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In der bullierten Ordensregel findet Franziskus Ursprungsgedanke ein Leben in radikaler Armut und Spiritualität zu führen keinen Niederschlag

Franziskus von Assisi

Title: In der bullierten Ordensregel findet Franziskus Ursprungsgedanke ein Leben in radikaler Armut und Spiritualität zu führen keinen Niederschlag

Seminar Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andrea von Wittken (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Franziskus von Assisi, einer der größten Heiligen des Mittelalters lebte von 1181/82 bis 1226. Sein Wirken war ganz der imitatio christi gewidmet: und einem Leben in strengster Armut und Demut.
In seiner Radikalität fand er viele Anhänger, die sich aus allen sozialen Schichten zusammenfanden. Franziskus erwartete von jedem ein Leben nach dem Evangelium in aller Radikalität. Dem zunächst auf brüderlichem Miteinander basierendem Zusammenleben, folgte die erste Regel, sie war auf das Jahr 1221 datiert. Die Regel wurde vom apostolischen Stuhl, durch Papst Innozenz III. nur mündlich anerkannt- vermutlich konnte Franziskus die Zweifel des Papstes nicht zerstreuen, denn Innozenz hatte Zweifel der allerhöchsten Armut wegen. Er wollte später hinzukommenden Mitgliedern der Gemeinschaft ein allzu hartes Leben ersparen. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Papst die innere Reform der Kirche vor Augen hatte und nur aus diesem Grunde Franziskus überhaupt erst empfing. Denn er musste erkannt haben, dass häretische Strömungen, die sich in der Gesellschaft häuften, nicht länger mit Gewalt zu unterdrücken waren. Offenbar erschienen ihm die Brüder auch eher den Häretikern zugeneigt, er bezeichnete ein Leben nach dem „purem Evangelium als Wahnsinn“.
Schriftlich bestätigt wurde die Ordensregel 1223 nach deutlicher Überarbeitung, seitens der Kirche, insbesondere durch Kardinal Hugolino von Ostia- dem späteren Papst, Gregor IX.
Der französische Mediävist Jacques Le Goff, stellte in seiner 2006 erschienenen Biografie über Franz von Assisi die eklatanten Unterschiede zwischen der bullierten und der unbullierten Regel heraus. Wesentliche Punkte sind radikal zusammengefasst worden Der Armutsgedanke den Franziskus, entsprechend dem Evangelium in seiner ganzen Radikalität - mitunter auch über die heilige Schrift hinaus - praktizierte, wurde in seiner Schärfe deutlich abgeschwächt und in kurzen Sätzen zusammengefasst. Bibelzitate, aus denen Franziskus seine Armutsinterpretation bezog, fielen ersatzlos weg.
Die vorliegende Arbeit will zeigen, dass der Ursprungsgedanke des Franziskus, ein Leben in allerhöchster Armut, Demut und Spiritualität zu führen, in der päpstlich approbierten Ordensregel keinen Niederschlag findet. Ein allgemeiner Überblick über das frühe Armutsverständnis der Franziskaner eröffnet das Thema. Im Anschluss werden beide Ordensregeln, insbesondere zum Armutsideal Franziskus‘ untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Franziskus’Ordensregel von 1221

1.1. Das Armutsverständnis des Franziskanerordens in der Frühzeit

1.2. Armut in Verantwortung vor Gott und den Brüdern

2. Die bullierte Regel von 1223

2.1. Was wollte Franziskus regeln?

2.2. Was hat der Klerus dieser Regel hinzugefügt und was weg gelassen?

2.3. In wie weit sind Franziskus’ Ursprungsideen noch in der Regel enthalten?

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den ursprünglichen Idealen des Franziskus von Assisi, insbesondere seinem radikalen Armuts- und Spiritualitätsverständnis, und deren praktischer Umsetzung in der päpstlich approbierten Ordensregel von 1223. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, inwieweit diese Ursprungsideen durch die institutionelle Überarbeitung der Kirche im Zuge der Anerkennung des Ordens abgeschwächt oder verfremdet wurden.

  • Das Armutsverständnis des Franziskanerordens in der Frühzeit
  • Die Entstehung und der Inhalt der unbullierten Regel (1221)
  • Die Transformation zur bullierten Regel (1223) unter kirchlichem Druck
  • Strukturelle Veränderungen und Institutionalisierung des Ordens
  • Der Verlust des Ideals der radikalen gemeinschaftlichen Armut

Auszug aus dem Buch

2.2. Was hat der Klerus dieser Regel hinzugefügt und was weg gelassen?

Unter dem Druck der römischen Kurie, insbesondere durch Kardinal Hugolino von Ostia, und Papst Honorius III. wurde ein Neuentwurf der Regel Franziskus‘ verlangt. „Denn kein anderer erkannte die bei Franziskus latente häretische Sprengkraft und ihre Gefahr für das herrschende Kirchensystem so klar, wie der spätere Papst Gregor IX.[...]. „Franziskus’ Bewegung musste auf einen gewöhnlichen Orden der katholischen Kirche reduziert werden“.

Im Frühjahr oder Sommer 1223 war die neue Regel fertig und Franziskus schickte sie zu Kardinal Hugolino, dem Ordensprotektor, dem der Orden unterstand, nach Rom. Nachdem Hugolino sie verändert hatte und Papst Honorius III. die Regel mit der Bulle Solet annuere am 29.11.1223 bestätigte, wurde sie als bindend angesehen.

Im Großen und Ganzen enthält die Regel noch die Kerngedanken des franziskanischen Lebensideals, so Helmut Feld, und es wird nur der veränderte Charakter des Exemplars sichtbar, so Feld weiter. Die „Regula bullata“ ist ein knapp gehaltener Text juristischen Charakters, denn Kardinal Hugolino, zeichnete sich auf dem Gebiet des Kirchenrechts aus. Jedoch sind wesentliche Aussagen in ihrer Radikalität deutlich abgeschwächt. Aber gerade diese Radikalität, mit der Franziskus sein Armutsideal lebte, war neben seinen Spiritualgedanken etwas ganz Besonderes. Forderte sie doch, wie bereits gezeigt wurde, die Brüder auf, aus ihrem Inneren heraus zu handeln und sich ausschließlich dem Glauben und der Zuversicht Gottes hinzugeben.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die historische Person Franziskus von Assisi und sein Streben nach der imitatio christi in Armut vorgestellt, sowie die Diskrepanz zwischen seinem Ideal und der später kirchenrechtlich angepassten Regel formuliert.

1. Franziskus’Ordensregel von 1221: Dieses Kapitel erläutert das ursprüngliche Armutsverständnis, welches auf das Matthäus-Evangelium gestützt war und einen radikalen Verzicht auf Besitz und Geld innerhalb der gesamten Gemeinschaft vorsah.

2. Die bullierte Regel von 1223: Das Kapitel analysiert den Prozess der institutionellen Überarbeitung der Regel durch die römische Kurie, die den Orden klerikalisierte und die Radikalität des ursprünglichen Armutsideals durch juristische Anpassungen entkräftete.

3. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Franziskus für die päpstliche Anerkennung seines Ordens den Preis zahlte, dass die spezifischen Merkmale eines gemeinschaftlichen Lebens in absoluter Armut verloren gingen, um den Orden kirchenkonform zu machen.

Schlüsselwörter

Franziskus von Assisi, Ordensregel, Armutsideal, imitatio christi, bullierte Regel, unbullierte Regel, römische Kurie, Kardinal Hugolino, franziskanische Bewegung, Armutsgebot, Spiritualität, Klerikalisierung, Kirchenrecht, Gehorsam, Ordensleben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die inhaltliche Entwicklung und Transformation der franziskanischen Ordensregeln von der ursprünglichen Form (1221) bis zur kirchenrechtlich approbierten Fassung von 1223.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem radikalen Armutsideal des Franziskus, der imitatio christi, den Eingriffen der römischen Kurie in das Ordensleben und der zunehmenden Institutionalisierung der Bruderschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass der ursprüngliche Anspruch des Franziskus auf ein Leben in radikaler Armut und Spiritualität in der endgültigen bullierten Regel durch kirchliche Reformen stark abgeschwächt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-theologischen Quellenanalyse, wobei die beiden Ordensregeln und deren Entstehungskontexte im Kontext biografischer und historischer Sekundärliteratur untersucht werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem Armutsverständnis in der Frühzeit, der Rolle des Klerus bei der Überarbeitung der Regel sowie den Auswirkungen dieser Änderungen auf das Leben und die Identität der Brüder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Franziskus von Assisi, Armutsideal, imitatio christi, bullierte Regel und Kirchenrecht zentral charakterisiert.

Warum war Innozenz III. skeptisch gegenüber den ersten Plänen von Franziskus?

Papst Innozenz III. hatte Zweifel an der Tragfähigkeit der allerhöchsten Armut, da er den künftigen Mitgliedern ein allzu hartes Leben ersparen wollte und zudem befürchtete, dass die Brüder den häretischen Strömungen der Zeit zu nahe stehen könnten.

Was bedeutet der Begriff "fratres spirituales" in der neuen Regel?

Es handelte sich um von der Kurie eingesetzte Treuhänder, welche die Einnahmen der Brüder verwalteten, womit das ursprüngliche Verbot, Geld zu besitzen oder zu verwalten, de facto umgangen wurde.

Wie wirkte sich die Einführung des Amtes des Kustoden aus?

Die Einführung hierarchischer Ämter wie des Kustoden sorgte für eine straffere, kirchenkonforme Organisation, die das ursprünglich charismatische und von innerer Überzeugung geleitete Zusammenleben zugunsten einer festen Ordensstruktur veränderte.

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Details

Title
In der bullierten Ordensregel findet Franziskus Ursprungsgedanke ein Leben in radikaler Armut und Spiritualität zu führen keinen Niederschlag
Subtitle
Franziskus von Assisi
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Die großen Ordensregeln
Grade
1,7
Author
Andrea von Wittken (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V127617
ISBN (eBook)
9783640340422
ISBN (Book)
9783640338979
Language
German
Tags
Mittelalterliche Ordensgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea von Wittken (Author), 2009, In der bullierten Ordensregel findet Franziskus Ursprungsgedanke ein Leben in radikaler Armut und Spiritualität zu führen keinen Niederschlag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127617
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