Das Thema dieser Unterrichtssequenz stellt die Einführung in die Unterrichtsreihe
„Gemeinschaften fordern mich heraus – Lebensmöglichkeiten mit
der Kirche“ dar. Als Kernthema für die Klasse 9 in der Realschule steht diese
Reihe unter dem Leitmotiv „Verantwortung sehen und übernehmen – als
Christ in dieser Welt handeln“.1 Der inhaltliche Schwerpunkt der Unterrichtsreihe
ist in den Richtlinien klar auf den Aspekt der „Gemeinschaft“ gelegt;
allerdings scheint es mir wichtig, Grundvoraussetzungen für das Entstehen
von „Gemeinschaft“ darzulegen, denn eine Gemeinschaft kann nur dann entstehen,
wenn mehrere Menschen mit gleichen oder ähnlichen Interessen
sich zusammenschließen, um gemeinsam zu handeln. Dies ist für die ekklesiologische
Dimension des Kernthemas von besonderer Bedeutung, denn
„Kirche“ fängt nicht bei „Gemeinschaft“ an, sondern dort, „wo zwei oder drei
in meinem (Jesu) Namen versammelt sind...“, wie es in einem bekannten
Kanon heißt. Auf diese Weise wird die Themenwahl dem o.g. Leitmotiv für
die Stufe 9 gerecht, da gemeinschaftliches Leben (in welcher Form auch immer)
zunächst auf die Initiative und das Handeln des einzelnen Menschen in
dieser Welt gründet.
Den Richtlinien gemäß taucht der Begriff „Gemeinschaft“ in der Themenformulierung
„Ein Traum von Gemeinschaft – Gemeinschaft, wie Jesus sie
will“ für die Stufe 5 zum ersten Mal auf. Für die Unterrichtssequenz in der
Klasse neun gilt es nun, Kriterien für Begegnung, Kontaktaufnahme mit
Gleichgesinnten, für das Knüpfen und das Leben freundschaftlicher Beziehung
zu entwickeln, um in einem weiteren Schritt wesentliche Grundzüge
(kirchlicher) Gemeinschaft zu untersuchen, denn gemeinschaftliches Leben
in der Kirche beruht auf „wechselseitigem Engagement der Kirche für den
einzelnen Menschen und des einzelnen Menschen für die Kirche“2
1 Vgl. dazu: Kultusministerium des Landes NW (Hg.), Richtlinien und Lehrpläne für die Realschule
in Nordrhein-Westfalen. Katholische Religionslehre, Frechen 1994, Heft 3306; S.
138f..
2 Vgl. ebd..
Inhaltsverzeichnis
- Bezüge zu den Lehrplanvorgaben
- Intentionen der Unterrichtsreihe
- Aufbau der Unterrichtsreihe
- „Hey! Ja?“ Zwei Menschen werden Freunde
- „Du! Ich?“ - Eigenschaften eines guten Freundes
- „Y-e-a-h!“ - Eigenschaften eines guten Freundes
- „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch“ Die Bildrede vom Weinstock (Joh 15, 1-7)
- „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch“ – Die Bildrede vom Weinstock (II)
- Beschreibung der Klassensituation und der allgemeinen Lernvoraussetzungen
- Analyse der Sachstruktur
- Elementare Strukturen
- Elementare Erfahrungen
- Elementare Zugänge
- Elementare Wahrheiten
- Didaktische Analyse
- Darstellung von drei zusammenhängenden Stunden der Reihe
- Erste Stunde: „Hey! Ja? - Zwei Menschen werden Freunde
- Zweite Stunde: „Du! Ich?“ – Eigenschaften eines guten Freundes
- Dritte Stunde: „Y-e-a-h!“ – Eigenschaften eines guten Freundes
- Gesamtreflexion
- Literatur
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Unterrichtssequenz "Hey! Ja? - Freundschaft als Anfang und Basis kirchlicher Gemeinschaft" dient als Einführung in die Unterrichtsreihe "Gemeinschaften fordern mich heraus - Lebensmöglichkeiten mit der Kirche". Sie richtet sich an die Klasse 9 einer Städtischen Realschule und soll die Schüler befähigen, die Bedeutung von Freundschaft als Grundlage für Gemeinschaft zu verstehen. Die Reihe fokussiert auf die Rolle des Einzelnen und die Verantwortung, die er innerhalb einer Gemeinschaft trägt.
- Die Bedeutung von Freundschaft als Grundlage für Gemeinschaft
- Die Rolle des Einzelnen in der Gestaltung von Gemeinschaft
- Die Herausforderungen und Möglichkeiten von Gemeinschaft
- Der Bezug zwischen Freundschaft und dem christlichen Glauben
- Die vielfältigen Dimensionen von Gemeinschaft in der Kirche
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel behandelt die Einordnung der Unterrichtssequenz in den Lehrplan und die Richtlinien für den katholischen Religionsunterricht. Es wird die Verbindung zwischen Freundschaft und dem Konzept der „Gemeinschaft“ hergestellt, die in der Kirche eine zentrale Rolle spielt.
Im zweiten Kapitel werden die Intentionen der Unterrichtsreihe erläutert, die darin bestehen, die Schüler zu befähigen, die Bedeutung von Gemeinschaft und Freundschaft zu verstehen. Die Schüler sollen erkennen, wie Kirche als "Freundesgemeinschaft" den Menschen Lebensmöglichkeiten eröffnet.
Der dritte Abschnitt beschreibt den Aufbau der Unterrichtsreihe, die in fünf Stunden gegliedert ist. Die ersten drei Stunden fokussieren auf das Thema Freundschaft, die letzten beiden Stunden behandeln die Bildrede vom Weinstock (Joh 15, 1-7) im Kontext der kirchlichen Gemeinschaft.
Der vierte Abschnitt stellt die Klassensituation und die allgemeinen Lernvoraussetzungen der Schüler dar. Es wird die Zusammensetzung der Lerngruppe und das allgemeine Lernverhalten der Klasse 9 beschrieben.
Im fünften Kapitel wird die Sachstruktur der Unterrichtssequenz analysiert. Es werden die elementaren Strukturen, Erfahrungen, Zugänge und Wahrheiten im Zusammenhang mit Freundschaft und Gemeinschaft beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Unterrichtssequenz sind Gemeinschaft, Freundschaft, Kirche, christlicher Glaube, Verantwortung, Begegnung, Kontaktaufnahme, Lebensmöglichkeiten, Freundesgemeinschaft, dreifacher Auftrag der Kirche, Weinstock-Bildrede, Joh 15, 1-7.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Unterrichtseinheit „Hey! Ja?“?
Ziel ist es, Schülern der 9. Klasse die Bedeutung von Freundschaft als Grundlage für das Entstehen und Erleben kirchlicher Gemeinschaft zu vermitteln.
Warum wird Freundschaft im Religionsunterricht thematisiert?
Weil Gemeinschaft dort beginnt, wo Menschen mit ähnlichen Interessen zusammenkommen. In der Ekklesiologie gründet Kirche auf der Initiative des Einzelnen und wechselseitigem Engagement.
Welche biblische Grundlage wird in der Reihe verwendet?
Die Bildrede vom Weinstock (Johannes 15, 1-7) dient als zentrales Element, um die Verbindung zwischen dem Einzelnen, der Gemeinschaft und Christus zu verdeutlichen.
Für welche Klassenstufe ist das Konzept konzipiert?
Das Konzept ist spezifisch für die 9. Klasse an Realschulen in Nordrhein-Westfalen gemäß den dortigen Richtlinien entwickelt worden.
Was sind die „elementaren Erfahrungen“ in dieser Sequenz?
Dazu gehören das Knüpfen von Kontakten, das Erleben von Freundschaft und die Erkenntnis, dass gemeinschaftliches Handeln auf persönlicher Verantwortung basiert.
Wie wird „Kirche“ in diesem Kontext definiert?
Kirche wird als eine „Freundesgemeinschaft“ verstanden, die dem Menschen Lebensmöglichkeiten eröffnet und durch den Einsatz des Einzelnen lebendig wird.
- Quote paper
- Marius Stelzer (Author), 2001, Hey! - Ja? Freundschaft als Anfang und Basis kirchlicher Gemeinschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12685