Biografiearbeit gewinnt in den Einrichtungen der stationären Altenpflege immer mehr an Bedeutung. Der demographische Wandel und die Zunahme der Demenzerkrankten macht eine biografieorientierte Arbeit mit dem alten Menschen, welche persönlichkeitsfördernd und akzeptierend sein muß, unerläßlich.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangslage
2. Biografiearbeit in der Altenpflege
2.1. Grundlagen
2.1.1. Was ist Biografie?
2.1.2. Was ist Biografiearbeit
3. Problemlage
4. Theoretischer Begründungszusammenhang
4.1 Antonovsky`s Modell der Salutogenese
4.2. Aktionforschung -Kurt Lewin-
5. Ziele der Studie
6. Forschungsdesign
7. Fragebogenerhebung
7.1. Konstruktion des Fragebogens
7.2. Die Frageformulierung
7.3. Der Pretest
7.4. Auswahl der Stichprobe
7.5. Information der Mitarbeiter
7.6. Ausgabe und Rücklauf
7.7. Datenaufbereitung
7.8. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
8. Dokumentenanalyse
8.1. Auswahl der Dokumente
8.2. Kriterien der Dokumentenanalyse
8.3. Datenaufbereitung
8.4. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
9. Fragebogenerhebung und Dokumentenanalyse - ein Vergleich -
10. Empfehlung und Fazit
10.1 Ableitung von Verbesserungspotentialen
10.2. Integration der Ergebnisse in die Arbeit der Projektgruppe
10.3. Kritische Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Qualität der Biografiearbeit in einer stationären Altenpflegeeinrichtung durch die Optimierung des Biografiebogens zu verbessern und eine höhere Akzeptanz bei den Mitarbeitern zu erreichen. Die Forschungsfrage untersucht hierbei den Stellenwert des aktuell verwendeten Bogens bei Pflegefachkräften, deren Hintergrundwissen sowie konkrete Verbesserungspotenziale.
- Analyse des aktuellen Stellenwerts der Biografiearbeit in der stationären Pflege.
- Untersuchung der Mitarbeiterakzeptanz gegenüber bestehenden Biografiebögen.
- Methodische Triangulation durch Fragebogenerhebung und Dokumentenanalyse.
- Ableitung praxisnaher Verbesserungsvorschläge zur Biografie-Dokumentation.
- Förderung der Mitarbeiterpartizipation zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit.
Auszug aus dem Buch
1. Ausgangslage
Biografiearbeit gewinnt in den Einrichtungen der stationären Altenpflege immer mehr an Bedeutung. Der demographische Wandel und die Zunahme der Demenzerkrankten macht eine biografieorientierte Arbeit mit dem alten Menschen, welche persönlichkeitsfördernd- und -akzeptierend sein muß, unerläßlich.
Folgt man Kitwood´s personen-zentrierten Ansatz, ist die Hauptaufgabe der Demenzpflege „...der Erhalt des Personseins...“(Kitwood 2005, 125). Nach Kitwood ist Identität eines der fünf großen Bedürfnisse, die bei allen Menschen vorhanden sind und die es zu erfüllen gilt. Um Identität zu erhalten, ist es von essentieller Bedeutung, „ ...einigermaßen detailliert über die Lebensgeschichte einer Person Bescheid zu wissen...“ (Kitwood 2005, 125). Nur unter dieser Voraussetzung wird es möglich, mit dem alten Menschen in Interaktion zu treten.
Bei jeder Form von Interaktion geht es aber nicht nur um die Kontaktaufnahme mit dem Klienten, sondern ausschlaggebend ist die richtige Deutung gesendeter Signale. Werden die vom Bewohner gesendeten Signale in ihrer Bedeutung erfaßt, stärkt dies die Identität und zieht auch auf anderen Ebenen, wie beispielsweise dem Erhalt von Fähigkeiten, positive Effekte nach sich.
Ermöglicht wird die richtige Deutung gesendeter Signale nur durch möglichst umfangreiches Biografiewissen, welches durch Biografiearbeit gewonnen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangslage: Die Notwendigkeit einer biografieorientierten Pflege zur Identitätssicherung wird unter Rückgriff auf das personen-zentrierte Modell von Kitwood begründet.
2. Biografiearbeit in der Altenpflege: Grundlagenbegriffe wie Lebenslauf und Biografie werden definiert und die Bedeutung der Biografiearbeit als Erinnerungsarbeit hervorgehoben.
3. Problemlage: Es wird kritisch hinterfragt, ob die derzeit verwendeten Biografiebögen tatsächlich der Identitätssicherung dienen oder lediglich als formale Dokumentationshülse fungieren.
4. Theoretischer Begründungszusammenhang: Die Studie stützt sich auf das Salutogenese-Modell von Antonovsky und das Konzept der Aktionsforschung von Kurt Lewin zur Förderung von Mitarbeiterpartizipation.
5. Ziele der Studie: Die zentralen Ziele umfassen die Identifikation von Verbesserungspotenzialen und die Untersuchung der Akzeptanz des aktuellen Biografiebogens.
6. Forschungsdesign: Die methodische Vorgehensweise wird als quantitative Querschnittstudie mit anschließender Triangulation durch eine Dokumentenanalyse skizziert.
7. Fragebogenerhebung: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Konstruktion, Durchführung und Auswertung der Mitarbeiterbefragung.
8. Dokumentenanalyse: Es folgt die quantitative Inhaltsanalyse realer Biografiebögen, um die Lücke zwischen subjektiver Einschätzung und praktischer Umsetzung zu belegen.
9. Fragebogenerhebung und Dokumentenanalyse - ein Vergleich -: Die Ergebnisse beider Methoden werden gegenübergestellt, wobei Diskrepanzen durch soziale Erwünschtheit in der Befragung verdeutlicht werden.
10. Empfehlung und Fazit: Die Arbeit schließt mit konkreten Empfehlungen zur Prozessoptimierung und reflektiert kritisch den Forschungsprozess sowie die erzielten Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Biografiearbeit, Altenpflege, Biografiebogen, Identität, Person-zentrierter Ansatz, Salutogenese, Aktionsforschung, Mitarbeiterpartizipation, Pflegeprozessplanung, Demenz, Dokumentenanalyse, Fragebogenerhebung, Arbeitszufriedenheit, Triangulation, Qualitätsverbesserung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Stellenwert und die praktische Anwendung von Biografiebögen in einer stationären Altenpflegeeinrichtung in Münster, um die Qualität der Biografiearbeit zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen Biografiearbeit, die Bedeutung von Identität in der Pflege, das salutogenetische Modell nach Antonovsky sowie partizipative Methoden der Organisationsentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel besteht darin, Verbesserungspotenziale für Biografiebögen aufzudecken und eine höhere Akzeptanz und Nutzbarkeit dieser Instrumente in der täglichen Pflegepraxis zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin nutzt einen methodischen Mix (Triangulation), bestehend aus einer quantitativen Fragebogenerhebung bei Pflegefachkräften und einer quantitativen Dokumentenanalyse ausgefüllter Biografiebögen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung, der detaillierten Beschreibung des Forschungsdesigns, der Durchführung der Befragung und der anschließenden Analyse der Dokumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Studie?
Kernbegriffe sind Biografiearbeit, Biografiebogen, Mitarbeiterpartizipation, Salutogenese, Identität und Pflegequalität.
Warum wird zwischen Fragebogenerhebung und Dokumentenanalyse verglichen?
Der Vergleich dient dazu, Diskrepanzen zwischen der subjektiven Einstellung der Mitarbeiter (soziale Erwünschtheit) und dem tatsächlichen Verhalten bei der Dokumentationsarbeit aufzudecken.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Biografiebögen?
Die Autorin stellt fest, dass die Bögen oft nur oberflächlich ausgefüllt werden und ein systematisches Konzept zur biografischen Begleitung der Bewohner fehlt, weshalb eine grundlegende Modifizierung unter Einbeziehung der Mitarbeiter notwendig ist.
- Quote paper
- Dipl. Pflegewirtin Beate Schlüter-Rickert (Author), 2007, Biografiearbeit in der stationären Altenpflege. Planung, Durchführung und Auswertung einer Mitarbeiterbefragung und Dokumentenanalyse zum Biografiebogen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129451