In dieser Arbeit soll an erste Stelle die Schulsozialarbeit anhand verschiedener Aspekte dargestellt werden. Basierend auf der zunehmenden Bedeutung im öffentlichen Diskurs der verschiedenen Auswirkungen der Corona-Pandemie, die unsere Gesellschaft beeinflusst und verändert haben, folgt abschließend eine Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Chancen, die durch die Viruskrise in das ausgewählte Handlungsfeld entstanden sind. Aufgrund des breiten Spektrums der Thematik fokussiert sich die Analyse dieser Arbeit insbesondere auf das Erleben der Fachkräfte der Schulsozialarbeit und erwähnt nur in begrenztem Umfang die Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern.
Im Fokus des zweiten Kapitels steht eine Darstellung des Handlungsfeldes der Schulsozialarbeit, um einen Überblick über seine Merkmale und Besonderheiten zu schaffen. Kapitel 2 ist in Anbetracht einer nachvollziehbaren Darstellung in fünf Unterkapiteln untergegliedert worden. Der Unterkapitel 2.1 ist der Begriffserklärung der „Schulsozialarbeit“ gewidmet, welche durch einen Bundesländervergleich ergänzt wird. Ausgangspunkte des Unterkapitels 2.2 sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die das ausgewählte Handlungsfeld regeln und die daraus resultierende Handlungsprinzipien der Schulsozialarbeit.
Darauf aufbauend werden in den Unterkapiteln 2.3 und 2.4 die Aufgaben und Zielen des Handlungsfeldes sowie die angewandten Methoden differenziert dargestellt. Abschließend werden im Unterkapiteln 2.4 Kompetenzen der Fachkräfte gezeigt, die für einen zielorientierten Arbeitsalltag erforderlich sind. Kapitel 3 befasst sich hingegen mit den Chancen und Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie in der Schulsozialarbeit entstanden sind. Ein Fazit und ein kurzer Ausblick auf offene Fragen, die zum Weiterdenken anregen, beschließen die Arbeit.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Das Handlungsfeld der Schulsozialarbeit
2.1. Begriffsbestimmung
2.2. Gesetzliche Rahmenbedingungen und Handlungsprinzipien
2.3. Aufgaben und Ziele
2.4. Methoden
2.5. Kompetenzen der Schulsozialarbeiter
3. Schulsozialarbeit in der Corona-Pandemie
3.1. Herausforderungen
3.2. Chancen
4. Fazit
Zielsetzung & Themenbereiche
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Handlungsfeld der Schulsozialarbeit, mit einem besonderen Fokus auf die durch den Lockdown entstandenen Herausforderungen sowie die identifizierten Chancen für die pädagogische Praxis.
- Grundlagen und Definition der Schulsozialarbeit
- Gesetzliche Rahmenbedingungen nach SGB VIII
- Methodik und Kompetenzen im Arbeitsalltag
- Belastungskonstellationen während der Pandemie
- Potenziale der Digitalisierung für die Schulsozialarbeit
Auszug aus dem Buch
3.1. Herausforderungen
In Zeiten von Corona befand sich die Schulsozialarbeit in einer Situation, in der sie neue Wege finden musste, um ihre Arbeit als Ansprechperson gerecht werden zu können. Eine zentrale Rolle spielte somit der Einsatz von digitalen Kommunikationsinstrumenten, der wiederum weitere Herausforderungen auslöste (Hettler, 2021, S. 65). Anhand von einer Fachkräftebefragung im Rahmen der Lehrforschung an der Ev. Hochschule Berlin wurde nachgewiesen, dass die Ausstattung mit digitalen Kommunikationsmedien sehr unterschiedlich aussah: 42,7% der Fachkräfte verfügten über verschiedene Geräte, die von dem Träger übergeben wurden und 34,4% der Befragten hatten gar keine und mussten die Kosten für deren Anschaffung selbst tragen (Pudelko, 2021). Nun andersseits gaben sie an, dass eine digitale Kontaktaufnahme mit der Altersgruppe von 6-12 Jahren besonders schwierig war, da sie aufgrund von fehlenden Geräten und eine darauffolgende Abhängigkeit von ihren Eltern schlecht erreichbar ist.
Hierbei wurde schließlich auf analoge Maßnahmen zurückgegriffen wie Postkarten und Bastelmaterial zum Mitnehmen sowie Balkongespräche und Hausbesuche in Fällen von Problemlagen und Kindeswohlgefährdung (Eckert, 2020). Vorrangig mussten die Fachkräfte den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen aufrechthalten und waren dabei Vermittler bei Problemsituationen und Unterstützer bei Problemen im Rahmen der Schule inklusiv Homeschooling (Pudelko, 2021). Aus der Fachkräftebefragung des Berliner Programms „Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“ stellte sich dazu heraus, dass Elternarbeit während dem Lockdown und die darauffolgende Schulschließung als wesentlich erlebt wurde und Bereiche wie Homeschooling, Hilfen, Lernunterstützung und Förderung umfasste sowie Fragestellungen zu den Corona-Maßnahmen und deren Folgen im Schulbereich (Stiftung SPI, 2020, S. 2). Abschließend ist zu sagen, dass laut der Austauschdokumentation über Schulsozialarbeit der Netzwerk Schulsozialarbeit Baden-Württemberg e.V. fühlten sich viele Fachkräfte während der Corona-Pandemie sich selbst überlassen und erlitten unter Wirkungsstress (Straß et al., 2020, S. 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die veränderte Lebensrealität durch die Corona-Pandemie dar und formuliert das Ziel, die daraus resultierenden Chancen und Herausforderungen für die Schulsozialarbeit zu analysieren.
2. Das Handlungsfeld der Schulsozialarbeit: Dieses Kapitel definiert den Begriff Schulsozialarbeit, beschreibt die rechtlichen Grundlagen im SGB VIII und erläutert die zentralen Aufgaben, methodischen Ansätze sowie notwendigen Fachkompetenzen.
3. Schulsozialarbeit in der Corona-Pandemie: Dieser Abschnitt analysiert die spezifischen Schwierigkeiten der pädagogischen Arbeit während der Schulschließungen sowie neu entstandene Potenziale, etwa durch den Ausbau digitaler Infrastrukturen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass trotz der Herausforderungen die Notwendigkeit einer digitalen Erreichbarkeit bei gleichzeitigem Erhalt persönlicher Kontakte für die Zukunft entscheidend bleibt.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Corona-Pandemie, SGB VIII, Jugendhilfe, Lockdown, Homeschooling, Digitalkompetenz, Herausforderungen, Chancen, Prävention, Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, Elternarbeit, Sozialpädagogik, Schulschließungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Schulsozialarbeit vor und während der Corona-Pandemie und untersucht, wie sich die Arbeitsbedingungen und Anforderungen in diesem Zeitraum verändert haben.
Welche zentralen Themenbereiche werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition der Schulsozialarbeit, gesetzliche Rahmenbedingungen, die methodische Arbeitsweise der Fachkräfte sowie die Reaktion auf die Pandemiefolgen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Chancen und Herausforderungen durch die Corona-Pandemie für das spezifische Handlungsfeld der Schulsozialarbeit entstanden sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse unter Einbeziehung aktueller empirischer Befunde und Fachkräftebefragungen, um das Thema fundiert zu bearbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Handlungsfeldes und eine praxisorientierte Analyse der Corona-spezifischen Arbeitsweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Schulsozialarbeit, Corona-Pandemie, Jugendhilfe und Digitalisierung charakterisieren.
Wie wirkte sich die Pandemie konkret auf die Zielgruppe der 6- bis 12-Jährigen aus?
Aufgrund fehlender technischer Ausstattung und Abhängigkeit von den Eltern war für diese Altersgruppe die digitale Kontaktaufnahme besonders schwierig, weshalb häufig auf analoge Ansätze ausgewichen werden musste.
Warum spielt die Elternarbeit in der Analyse eine so große Rolle?
Die während des Lockdowns verstärkte Elternarbeit erwies sich als essenziell, da die Fachkräfte intensiv bei der Lernunterstützung, dem Homeschooling und bei allgemeinen Sorgen infolge der Corona-Maßnahmen unterstützen mussten.
- Quote paper
- Rosa Oliva (Author), 2021, Schulsozialarbeit. Chancen und Herausforderungen durch die Corona-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1283066