Der landwirtschaftliche Sektor während des Nationalsozialismus, fristete in der historischen Forschung lange ein Schattendasein. Erst nach dem Erscheinen von Farquharsons Standardwerk „The Plough an the Swastika“ setzte eine intensivere Auseinander-setzung mit dem Erkenntnisobjekt „Landwirtschaft im Nationalsozialismus“ ein. Dennoch blieben Untersuchungen mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt bisher die Ausnahme. Die vorliegende Arbeit nimmt sich daher dieser Forschungslücke an, indem sie die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der zentralen agrarpolitischen Maßnahmen des „Reichsnährstandes“ auf die Agrarbetriebe untersucht. Dafür muss auch die Institution "Reichsnährstand" sowie die Vorgeschichte ihrer Entstehung beleuchtetet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitende Bemerkungen
- 1. Einflussnahme der NSDAP im landwirtschaftlichen Sektor bis 1933
- 1.1 Erste Erfolge in landwirtschaftlich geprägten Regionen
- 1.2 Ausbau des agrarpolitischen Apparats der NSDAP
- 2. Die Konstituierung des Reichsnährstandes im Jahr 1933
- 2.1 Aufbau und Gliederung
- 2.2 Kompetenzen und Zielsetzungen
- 3. Agrarpolitische Maßnahmen des Reichsnährstandes
- 3.1 Das „Reichserbhofgesetz"
- 3.2 Gestaltung der „Marktordnung“
- 3.3 Durchführung der „,Erzeugungsschlachten"
- 4. Betriebswirtschaftliche Folgen der Agrarpolitik
- 4.1 Erlös- versus Gewinnentwicklung
- 4.2 Begrenzung der Finanzierungsmöglichkeiten
- 4.3 Einschränkung der Unternehmensführung
- Resümee
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit den betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der agrarpolitischen Maßnahmen des Reichsnährstandes auf die Agrarbetriebe im Zeitraum bis 1939. Sie beleuchtet die Entstehung und Entwicklung des Reichsnährstandes als berufsständische Vertretung der Landwirtschaft im Nationalsozialismus und analysiert die Auswirkungen seiner Maßnahmen auf die Erlös- und Gewinnentwicklung, die Finanzierungsmöglichkeiten und die Unternehmensführung der landwirtschaftlichen Betriebe.
- Die Entstehung und Entwicklung des Reichsnährstandes
- Die agrarpolitischen Maßnahmen des Reichsnährstandes
- Die betriebswirtschaftlichen Folgen der Agrarpolitik
- Die Rolle des Reichsnährstandes im nationalsozialistischen Herrschaftssystem
- Die Bedeutung der Landwirtschaft für die nationalsozialistische Ideologie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Bedeutung der Landwirtschaft im Nationalsozialismus und die Forschungsgeschichte zum Thema beleuchtet. Anschließend wird die wachsende Einflussnahme der NSDAP im landwirtschaftlichen Sektor bis 1933 dargestellt, wobei die ersten Erfolge der NSDAP in landwirtschaftlich geprägten Regionen und der Ausbau des agrarpolitischen Apparats der NSDAP unter Richard Walther Darré im Fokus stehen. Im nächsten Kapitel wird die Konstituierung des Reichsnährstandes im Jahr 1933 behandelt, einschließlich seiner Aufbau- und Gliederungsstruktur sowie seiner Kompetenzen und Zielsetzungen. Das dritte Kapitel widmet sich den agrarpolitischen Maßnahmen des Reichsnährstandes, darunter das „Reichserbhofgesetz“, die Gestaltung der „Marktordnung“ und die Durchführung der „Erzeugungsschlachten“. Das vierte Kapitel analysiert die betriebswirtschaftlichen Folgen der Agrarpolitik, insbesondere die Erlös- und Gewinnentwicklung, die Begrenzung der Finanzierungsmöglichkeiten und die Einschränkung der Unternehmensführung der Agrarbetriebe. Die Arbeit endet mit einem Resümee, das die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Reichsnährstand, die nationalsozialistische Agrarpolitik, die betriebswirtschaftlichen Folgen der Agrarpolitik, die Erlös- und Gewinnentwicklung, die Finanzierungsmöglichkeiten, die Unternehmensführung, die „Marktordnung“, das „Reichserbhofgesetz“, die „Erzeugungsschlachten“, die Rassenideologie und die Bedeutung der Landwirtschaft für die nationalsozialistische Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Reichsnährstand?
Der Reichsnährstand war eine im Jahr 1933 gegründete berufsständische Organisation im Nationalsozialismus, die die gesamte Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft zentral steuerte.
Was regelte das Reichserbhofgesetz?
Es sollte den Bauernstand als "Blutquell der deutschen Nation" sichern, indem es Höfe unteilbar machte und sie vor Verschuldung schützen sollte, faktisch aber die wirtschaftliche Freiheit der Bauern stark einschränkte.
Was versteht man unter den "Erzeugungsschlachten"?
Dies waren staatlich gelenkte Kampagnen zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion, um Deutschland im Rahmen der Autarkiepolitik unabhängig von Importen zu machen.
Welche betriebswirtschaftlichen Folgen hatte die NS-Agrarpolitik?
Die Maßnahmen führten zu einer Begrenzung der Finanzierungsmöglichkeiten, einer Einschränkung der freien Unternehmensführung und einer staatlich diktierten Marktordnung.
Wer war die treibende Kraft hinter dem Reichsnährstand?
Richard Walther Darré war die zentrale Figur, die den agrarpolitischen Apparat der NSDAP ausbaute und die Ideologie von "Blut und Boden" vertrat.
- Quote paper
- Markus Köhlerschmidt (Author), 2004, Landwirtschaft im Nationalsozialismus: Der Reichsnährstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129812