In der vorliegenden Arbeit soll die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung großer Infrastrukturprojekte diskutiert werden. Hierfür erfolgt eine nähere Betrachtung des Baus der Bahntrasse LGV Lyon-Turin sowie eine Gegenüberstellung von Kritikern und Befürwortern dieses Projekts. Die Bewertung des Bauprojekts erfolgt unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Im ersten Schritt werden die Begriffe Nachhaltigkeit und Verkehrsinfrastrukturprojekt betrachtet und das zu behandelnde Verkehrsinfrastrukturprojekt vorgestellt. Im nächsten Schritt wird der Zusammenhang zwischen der Nachhaltigkeit und der Logistik aufgezeigt. Anschließend wird die methodische Vorgehensweise dargestellt, bevor ein geeignetes Modell zur Bewertung externer Kosten präsentiert wird. Im Anschluss erfolgt eine Darlegung der Argumente von Kritikern und Befürwortern des Bauprojekts. Im vorletzten Kapitel werden die Kriterien externer Kosten mit den Argumenten zusammengetragen. Daraus sollen Rückschlüsse für künftige Infrastrukturprojekte gezogen werden, um Interessenkollisionen zu vermindern. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einem Zwischenergebnis festgehalten, bevor dann im letzten Schritt ein abschließendes Fazit gezogen wird.
Vor allem im Zuge wachsender und beschleunigter Warenbewegungen rund um den Globus steigt die Bedeutung der Nachhaltigkeit, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 erreichen zu können. Trotz der Tatsache, dass die mit der stark voranschreitenden Globalisierung und Digitalisierung verbundene Nachfrage nach adäquater Verkehrsinfrastruktur wächst, gilt es hier zukunftsweisende Lösungen zu finden, damit auch nachfolgende Generationen noch ihre Bedürfnisse decken können. In diesem Zusammenhang spielen insbesondere der Schadstoff- und CO2-Verbrauch eine Rolle. Beim Vergleich verschiedener Verkehrsträger sind v.a. dem Luftfracht- und dem Straßengüterverkehr ein hoher Energieaufwand zuzuschreiben. Demnach spielt bei der Entscheidung, welche Verkehrsinfrastrukturprojekte politisch umgesetzt werden sollen, auch die Verkehrsträgerwahl für das jeweilige Projekt eine Rolle.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Theoretische Grundlagen
- 2.1 Nachhaltigkeit
- 2.1.1 Ursprung und heutiges Verständnis
- 2.1.2 Externe Kosten
- 2.2 Verkehrsinfrastrukturprojekte
- 2.2.1 Gesellschaftliche Akzeptanz
- 2.2.2 Transeuropäische Verkehrsnetze
- 2.2.3 Das Bauvorhaben LGV Lyon-Turin
- 2.3 Zusammenhang Nachhaltigkeit und Logistik
- 3. Methodische Vorgehensweise
- 4. Grundlagen zur Evaluation des LGV Lyon-Turin
- 4.1 Modell zur Bewertung externer Kosten
- 4.2 Argumente von Kritikern und Befürwortern
- 5. Bewertung des LGV Lyon-Turin
- 5.1 Vergleich der Kriterien für externe Kosten mit den Argumenten der Interessensparteien
- 5.2 Rückschlüsse aus den Interessenkollisionen für Infrastrukturprojekte im Allgemeinen
- 5.3 Abschließende Beurteilung des Projekts
- 6. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der Bewertung von Infrastrukturprojekten aus der Perspektive der Nachhaltigkeit. Am Beispiel des LGV Lyon-Turin wird untersucht, wie die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien in der Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten gewährleistet werden kann. Die Arbeit beleuchtet die relevanten theoretischen Grundlagen, analysiert die externen Kosten des Projekts und untersucht die Argumente von Kritikern und Befürwortern.
- Bewertung von Infrastrukturprojekten im Kontext der Nachhaltigkeit
- Analyse externer Kosten und deren Auswirkungen auf die Umwelt und Gesellschaft
- Untersuchung der Akzeptanz des LGV Lyon-Turin in der Region
- Entwicklung eines Modells zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Infrastrukturprojekten
- Ermittlung von Handlungsempfehlungen für die Planung und Umsetzung nachhaltiger Infrastrukturprojekte
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einführung in die Thematik und erläutert die Zielsetzung der Arbeit. Das zweite Kapitel befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit und der Verkehrsinfrastruktur, wobei insbesondere die Aspekte der externen Kosten und der gesellschaftlichen Akzeptanz von Infrastrukturprojekten beleuchtet werden. Kapitel drei erläutert die methodische Vorgehensweise der Arbeit. In Kapitel vier werden die Grundlagen zur Evaluation des LGV Lyon-Turin dargestellt, einschließlich eines Modells zur Bewertung externer Kosten und einer Analyse der Argumente von Kritikern und Befürwortern des Projekts. Kapitel fünf beschäftigt sich mit der Bewertung des LGV Lyon-Turin anhand der zuvor entwickelten Kriterien und der Analyse der externen Kosten. Dabei wird insbesondere auf die Interessenkollisionen im Kontext des Projekts eingegangen. Das sechste Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und stellt Schlussfolgerungen für die Planung und Umsetzung nachhaltiger Infrastrukturprojekte im Allgemeinen dar.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Verkehrsinfrastruktur, LGV Lyon-Turin, externe Kosten, gesellschaftliche Akzeptanz, Stakeholder, Interessenkollision, Bewertung, Modell, Handlungsempfehlung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel des Eisenbahnprojekts Lyon-Turin?
Das Projekt LGV Lyon-Turin zielt darauf ab, eine leistungsfähige Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse für den Personen- und Güterverkehr zu schaffen, um den Straßentransit durch die Alpen zu entlasten.
Warum wird das Projekt Lyon-Turin unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit bewertet?
Angesichts des Pariser Klimaabkommens von 2015 müssen Infrastrukturprojekte ihren Beitrag zur CO2-Reduktion leisten. Die Bahn gilt im Vergleich zu LKW und Flugzeug als energieeffizienter und umweltfreundlicher.
Was sind externe Kosten bei Verkehrsprojekten?
Externe Kosten sind Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft (z.B. Lärm, Schadstoffe, Klimaschäden), die nicht vom Verursacher getragen, sondern der Allgemeinheit aufgebürdet werden.
Warum gibt es starke Kritik am Bau der Trasse?
Kritiker bemängeln hohe Kosten, ökologische Eingriffe während der Bauphase und stellen teilweise die Notwendigkeit der Kapazitätserweiterung in Frage. Dies führt zu Interessenkollisionen in der Region.
Was sind Transeuropäische Verkehrsnetze (TEN)?
Das Projekt Lyon-Turin ist Teil der TEN, eines Programms der EU zur Verbesserung der Infrastrukturverbindungen innerhalb Europas, um den Binnenmarkt zu stärken.
Wie kann gesellschaftliche Akzeptanz für Großprojekte erreicht werden?
Die Arbeit zieht Rückschlüsse, dass frühzeitige Stakeholder-Einbindung und die transparente Kommunikation externer Kosten entscheidend sind, um Widerstände zu vermindern.
- Quote paper
- Laura Konermann (Author), 2021, Die Nachhaltigkeit von Infrastrukturprojekten. Bewertung am Beispiel des Eisenbahnprojekts Lyon-Turin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1281143