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Die französische Vichy-Regierung in Sigmaringen

Fernand de Brinons und Jean Luchaires Regierungstätigkeit innerhalb der „Commission gouvernementale française pour la défense des intérêts nationaux“

Title: Die französische Vichy-Regierung in Sigmaringen

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 17 Pages , Grade: 2,25

Autor:in: Silke Böhm (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Nachdem die Landung in der Normandie, die am 06. Juni 1944 begonnen hatte, die militärische Lage zu Gunsten der Alliierten dahingehend verändert hatte, dass sich die Deutschen samt der mit ihnen kollaborierenden Franzosen durch das schnelle Vordringen der Alliierten zum Rückzug gezwungen sahen, war das Ende der Vichy-Regierung besiegelt. Die Deutschen gingen allerdings davon aus, dass die Räumung Frankreichs nicht dauerhaft sei und wollten deshalb unter allen Umständen die Fiktion einer französischen Regierung aufrechterhalten, was angesichts der Tatsache, dass sowohl Staatspräsident Philippe Pétain als auch Ministerpräsident Pierre Laval auf Grund ihrer Zwangsverlegung nach Belfort, dem provisorischen Sitz der französischen Regierung vor seiner Verlegung nach Sigmaringen, einerseits zwar jegliche Regierungstätigkeit einstellten und sich als Gefangene der Deutschen ansahen, sich aber andererseits gleichzeitig weigerten, von ihren Ämtern zu demissionieren, um den Deutschen die Einsetzung einer neuen französischen Regierung unmöglich zu machen. Aus dieser Situation heraus entwickelte sich die Bereitschaft der Deutschen nun mit den Pariser Ultras zu kollaborieren, welche sich in den Gesprächen zwischen Reichsaußenminister von Ribbentrop und den Hauptvertretern der Pariser Ultras im Schloss Steinort Ende August 1944 manifestierte. Eine Woche lang wurde dort über die Bildung einer Ersatzregierung debattiert, wobei die Wahl als deren Vorsitzenden zuerst auf Jacques Doriot fiel, von der Ribbentrop allerdings aus verschiedenen Gründen wieder weichen musste und stattdessen Fernand de Brinon mit der Gründung einer provisorischen Regierungskommission betraute, die auf eine Regierung Doriot hinarbeiten sollte. In dieser Arbeit soll auf die Regierungstätigkeit der Sigmaringer Kommission eingegangen werden, allerdings nur im Hinblick auf zwei ihrer Regierungsmitglieder, nämlich Fernand de Brinon, dem Vorsitzenden der Kommission, und Jean Luchaire, dem Verantwortlichen für Information und Propaganda. Eine Behandlung der weiteren Regierungsmitglieder ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Die Wahl der beiden Regierungsmitglieder fiel auf Fernand de Brinon und Jean Luchaire, da sie verglichen mit Marcel Déat, Joseph Darnand und Eugène Bridoux das größte Ausmaß an Regierungstätigkeit aufwiesen.

(Fußnoten werden hier aus Platzgründen nicht angezeigt!!!)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Fernand de Brinon

3.) De Brinons Regierungskommission versus Doriots Befreiungskomitee

4.) Jean Luchaire

5.) Die Tageszeitung „La France“

6.) Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die Regierungstätigkeit der französischen Exil-Regierungskommission in Sigmaringen in der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Rollen von Fernand de Brinon als Vorsitzendem und Jean Luchaire als Propagandachef sowie der internen Machtkämpfe mit dem Doriot-Befreiungskomitee.

  • Die Entstehung und der rechtliche Status der Exilregierungskommission
  • Die Propagandatätigkeit und Instrumentalisierung der Exilfranzosen
  • Der Machtkampf zwischen de Brinon und Jacques Doriot
  • Die Rolle von Jean Luchaire und der Zeitung „La France“ als Propagandawerkzeuge

Auszug aus dem Buch

4.) Jean Luchaire

Die Arbeit der Regierungskommission stützte sich im wesentlichen auf eine aktive Propagandatätigkeit, von der man sich erhoffte, dass sie zu einer Verbesserung der Position und des Ansehens der Regierungskommission führen werde. Mit dem Posten als Delegierten für Information und Propaganda wurde der Präsident der Pressekorporation Jean Luchaire betraut, welcher als das einzig wirklich arbeitende Mitglied der Regierungskommission betrachtet werden kann. Im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern der Regierungskommission war er auch der einzige, der keinen Rang als Minister oder Staatssekretär innehatte. Obwohl er erst am 06. September 1944 offiziell zum Beauftragten für Information und Propaganda ernannt wurde, machte sich Jean Luchaire schon während seiner kurzen Aufenthalte in Saint-Dié und in Baden-Baden Ende August bis Anfang September 1944 daran, in großem Ausmaß Personal für seine ihm aufgetragene Mission, nämlich die Herausgabe einer Tageszeitung und die Einrichtung eines Radiosenders, zu rekrutieren.

Laut Satzung der Regierungskommission umfasste Luchaires Tätigkeitsbereich sogar den gesamten Informations- und Propagandabereich, den er zu leiten und zu organisieren hatte: „Jean Luchaire, en tant que commissaire général, est chargé d’organiser et de diriger les services d’information et de propagande, agence, presse, radio, éditions.“ In Sigmaringen beschäftigte er letztendlich über 200 Personen, von denen ungefähr die Hälfte für die Tageszeitung „La France“ tätig waren und die andere Hälfte für den täglich neunzig Minuten ausstrahlenden Radiosender „Ici la France“. Luchaire selbst bemerkte in seinem Prozess, dass bei seinem Radiosender zwar neunzig Personen beschäftigt worden waren, jedoch zehn Angestellte ausgereicht hätten.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die militärische Situation nach dem D-Day und die daraus resultierende Notwendigkeit der Deutschen, eine französische Exilregierung in Sigmaringen als Fiktion aufrechtzuerhalten.

2.) Fernand de Brinon: Dieses Kapitel analysiert die Rolle von de Brinon als Vorsitzendem der Regierungskommission und seine ständigen Bemühungen, die Kompetenzen seiner Delegation trotz fehlender Anerkennung durch Pétain auszuweiten.

3.) De Brinons Regierungskommission versus Doriots Befreiungskomitee: Es werden die internen Rivalitäten mit Jacques Doriot und dessen Befreiungskomitee sowie der Einfluss der deutschen Besatzungspolitik auf die Stabilität der Kommission thematisiert.

4.) Jean Luchaire: Das Kapitel widmet sich der Arbeit des Propagandabeauftragten Jean Luchaire, der trotz administrativer Schwierigkeiten und deutscher Zensur einen umfassenden Medienapparat aufbaute.

5.) Die Tageszeitung „La France“: Hier wird die Gründung, Zielsetzung und Funktion der Tageszeitung „La France“ als zentrales Propagandainstrument gegenüber den in Deutschland befindlichen Franzosen beschrieben.

6.) Schlussbetrachtung: Das Kapitel zieht ein Fazit über die Bedeutungslosigkeit der Sigmaringer Regierung und den politischen Untergang ihrer Akteure am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Schlüsselwörter

Sigmaringen, Vichy-Regierung, Fernand de Brinon, Jean Luchaire, Kollaboration, Propagandatätigkeit, Jacques Doriot, Exilregierung, La France, Zweiter Weltkrieg, Besatzungszeit, Philippe Pétain, Nationalsozialismus, Frankreich, Exil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Wirken der französischen Exil-Regierungskommission in Sigmaringen zwischen 1944 und 1945.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Schwerpunkte sind die kollaborative Regierungstätigkeit, die Rolle der Propaganda sowie die internen Machtkämpfe der französischen Akteure im deutschen Exil.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Aufarbeitung der Regierungstätigkeit der Kommission unter besonderer Berücksichtigung der Rollen von de Brinon und Luchaire.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Primär- und Sekundärquellen zur Zeitgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die institutionelle Arbeit der Kommission, den Konflikt mit dem Doriot-Komitee und den Aufbau des Medienapparats.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die wichtigsten Begriffe sind Sigmaringen, Vichy-Regierung, Kollaboration, Exilregierung und NS-Propaganda.

Warum stand die Regierungskommission in Sigmaringen unter einem ständigen Legitimationsdruck?

Da Staatspräsident Philippe Pétain jegliche Anerkennung der Kommission verweigerte und die Zusammenarbeit mit ihr explizit untersagte, fehlte der Kommission die rechtliche Basis.

Welchen Einfluss hatte der Tod von Jacques Doriot auf die interne Struktur?

Doriots Tod beendete zwar die direkte Konkurrenz zu seiner Person, führte jedoch zu neuen internen Intrigen unter den verbliebenen Mitgliedern, die ihre Machtansprüche in einer politisch bereits aussichtslosen Lage verteidigten.

Wie effektiv war die Propagandatätigkeit von Jean Luchaire wirklich?

Trotz eines großen personellen Aufwands war die praktische Wirkung begrenzt, da Luchaire massiv unter deutscher Zensur und politischer Zerstrittenheit innerhalb der eigenen Kommission litt.

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Details

Title
Die französische Vichy-Regierung in Sigmaringen
Subtitle
Fernand de Brinons und Jean Luchaires Regierungstätigkeit innerhalb der „Commission gouvernementale française pour la défense des intérêts nationaux“
College
University of Stuttgart  (Historisches Institut - Abteilung Landesgeschichte)
Course
Hauptseminar
Grade
2,25
Author
Silke Böhm (Author)
Publication Year
2009
Pages
17
Catalog Number
V128685
ISBN (eBook)
9783640355747
ISBN (Book)
9783640356096
Language
German
Tags
Vichy-Regierung Sigmaringen Fernand Brinons Jean Luchaires Regierungstätigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Böhm (Author), 2009, Die französische Vichy-Regierung in Sigmaringen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128685
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