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Das Arbeitsverständnis nach Aristoteles und Hannah Arendt im Vergleich

Title: Das Arbeitsverständnis nach Aristoteles und Hannah Arendt im Vergleich

Seminar Paper , 2022 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Manuel Talarico (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Inwiefern spiegelt das Arbeitsverständnis Hannah Arendts die antike Vorstellung Aristoteles' wider? Die Untersuchung möchte gezielt dieser Fragestellung nachgehen und analysieren, inwieweit sich die Definitionen Arendts und Aristoteles' hinsichtlich des Arbeitsbegriffes gleichen. Handelt es sich um eine einfache Reproduktion der antiken Texte durch die jüdische Publizistin oder zeigen sich Weiterentwicklungen und Ergänzungen?

Laut dem Politologen Klaus Schubert ist Arbeit „eine spezifisch menschliche – sowohl körperliche als auch geistige – Tätigkeit, die […] [primär] zur Existenzsicherung […] [dient.]“ Darüber hinaus konstatiert er, dass „Arbeit […] insofern ein gestaltender, schöpferisch produzierender und sozialer, zwischen Individuen vermittelnder Akt“ ist. Dieser komplex anmutenden, modernen Definition des Arbeitsbegriffes geht eine lange Entwicklungsgeschichte voran. So sahen beispielsweise die antiken Philosophen Arbeit als nicht erstrebenswerte Tätigkeit an, die vor allem den Sklaven und Frauen vorbehalten war.

Diese ursprünglich negativ behaftete Konnotation findet sich ebenso in der etymologischen Herkunft des Wortes wieder. So „leitet sich [der Ausdruck] vom indogermanischen Wortstamm orbho ab und erscheint gotisch als arbaiphs, althochdeutsch als arabeit und mittelhochdeutsch als arebit“ und steht für „Mühsal, Plage, Not oder Beschwerde“. Mit den Wortwurzeln rab beziehungsweise rabu („Fronarbeit, Sklave, Knecht“) im Slawischen, dem lateinischen Wort arvum, welches übersetzt einen „gepflückter Acker“ repräsentiert und dem im Französischen verwendeten travail, „was sowohl eine Vorrichtung zum Beschlagen von wilden Pferden wie auch ein Folterwerkzeug meinte“, finden sich weitere abwertende Charakterisierungen. Umso überraschender scheint, dass bei oberflächlichem Studieren der knapp 2000 Jahre jüngeren Werke Hannah Arendts, Aristoteles' überholt-wirkende Auffassungen breite Anwendung finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • Einführung
    • Arbeit - Ein negativ konnotierter Begriff im Wandel der Zeit
    • Methode und Gang der Studie
    • Literaturbericht
  • Deskription
    • Aristoteles',,Politik"
    • Hannah Arendts „Vita activa oder Vom tätigen Leben“
  • Die Arbeit
    • Nach Aristoteles
    • Nach Hannah Arendt
  • Das Herstellen
    • Nach Aristoteles
    • Nach Hannah Arendt
  • Das Handeln
    • Nach Aristoteles
    • Nach Hannah Arendt
  • Fazit - Analogien und Divergenzen der politischen Theorien

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Arbeitsverständnis nach Aristoteles und Hannah Arendt und analysiert deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Ziel ist es, die Entwicklung des Arbeitsbegriffs von der Antike bis zur Moderne zu beleuchten und die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Denker auf die menschliche Tätigkeit zu vergleichen.

  • Entwicklung des Arbeitsbegriffs im Wandel der Zeit
  • Arbeit im Kontext der antiken Philosophie
  • Das Arbeitsverständnis von Aristoteles
  • Das Arbeitsverständnis von Hannah Arendt
  • Analogien und Divergenzen der beiden Theorien

Zusammenfassung der Kapitel

Die Arbeit beginnt mit einer Einführung, die den Begriff der Arbeit im Wandel der Zeit beleuchtet und die Methodik der Studie erläutert. Im zweiten Kapitel werden die zentralen Werke von Aristoteles und Hannah Arendt, die „Politik“ und die „Vita activa oder Vom tätigen Leben“, vorgestellt. Die darauffolgenden Kapitel 3 bis 5 untersuchen die Konzepte von Arbeit, Herstellen und Handeln nach Aristoteles und Arendt im Vergleich.

Schlüsselwörter

Die Arbeit konzentriert sich auf den Arbeitsbegriff, das Arbeitsverständnis, die politische Philosophie, Aristoteles, Hannah Arendt, Vita activa, Politik, Tätigkeit, Herstellen, Handeln, Analogien, Divergenzen.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterschied sich der Arbeitsbegriff in der Antike von heute?

In der Antike (z. B. bei Aristoteles) galt Arbeit als mühselig, negativ behaftet und war Sklaven vorbehalten, während sie heute oft als identitätsstiftend und schöpferisch angesehen wird.

Was versteht Hannah Arendt unter der „Vita activa“?

Arendt unterteilt das tätige Leben in drei Bereiche: Arbeiten (Existenzsicherung), Herstellen (Schaffen einer bleibenden Welt) und Handeln (politisches Interagieren zwischen Menschen).

Welche Parallelen gibt es zwischen Arendt und Aristoteles?

Beide grenzen die bloße Arbeit zur Lebenserhaltung scharf vom politischen Handeln ab, wobei das Handeln als die höchste Form menschlicher Tätigkeit gilt.

Was bedeutet „Herstellen“ im Vergleich zu „Arbeiten“?

Arbeiten dient dem biologischen Prozess und wird verbraucht. Herstellen schafft künstliche Dinge (Häuser, Kunst), die eine dauerhafte menschliche Umgebung bilden.

Warum hat das Wort „Arbeit“ eine negative Etymologie?

Wortwurzeln wie das mittelhochdeutsche „arebit“ stehen für Mühsal, Not und Plage, was die historische Geringschätzung körperlicher Arbeit widerspiegelt.

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Details

Title
Das Arbeitsverständnis nach Aristoteles und Hannah Arendt im Vergleich
College
University of Regensburg  (Institut für Politikwissenschaft - Lehrstuhl für Politische Philosophie und Ideengeschichte)
Course
Einführung in die Politische Philosophie
Grade
1,3
Author
Manuel Talarico (Author)
Publication Year
2022
Pages
21
Catalog Number
V1275224
ISBN (PDF)
9783346719706
ISBN (Book)
9783346719713
Language
German
Tags
Philosophie Politische Philosophie Ideengeschichte Arendt Hannah Arendt Aristoteles Arbeitsverständnis Vergleich Antike Moderne Herstellen Handeln Politische Theorie Politik Vita activa oder Vom tätigen Leben Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Talarico (Author), 2022, Das Arbeitsverständnis nach Aristoteles und Hannah Arendt im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1275224
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