Günther Jacob erarbeitet in seinem Diskurs „Was ist ein Protestsong?“ den Gedanken, dass ein kollektives Phantasma nötig ist, damit im Hörer „...die Illusion von realer Anwe-senheit solcher Verfassungen [z.B. einer depressiven Gemütsverfassung] und [politischer] Haltungen produziert [wird]. Dieses Phantasma lässt sich im Prinzip ebenso ein- und aus-schalten, wie man eine „depressive“ gegen eine „radikale“ CD austauschen kann.“2 Diese Auffassung würde bedeuten, dass die Wahrnehmung eines Stückes als Protestsong, nur dadurch möglich ist, dass der Mensch, ausgelöst durch die Musik, sich Phantasmen erstellt.
Der Mensch interpretiert demnach eine Haltung in die Musik hinein, ohne dass die Musiksie selber leistet.
Inhaltsverzeichnis
- Das Ereignis „Rock gegen Rechts“
- Das Vorbild für „Rock gegen Rechts“
- Entstehung des Festivals
- Konsequenzen
- Wie kann Rock „gegen Rechts“ sein?
- Ist Protestmusik nur eine Einbildung?
- Autonomie von Musik
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert das Festival „Rock gegen Rechts“ im Jahr 1979 in Frankfurt am Main. Ziel ist es, die politische Haltung linker Rockmusik am Beispiel dieser Veranstaltung zu untersuchen und zu beleuchten, inwieweit Rockmusik als Instrument des politischen Protests eingesetzt werden kann.
- Die Entstehung und Entwicklung des Festivals „Rock gegen Rechts“
- Die Rolle von Rockmusik im Kampf gegen Rechtsradikalismus
- Die Frage nach der Autonomie von Musik und ihrer politischen Bedeutung
- Die Möglichkeiten und Grenzen von Protestmusik
- Die Bedeutung des kulturellen Umfelds für die Interpretation von Musik
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Entstehung des Festivals „Rock gegen Rechts“ im Jahr 1979. Es wird die Inspiration durch die britische Kampagne „Rock Against Racism“ sowie die konkreten Umstände in Frankfurt am Main, die zur Organisation des Festivals führten, dargestellt. Die Zusammenarbeit verschiedener politischer Gruppen und die Bedeutung des Festivals für die Entwicklung der deutschen Rockmusikszene werden ebenfalls behandelt.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, ob Rockmusik überhaupt eine politische Haltung einnehmen kann. Es wird die These von Günther Jacob diskutiert, dass die Wahrnehmung von Protestmusik durch Phantasmen und den kulturellen Kontext geprägt ist. Die Bedeutung der Autonomie von Musik und die Notwendigkeit, dass Musik nicht als Ersatz für politisches Handeln betrachtet werden sollte, werden hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen „Rock gegen Rechts“, linke Rockmusik, politische Haltung, Protestmusik, Autonomie von Musik, kulturelles Umfeld, Rechtsradikalismus, Deutschlandtreffen der NPD, Frankfurt am Main, 1979.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Ereignis „Rock gegen Rechts“ 1979?
Es war ein Festival in Frankfurt am Main, das als Reaktion auf das Deutschlandtreffen der NPD organisiert wurde und sich gegen Rechtsradikalismus richtete.
Welche Rolle spielt die Autonomie der Musik beim politischen Protest?
Die Arbeit diskutiert, ob Musik eine eigenständige politische Haltung besitzt oder ob diese erst durch den Hörer und das kulturelle Umfeld hineininterpretiert wird.
Was ist ein „Protestsong“ laut Günther Jacob?
Jacob vertritt die These, dass ein Protestsong ein kollektives Phantasma benötigt, das im Hörer die Illusion einer politischen Haltung produziert.
Was war das Vorbild für das deutsche „Rock gegen Rechts“?
Die Inspiration stammte maßgeblich von der britischen Kampagne „Rock Against Racism“.
Kann Rockmusik politisches Handeln ersetzen?
Die Untersuchung betont, dass Musik zwar ein Instrument des Protests sein kann, aber nicht als vollständiger Ersatz für konkretes politisches Handeln betrachtet werden sollte.
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- Anonym (Author), 2002, Existiert politische Haltung in linker Rockmusik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129543