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Till Eulenspiegel

Verfasserfrage, Entwicklungs- und Überlieferungsgeschichte und Analyse des Protagonisten

Title: Till Eulenspiegel

Term Paper , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kerstin Lilienthal (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Till Eulenspiegel gehört zu den prominentesten Figuren der literarischen Welt. Kaum ein anderes Buch der deutschen Literatur hat seit seinem Erscheinen einen ähnlichen nationalen und internationalen Erfolg aufweisen können. Insgesamt liegen bis heute um die 650 Ausgaben vor und das Volksbuch wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Zusätzlich gibt es ca. 250 Jugendbuchbearbeitungen. Kein anderer Stoff der Literatur des Spätmittelalters wurde und wird von Literatur, Malerei, Bildhauerei, Film, Oper, Schauspiel, Ballett, Puppenspiel und Musik so oft bearbeitet und verwendet wie der Eulenspiegel. 1 Aber was ist das Geheimnis des benannten Volksbuches? Wie schafft es ein ständeloser Narr wie Till Eulenspiegel, der sein Leben einzig und allein der Schälkerei unterworfen hat, die Leser aus nahezu allen Nationen über Jahrhunderte weg zu faszinieren und zu fesseln? Liegt die Faszination in der jahrhundertelang ungeklärte Verfasserfrage oder in dem Protagonisten und den auftretenden Personen? Die vorliegende Hausarbeit soll zunächst neben der Verfasserfrage die Entwicklungs- und Überlieferungsgeschichte des Volksbuches aufzeigen. Darauffolgend wird der Protagonist der vorliegenden Historien genauer beleuchtet und abschließend

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verfasserfrage

3. Der Verfasser Hermann Bote

4. Überlieferte Drucke

5. Quellenfrage

6. Aufbau des Werkes

7. Der Name Till Eulenspiegel

8. Charakteristik Till Eulenspiegels

9. Eulenspiegel als Ständespiegel

10. Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die historische Identität des Verfassers der Eulenspiegel-Geschichten, Hermann Bote, und analysiert die Überlieferungsgeschichte sowie die literarische Konzeption des Protagonisten Till Eulenspiegel als gesellschaftlichen Spiegel seiner Zeit.

  • Identifizierung von Hermann Bote als Autor des Volksbuches
  • Analyse der Überlieferungsgeschichte und früher Drucke
  • Untersuchung der Charakteristika und Namensgebung der Figur Till Eulenspiegel
  • Deutung der Historien als ständekritischer Spiegel

Auszug aus dem Buch

7. Der Name Till Eulenspiegel

In den Frühdrucken wird der Name des Protagonisten stets in niederdeutscher Sprache gebraucht und taucht erstmals im Frankfurter Druck von Weygand Han F 1557/1563 auf hochdeutsch auf. „Ulenspeigel“ in all seinen Schreibweisen war zu Botes Lebzeiten ein häufiger Familienname in und um Braunschweig und wurde zum Teil auch als Beiname getragen.

Dass Bote diesen Namen für den Protagonisten der benannten Historien gewählt hat, lässt Raum für Spekulationen, da diesem Namen eine pluralistische Bedeutung zukommt, die bislang nicht eindeutig geklärt werden konnte. Hierbei haben sich jedoch vor allem zwei Deutungsthesen durchgesetzt:

1. Die Wahl des Namens bezüglich der erzieherischen Intention des Autors.

2. Die Wahl des Namens als Ausdrucksgestalt des Protagonisten.

Zum einen lässt sich der Name in die zwei Wörter Eule und Spiegel zerlegen. Die Eule kann zunächst vom niederländischen uul (=ul=Eule) als Dummkopf übersetzt werden, wobei der Spiegel im Sinne eines Lehrbuchs verstanden werden kann, das dem Rezipienten bestimmte Inhalte vermitteln soll. In diesem Fall ergibt sich hieraus die Bedeutung „Spiegel der Dummkömpfe“. Bote zeigt in seinem Buch dem Leser charakteristische Eigenschaften von Personen seiner Zeit auf. Der Protagonist entlarvt in jeder Historie seine Mitmenschen als Narren und Toren, spart sich selbst dabei jedoch nicht aus wie beispielsweise in H65 als Eulenspiegel von einer alten Bäuerin verspottet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Till Eulenspiegel als literarische Figur und Darlegung der zentralen Forschungsfragen der Arbeit.

2. Verfasserfrage: Erörterung der Identifizierung Hermann Botes als Autor durch wissenschaftliche Indizien wie akrostichische Spielereien.

3. Der Verfasser Hermann Bote: Biografische Skizze des Zollschreibers Hermann Bote und Einordnung seines gesellschaftlichen Standes sowie seiner Motivationen.

4. Überlieferte Drucke: Darstellung der bibliografischen Historie des Volksbuches und Bedeutung der gefundenen Fragmente für die Forschung.

5. Quellenfrage: Untersuchung der literarischen Vorlagen und frühen Erwähnungen, die bereits vor den ersten erhaltenen Drucken existierten.

6. Aufbau des Werkes: Strukturelle Analyse der 96 Historien, unterteilt in die Lebensphasen des Protagonisten.

7. Der Name Till Eulenspiegel: Analyse der Namensherkunft und der verschiedenen Deutungsansätze bezüglich der Funktion der Figur.

8. Charakteristik Till Eulenspiegels: Betrachtung der vielschichtigen Persönlichkeit Eulenspiegels zwischen positiven Eigenschaften und provokanter Schälkerei.

9. Eulenspiegel als Ständespiegel: Interpretation des Werkes als satirische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Ständen und deren Missständen.

10. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Till Eulenspiegel, Hermann Bote, Schelmenliteratur, Volksbuch, Verfasserfrage, Ständespiegel, Spätmittelalter, Literaturgeschichte, Schwankliteratur, Akrostichon, Sozialkritik, Narr, Braunschweig, Überlieferungsgeschichte, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das bekannte Volksbuch um Till Eulenspiegel, insbesondere hinsichtlich der Autorenschaft durch Hermann Bote und der Funktion der Figur als satirischer Spiegel der mittelalterlichen Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Verfasserfrage, die bibliografische Geschichte der Drucke, die Charakterzeichnung des Protagonisten sowie die Ständekritik innerhalb der Erzählungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie es dem Protagonisten gelingt, durch seine Rolle als Narr die bestehende gesellschaftliche Ordnung kritisch zu hinterfragen und zu entlarven.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Biografik mit der Untersuchung von Textquellen, Druckfragmenten und motivgeschichtlichen Vergleichen kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Identifikation Hermann Botes, der Quellenanalyse der Schwankliteratur, dem Aufbau des Werkes sowie einer detaillierten Charakterisierung der Figur Eulenspiegel in ihrem sozialen Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Till Eulenspiegel, Hermann Bote, Schelmenliteratur, Ständekritik und die Autorendebatte.

Wie gelang die Zuordnung des Autors Hermann Bote?

Die Identifizierung erfolgte maßgeblich durch Dr. Peter Honegger, der akrostichische Spielereien und stilistische Parallelen zwischen dem Eulenspiegel-Buch und anderen Werken Botes entdeckte.

Warum wird Eulenspiegel als „Ständespiegel“ bezeichnet?

Weil der Protagonist die verschiedenen Schichten der mittelalterlichen Gesellschaft durchläuft und durch seine Streiche die moralischen Laster und Missstände jedes Standes – vom Adel bis zum Wirt – offenlegt.

Welche Rolle spielt der „Wortwitz“ bei Eulenspiegels Streichen?

Eulenspiegel nutzt die Doppeldeutigkeit der Sprache, indem er Anweisungen wörtlich nimmt, die metaphorisch gemeint waren, und entlarvt so die Unschärfe und Heuchelei seiner Gegenspieler.

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Details

Title
Till Eulenspiegel
Subtitle
Verfasserfrage, Entwicklungs- und Überlieferungsgeschichte und Analyse des Protagonisten
College
University of Flensburg
Course
Schelmenliteratur
Grade
1,3
Author
Kerstin Lilienthal (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V127308
ISBN (eBook)
9783640339730
ISBN (Book)
9783640336722
Language
German
Tags
Till Eulenspiegel Verfasserfrage Entwicklungs- Analyse Protagonisten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Lilienthal (Author), 2008, Till Eulenspiegel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127308
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