz dazu stehen Startups. Diese werden oft als Motor des Wandels bezeichnet. Sie fordern mit ihren neuen Ideen, Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen etablierte Unternehmen heraus. Sie treiben den Wettbewerb an und beschleunigen Veränderungen im wirtschaftlichen Geschehen. Allerdings schafft es ein hoher Anteil der Startups nicht, dauerhaft am Markt zu bestehen.
Kooperationen mit jungen Startup-Unternehmen in Form von strategischen Allianzen könnten hier einen attraktiven Handlungsweg für den Mittelstand darstellen, um somit aktuellen Herausforderungen entgegenzuwirken. Daraus könnten ebenfalls Vorteile für Startups entstehen, die sich positiv auf ihre langfristigen Überlebenschancen am Markt auswirken. Fraglich ist, ob beide Unternehmensgruppen trotz ihrer offensichtlichen Unterschiede kompatible Partner darstellen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Aktueller Forschungsstand und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Methodik und Aufbau der Arbeit
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Startups und aktuelle Herausforderungen
2.2 Mittelstand und aktuelle Herausforderungen
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Strategische Allianzen
3.2 Formen strategischer Allianzen
3.3 Resource-Based-View
3.4 Konsistenztheoretischer Ansatz
4. Mittelstand und Startups als Partner einer strategischen Allianz
4.1 Ressourcenkomplementarität
4.2 Strategischer Fit zwischen Mittelstand und Startups
4.3 Kultureller Fit zwischen Mittelstand und Startups
4.4 Diskussion
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Eignung strategischer Allianzen zwischen mittelständischen Unternehmen und Startups, um aktuellen Herausforderungen des Mittelstands wie Digitalisierungsdruck und Fachkräftemangel zu begegnen.
- Analyse der spezifischen Herausforderungen von Mittelstand und Startups
- Untersuchung von Ressourcenkomplementaritäten zur gegenseitigen Wertschöpfung
- Bewertung des strategischen und kulturellen Fits für erfolgreiche Kooperationen
- Ableitung von Handlungsempfehlungen aus einer literaturanalytischen Perspektive
Auszug aus dem Buch
Digitalisierung der Geschäftsmodelle
Eine aktuelle Expertenbefragung des Bonner Instituts für Mittelstandforschung kommt zum eindeutigen Fazit, dass die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle unter besonderer Berücksichtigung der Digitalisierung eine notwendige Bedingung für den Erhalt der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit im Mittelstand darstellt.104
Jedoch befand sich 2016 noch rund ein Drittel des Mittelstands in den Grundzügen der Digitalisierung. Bei diesen Unternehmen waren grundlegende digitale Anwendungen, wie eine ERP-Software, eine eigene Webseite und der Internetzugang für Angestellte unterdurchschnittlich vorhanden. Etwa die Hälfte der mittelständischen Unternehmen wies einen mittleren digitalen Reifegrad auf. So werteten beispielsweise lediglich rund 23 Prozent dieser Unternehmen systematisch große Datenmengen aus und setzten bereits eine oder mehrere Anwendungen für die digitale Vernetzung von Informationen und Kommunikation ein. Die Autoren der Studie konstatieren, dass viele der digitalen Potentiale für das Gros der mittelständischen Unternehmen noch nicht vollständig ausgeschöpft wurden. Zu den digitalen Vorreitern konnten lediglich 19 Prozent des Mittelstands gezählt werden.105
Die strategische Bedeutung der Digitalisierung ist im deutschen Mittelstand bereits angekommen. Betrachtet man allerdings die Einbindung der Digitalisierung in die eigene Unternehmensstrategie wird deutlich, dass nur circa 16 Prozent der KMU diese in hohem Maße berücksichtigen.106 Dies offenbart, dass viele Unternehmen die Relevanz neuartiger digitaler Konkurrenzangebote und veränderter Kundenbedürfnisse aufgrund eines mangelnden Verständnisses unterschätzen.107 Digitale Strategien werden wiederum als Grundlage für die Erschließung digitaler Potentiale, den Ausbau digitaler Marktzugänge und die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen angesehen.108
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition der Problemstellung, des Forschungsstandes sowie der wissenschaftlichen Methodik der Arbeit.
2. Konzeptionelle Grundlagen: Definition und Abgrenzung der Unternehmensgruppen Startups und Mittelstand inklusive ihrer spezifischen Herausforderungen.
3. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Theorien strategischer Allianzen sowie Resource-Based-View und konsistenztheoretischer Ansätze.
4. Mittelstand und Startups als Partner einer strategischen Allianz: Analyse der Ressourcenkomplementarität sowie des strategischen und kulturellen Eignungsgrades zwischen den beiden Unternehmensgruppen.
5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfragen zur Eignung von Allianzen als Strategie zur Überwindung wirtschaftlicher Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Mittelstand, Startups, Strategische Allianzen, Digitalisierung, Fachkräftemangel, Ressourcenkomplementarität, Resource-Based-View, Innovationsfähigkeit, Unternehmenskultur, Wissensaustausch, Unternehmenskooperation, Transformation, Geschäftsentwicklung, Management, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit analysiert die Zusammenarbeit zwischen mittelständischen Unternehmen und Startups in Form von strategischen Allianzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen Digitalisierung, Innovationsmanagement, Rekrutierung von Fachkräften und die theoretischen Grundlagen interorganisationaler Kooperationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob strategische Allianzen als geeignetes Instrument dienen, um spezifische Herausforderungen wie den Fachkräftemangel und den Druck zur digitalen Transformation im Mittelstand zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Die Autorin oder der Autor verwendet die Methodik der Literaturanalyse, basierend auf einer umfassenden Recherche wissenschaftlicher Quellen, Journals und Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Identifikation komplementärer Ressourcen und der Analyse des strategischen sowie kulturellen Fits zwischen den beiden ungleichen Partnern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Mittelstand, Startups, Strategische Allianzen, Ressourcenkomplementarität und Innovationsmanagement.
Wie unterscheidet sich die strategische Grundorientierung von Startups und Mittelstand?
Während der Mittelstand oft langfristige Stabilität und Kontinuität anstrebt, fokussieren viele Startups auf exponentielles Wachstum und die schnelle Skalierbarkeit ihrer Geschäftsmodelle.
Warum spielt der kulturelle Fit eine so entscheidende Rolle bei Kooperationen?
Ein kultureller Fit ist wichtig, da er den Implementierungsprozess der Kooperation erleichtert, die Kommunikation verbessert und potenzielle zwischenbetriebliche Konflikte aufgrund ungleicher Werte oder Führungsstile minimieren kann.
- Quote paper
- Jose Klunker Sevillano (Author), 2021, Kooperationen zwischen Mittelstand und Startups. Geeignete Partner für die Bildung strategischer Allianzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1299327