In der vorliegenden Arbeit wird der Fokus auf die Dimensionen der sozialen Integration durch den Spracherwerb der Landessprache und der Relevanz der Pflege der Herkunftssprache gerichtet. Es wird der Frage nachgegangen, wie im Kontext von integrativen sprachlichen Fördermaßnahmen durch die Schule eine bessere Integration mit guten Zukunftsperspektiven durch die sprachliche Ausbildung gelingen kann. Mittels der Darlegung der Relevanz der ausgebildeten Zweisprachigkeit und der Beschreibung der bilingualen Schulform der SESB (Staatliche Europa-Schule Berlin) soll es gelingen die These zu untermauern, dass eine alphabetisierte Zweisprachigkeit in der Landes- und Herkunftssprache als Ressource, d.h. die ausgebildeten Sprachkompetenzen, die Integration von Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache bzw. Migrationshintergrund fördert, wie auch ihre persönliche und soziale Entwicklung und den Schulerfolg.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung - „Migrationshintergrund“
3. Integration
3.1. Notwendigkeit der Integration - eine Folge der Zuwanderung
3.2. Integration gegenüber Assimilation
3.3. Integration in die Aufnahmegesellschaft – Ein mehrdimensionaler Prozess
3.4. Resumée
4. Integration durch Sprache
4.1. Bedeutung des Spracherwerbs der Landessprache für den Integrationsprozess
4.2. Problematik des Spracherwerbs der Landessprache von Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache an staatlich-öffentlichen Bildungseinrichtungen
4.3. Immersion / Submersion – DaZ-Unterricht
4.4. PISA-Studie - Leistungen der Schüler mit Migrationshintergrund und die zu Hause gesprochene Sprache
4.5. Resumée
5. Mehrsprachigkeit
5.1. Bedeutung der „gepflegten“ Mehrsprachigkeit im Integrationsprozess
5.2. Bilinguales Bildungsangebot in Berlin - Staatliche Europa-Schule Berlin (SESB)
5.3. Zielsetzung und Konzept der Staatlichen Europa-Schule Berlin
5.4. Chancengleichheit und interkulturelles Lernen – Integration an der SESB
5.5. Resumée
6. Gesamtfazit
7. Anhang: SESB Grundschulen
8. Anhang: Seiteneinsteiger im Schuljahr 2005/2006
9. Anhang: SESB Oberschulen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Sprache und bilingualer Alphabetisierung auf die soziale Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Dabei wird die These untermauert, dass eine alphabetisierte Zweisprachigkeit in der Landes- und Herkunftssprache als wertvolle Ressource für die persönliche Entwicklung und den Schulerfolg dient.
- Soziale Integration durch Spracherwerb und Pflege der Herkunftssprache
- Herausforderungen im Bildungssystem für Kinder mit nichtdeutscher Herkunftssprache
- Analyse des PISA-Leistungsniveaus in Abhängigkeit von der Familiensprache
- Vorstellung des Konzepts der Staatlichen Europa-Schulen Berlin (SESB)
- Bedeutung interkultureller Kompetenzen als Schlüsselqualifikation
Auszug aus dem Buch
4.1. Bedeutung des Spracherwerbs der Landessprache für den Integrationsprozess
Die Sprache hat für die Integration drei spezielle Funktionen: Erstens ist es eine wertvolle Ressource, über die andere Ressourcen erlangt werden können. Zweitens ist es ein Symbol, mit dem Dinge bezeichnet, innere Zustände ausgedrückt, Anforderungen transportiert und Situationen definiert werden können, so auch eventuelle Diskriminierungen durch einen Akzent. Drittens ist es ein Medium der Kommunikation (Esser 2006:11).
Sprache ist ein zentraler Bestandteil der Sozialintegration in die Aufnahmegesellschaft außerhalb des ethnischen Kontextes (Esser 2006:7). Die Grundlage des Spracherwerbs sind soziale Kontakte zu Personen mit deutscher Herkunftssprache, denn das Erlernen einer Sprache allein durch Unterricht ohne aktive Teilhabe natürlicher Kommunikation ist in ihrem Resultat begrenzt. Kinder mit Migrationshintergrund lernen umso schneller und besser gut deutsch, je mehr sie sich mit der Sprache auseinandersetzen. Das aktive Sprechen der Landessprache untereinander und mit Muttersprachler der Landessprache als Sprachvorbilder unterstützt den Spracherwerb der Zweitsprache. Dies trifft vor allem dann zu, wenn im Familienkreis überwiegend die eigene Herkunftssprache gesprochen wird.
Neben der aktiven Kommunikation mit Muttersprachlern der Landessprache ist die öffentliche Erziehung in den Kindergärten, Schulen und Volkshochschulen ein bevorzugtes Instrument der Integrationspolitik für den Spracherwerb der Landessprache. Die Alphabetisierung in der Landessprache erfolgt in der Regel in der Schule.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Relevanz der Sprachbeherrschung für die Integration und formuliert die These, dass alphabetisierte Zweisprachigkeit den Schulerfolg und die soziale Entwicklung fördert.
2. Begriffsklärung - „Migrationshintergrund“: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Migrationshintergrundes im Kontext schulischer Anforderungen und verdeutlicht, warum eine präzise statistische Erfassung für gezielte Fördermaßnahmen notwendig ist.
3. Integration: Hier wird Integration als mehrdimensionaler Prozess beschrieben, der weit über bloße Assimilation hinausgeht und gegenseitige Akzeptanz sowie politische Unterstützung erfordert.
4. Integration durch Sprache: Das Kapitel analysiert die zentrale Rolle des Spracherwerbs und zeigt auf, dass aktuelle schulische Methoden den spezifischen Bedürfnissen mehrsprachiger Kinder oft nicht gerecht werden.
5. Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel plädiert für die Anerkennung von Mehrsprachigkeit als Ressource und stellt das bilinguale Konzept der Staatlichen Europa-Schulen Berlin (SESB) als Modell vor.
6. Gesamtfazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine gezielte, bilinguale Förderung in der Schule die größte Chance bietet, Kindern mit Migrationshintergrund gleichberechtigte Bildungs- und Zukunftschancen zu eröffnen.
Schlüsselwörter
Integration, Migrationshintergrund, Sprachförderung, Zweisprachigkeit, Landessprache, Herkunftssprache, PISA-Studie, SESB, Bilinguale Bildung, Interkulturelles Lernen, Alphabetisierung, Schulerfolg, Bildungsbenachteiligung, Sozialintegration, Sprachkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Bedeutung der Sprache und der gezielten bilingualen Förderung für die erfolgreiche Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in die deutsche Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen den Spracherwerb, die Problematik der schulischen Sprachausbildung, den Umgang mit Mehrsprachigkeit und die Darstellung eines konkreten bilingualen Schulmodells.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die These zu untermauern, dass eine alphabetisierte Zweisprachigkeit als Ressource dient, die sowohl den Schulerfolg als auch die persönliche Entwicklung der Kinder fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie die Auswertung von Bildungsstudien (wie PISA) und die Evaluation des Schulkonzepts der Staatlichen Europa-Schule Berlin (SESB).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Konzepte der Integration (gegenüber Assimilation), die Rolle der deutschen Sprache, Probleme des aktuellen Schulwesens sowie die bilinguale Pädagogik der SESB erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Integration, Migrationshintergrund, Bilinguale Bildung, Sprachförderung, Alphabetisierung und Interkulturelles Lernen.
Wie unterscheidet die SESB zwischen Muttersprache und Partnersprache?
Die SESB unterrichtet Kinder in Kleingruppen, wobei jede Lehrkraft konsequent eine der beiden Sprachen (Muttersprache oder Partnersprache) verwendet, um eine gleichwertige Entwicklung beider Sprachfähigkeiten zu gewährleisten.
Warum wird Assimilation in der Arbeit kritisch betrachtet?
Die Arbeit argumentiert, dass eine reine Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft unter Aufgabe der Herkunftssprache eine wertvolle kulturelle Ressource verschwendet, während Integration die Anerkennung beider Kulturen bedeutet.
- Arbeit zitieren
- ANDREA ROY (Autor:in), 2008, Integration und Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127936