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Einführung in die Grundlagen von Niklas Luhmanns Systemtheorie

Title: Einführung in die Grundlagen von Niklas Luhmanns Systemtheorie

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Fedor Singer (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Die vorliegende Hausarbeit erklärt die wesentlichen Grundzüge von Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. Hauptsächliche Fragestellungen sind: Was ist ein soziales System, wie steht es in der Welt und wie funktioniert es? Schwerpunkt der Analyse bildet das Werk "Die Gesellschaft der Gesellschaft".

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Luhmanns wissenschaftliche Ausgangsposition und ihre Stellung zu anderen soziologischen Traditionen

3. Sinn

4. Die System – Umwelt - Differenz als Leitunterscheidung für Luhmanns Systemtheorie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit bietet einen systematischen Überblick über die zentralen Grundzüge der Theorie sozialer Systeme von Niklas Luhmann, basierend auf seinem Hauptwerk "Die Gesellschaft der Gesellschaft". Das primäre Ziel ist die Herausarbeitung der systemtheoretischen Perspektive, die sich durch die Abkehr vom alten humanistischen Subjekt-Objekt-Schema und die Einführung der "System-Umwelt-Differenz" auszeichnet.

  • Systemtheoretische Grundlagen nach Niklas Luhmann
  • Abgrenzung zu klassischen soziologischen Traditionen (Weber, Durkheim, Parsons)
  • Der Begriff des Sinns als autopoietische Operationsweise
  • Die System-Umwelt-Differenz als epistemologische Leitunterscheidung
  • Kritik am handlungstheoretischen Paradigma

Auszug aus dem Buch

3. Sinn

Der Sinn ist eine entscheidende Größe sozialer Systeme. Weder die Gesellschaft noch ihre Beschreibung kann „überschreiten [...] was als Sinn immer schon vorausgesetzt sein muß.“ (1997, S.44) Alle gesellschaftlichen Operationen brauchen Sinn. Luhmanns Sinnbegriff bezeichnet „die Einheit der Differenz von Aktualität und Possibilität des in Sinnsystemen als autopoietischen Systemen möglichen sinnhaften Erlebens und Handelns.“ (42) Gemeint ist also nicht der höhere Sinn, oder ein Qualitätsurteil wie etwa mehr oder weniger sinnvoll. Der Sinn geht auf keinen besonderen Ursprung, eine Schöpfung, eine (platonische) Idee oder eine „von der Realität des faktischen Erlebens und Kommunizierens abgehobene Idealität“ (1997, S.44) zurück, sondern er ist „ein Produkt der [gesellschaftlichen] Operationen, die Sinn benutzen.“(1997, S.44) Das Gedächtnis „führt nicht zurück zum eigentlichen [...] Sinn des Seienden [...] den Ideen, sondern [...] konstruiert Strukturen nur für momentanen Gebrauch zur Bewahrung von Selektivität [...]“(1997, S.44) Es gibt ihn nur im Moment der Operation selbst. Das Verhältnis zwischen Sinn und Systemoperation ist eine Wechelwirkung: der Sinn ist Voraussetzung für die Operationen des Systems und wird von ihnen erzeugt. Dies ist kein Widerspruch, „im Gegenteil: die Eigenart des Mediums Sinn ist ein notwendiges Korrelat der operativen Schließung von erkennenden Systemen.“ (1997,S.44)

Die Operationen in sozialen Systemen dienen der Beobachtung, die das System selbst von seiner Umwelt unterscheiden. Unterschieden werden nicht zwei voneinander abgegrenzte Objekte, sondern Innenseite und Außenseite einer Form. Lebende Systeme „schaffen für ihre Zellen eine Sonderwelt [...] nämlich Organismen“ (1997, S.45) und haben dadurch eine räumliche Grenze, die bei sinn operierenden Systemen, also psychischen und sozialen, wegfällt. Die Operationen psychischer und sozialer Systeme dienen der Beobachtung und machen es dem System möglich, sich von seiner Umwelt zu unterscheiden. Da „die Operation nur im System stattfinden kann“ (1997, S.45) handelt es sich genauer gesagt um eine Unterscheidung zwischen „Selbstreferenz und Fremdreferenz“ (1997, S.45) Grenzen sinnhafter Systeme sind keine bloße „materiellen Artefakte, sondern Formen mit zwei Seiten.“ (1997, S.45)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein und umreißt die methodische Grundlage sowie die Fragestellung der Untersuchung von Luhmanns Werk.

2. Luhmanns wissenschaftliche Ausgangsposition und ihre Stellung zu anderen soziologischen Traditionen: Das Kapitel analysiert Luhmanns Abkehr vom klassischen Subjekt-Objekt-Verständnis und seine kritische Distanz zu Denkern wie Weber, Durkheim und Habermas.

3. Sinn: Hier wird der Sinn als zentrales Medium sozialer Systeme definiert, das nicht als transzendentale Größe, sondern als autopoietisches Produkt der Systemoperationen verstanden wird.

4. Die System – Umwelt - Differenz als Leitunterscheidung für Luhmanns Systemtheorie: Dieser Abschnitt erläutert die systemtheoretische Kernlogik, bei der die Differenzierung von System und Umwelt zur primären Operationsbedingung für soziale Kommunikation wird.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, Systemtheorie, Soziale Systeme, Gesellschaftstheorie, Autopoiese, Sinn, System-Umwelt-Differenz, Selbstreferenz, Fremdreferenz, Kommunikation, Beobachtung, Kontingenz, Komplexität, Operative Schließung, Differenzierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Grundlagen der Systemtheorie von Niklas Luhmann, basierend auf seinem zentralen Werk "Die Gesellschaft der Gesellschaft".

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Begriffe Sinn, Autopoiese, die System-Umwelt-Differenz und eine kritische Auseinandersetzung mit klassischen soziologischen Traditionen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Luhmanns Systemtheorie als eine Theorie zu präsentieren, die traditionelle Vorstellungen von Gesellschaft und Individuum radikal durch systemtheoretische Kategorien ersetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die textanalytische Aufarbeitung des Primärwerks von Niklas Luhmann und deren theoretische Einordnung im soziologischen Diskurs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die methodische Ausgangsposition Luhmanns, die Funktion des Sinns in sozialen Systemen sowie die fundamentale Rolle der System-Umwelt-Differenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Systemtheorie, Autopoiese, Sinn, Selbstreferenz, Kommunikation und System-Umwelt-Differenz.

Wie grenzt sich Luhmann in dieser Arbeit von Jürgen Habermas ab?

Luhmann lehnt den handlungstheoretischen und humanistischen Ansatz von Habermas ab, da für ihn nicht handelnde Menschen, sondern die Kommunikation als autopoietische Operation das soziale System konstituiert.

Welche Bedeutung hat der Begriff der "Beobachtung zweiter Ordnung" bei Luhmann?

Die Beobachtung zweiter Ordnung beschreibt, dass ein Beobachter nicht nur beobachtet, sondern auch die Art und Weise reflektiert, wie andere Beobachter die Welt unterscheiden, was ein zentrales Paradoxon der Systemtheorie darstellt.

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Details

Title
Einführung in die Grundlagen von Niklas Luhmanns Systemtheorie
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Course
Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft
Grade
1,0
Author
Fedor Singer (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V129591
ISBN (eBook)
9783640360444
ISBN (Book)
9783640360192
Language
German
Tags
Einführung Grundlagen Niklas Luhmanns Systemtheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fedor Singer (Author), 2005, Einführung in die Grundlagen von Niklas Luhmanns Systemtheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129591
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