Ausgehend von der Figur Dorimants in George Ethereges The Man of Mode soll das Phänomen der Selbstinszenierung untersucht werden. Ziel der Arbeit ist die Herausarbeitung der Methoden und Mittel der Selbstinszenierung, wie auch die Herstellung eines Zusammenhangs zu historisch-kulturellen Hintergründen. Neben einer, auf Sekundärliteratur basierenden, Einführung in Rolle und Charakter des „rake“ sowie einer Einbettung in ihren Kontext soll durch Textanalyse die Art der Selbstinszenierung Dorimants genauer untersucht werden. Dazu werden Grundzüge von Ausarbeitungen des Soziologen Erving Goffmans hinzugezogen, die als theoretisches Gerüst für die Analyse von Dorimants Selbstinszenierung dienen werden. Auffällige Textstellen sind beispielsweise der Anfang des Stücks, in dem sich der unbekleidete Dorimant bildhaft seine Robe – und damit auch seine Rolle anlegt, sowie sein Auftritt als Mr Courtage gegenüber der Mutter Harriets. Dorimants Selbstinszenierung wird schließlich aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Nachdem Indizien für eine vorliegende Selbstinszenierung herausgearbeitet wurden, werden die Methoden dieser Inszenierung genauer betrachtet. Dabei wird die rein äußerliche Selbstdarstellung von der sprachlichen Inszenierung der eigenen Reputation und der Gestaltung persönlicher Beziehungen und Intrigen unterschieden. Darüber hinaus wird nach Motiven der Selbstinszenierung und einem zugrunde liegenden ideologischen Prinzip gesucht. Abschließend werden Anzeichen für eine nachlassende Selbstinszenierung durch die Liebe zu Harriet dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Historisch-kultureller Hintergrund der Figur des „rake“
- Die Haltung des „rake“ zu Ehe und Sexualität
- Der Libertin als Ursprung des „rake“
- Selbstinszenierung nach Goffman
- Dorimants Selbstinszenierung
- Indizien für Dorimants Selbstinszenierung
- Methoden von Dorimants Selbstinszenierung
- Äußerliche Vorbereitungen
- Dorimants sprachliche Inszenierung seiner Reputation
- Strategische Beziehungen und Intrigen
- Dorimants Verhältnis zum Rollenspiel
- Auflösungstendenzen für Dorimants Selbstinszenierung als „rake“
- Schluss
- Literaturverzeichnis
- Primärliteratur
- Sekundärliteratur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Selbstinszenierung der Figur Dorimant in George Ethereges The Man of Mode. Ziel ist es, die Methoden und Mittel der Selbstinszenierung aufzuzeigen und diese in den historisch-kulturellen Kontext der Restaurationszeit einzubetten. Die Arbeit analysiert Dorimants Selbstinszenierung anhand von Textbeispielen und bezieht dabei theoretische Ansätze des Soziologen Erving Goffman ein.
- Die Figur des „rake“ als Repräsentant des Libertinismus
- Die Rolle der Selbstinszenierung in der Restaurationskomödie
- Dorimants Methoden der Selbstinszenierung
- Dorimants Verhältnis zum Rollenspiel
- Die Auflösungstendenzen von Dorimants Selbstinszenierung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Selbstinszenierung ein und stellt die Figur Dorimant in den Mittelpunkt der Analyse. Sie skizziert die Zielsetzung der Arbeit und die methodischen Ansätze.
Das erste Kapitel beleuchtet den historisch-kulturellen Hintergrund der Figur des „rake“. Es wird die Haltung des „rake“ zu Ehe und Sexualität im Kontext der Restaurationszeit untersucht und der Libertinismus als philosophischer Ursprung der Figur des „rake“ dargestellt.
Das zweite Kapitel widmet sich der Selbstinszenierung nach Goffman und stellt die theoretischen Grundlagen für die Analyse von Dorimants Selbstinszenierung bereit.
Das dritte Kapitel analysiert Dorimants Selbstinszenierung im Detail. Es werden Indizien für eine vorliegende Selbstinszenierung herausgearbeitet und die Methoden dieser Inszenierung genauer betrachtet. Dabei wird die rein äußerliche Selbstdarstellung von der sprachlichen Inszenierung der eigenen Reputation und der Gestaltung persönlicher Beziehungen und Intrigen unterschieden.
Das vierte Kapitel betrachtet Dorimants Verhältnis zum Rollenspiel und untersucht die Auflösungstendenzen seiner Selbstinszenierung als „rake“ im Kontext seiner Liebe zu Harriet.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Figur des „rake“, die Selbstinszenierung, die Restaurationskomödie, den Libertinismus, die Ehe, die Sexualität, die Gesellschaft der Restaurationszeit, Erving Goffman, George Etherege, The Man of Mode, Dorimant, Harriet, Rollenspiel und Auflösungstendenzen.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Dorimant in „The Man of Mode“?
Dorimant ist die Hauptfigur in George Ethereges Restaurationskomödie, ein klassischer „Rake“, der für seinen Libertinismus und seine strategischen Liebesaffären bekannt ist.
Was zeichnet einen „Rake“ der Restaurationszeit aus?
Ein Rake ist ein libertinärer Charakter, der Ehe und sexuelle Treue ablehnt, geistreich auftritt und sein Leben als eine Form der Selbstdarstellung und Intrige führt.
Welche Rolle spielt die Theorie von Erving Goffman in der Arbeit?
Goffmans soziologische Konzepte zur Selbstdarstellung im Alltag dienen als theoretisches Gerüst, um Dorimants Rollenspiel und seine Methoden der Selbstinszenierung zu analysieren.
Mit welchen Methoden inszeniert sich Dorimant?
Er nutzt äußerliche Vorbereitungen (Kleidung), sprachliche Inszenierung seiner Reputation sowie strategisch aufgebaute Beziehungen und Intrigen, um seine Rolle zu festigen.
Gibt es Brüche in Dorimants Selbstinszenierung?
Ja, gegen Ende des Stücks zeigen sich Auflösungstendenzen seiner Rake-Rolle durch seine aufrichtigen Gefühle für die Figur Harriet.
Was ist der Libertinismus?
Libertinismus ist die philosophische Grundlage des Rake-Charakters, geprägt von Freigeisterei, Hedonismus und der Ablehnung traditioneller religiöser und moralischer Normen.
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- Jascha Walter (Author), 2008, Die Selbstinszenierung Dorimants als "rake" in George Ethereges "Man of Mode", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128330