Die Geschichte des Schinderhannes wurde in meiner Kindheit an mich herangetragen, aufgrund der geographischen Nähe der Ereignisse. Hierbei wurde allerdings nicht allein der Mythos behandelt, denn die Geschehnisse wurden mit historischen Fakten belegt. Interessant war der Wissensvergleich mit älteren Generationen, die eine positivere Auffassung von dem berühmten Schinderhannes hatten. Im Hinblick auf diese unterschiedliche Betrachtungsweise und Weitergabe von erinnerter Kultur ergibt sich meine Forschungsfrage: Auf welche Weise konnte sich der positive Mythos über Schinderhannes als Räuber und Held etablieren, obwohl die wissenschaftlichen Belege diesem Eindruck widersprechen? Diese Frage versuche ich in meinem Essay mithilfe der Forschungsliteratur von Stillmark, Mathy, Hirte und Kasper-Holtkotte zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
- 1. EINLEITUNG
- 2. SCHINDERHANNES – ETABLIERUNG EINES MYTHOS
- 3. FAZIT - SCHINDERHANNES ALS VERBRECHER UND MÖRDER.
- 4. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Essay untersucht die Etablierung des Schinderhannes-Mythos und beleuchtet die Diskrepanz zwischen dem positiven Bild des „Räubers und Helden“ und den wissenschaftlichen Beweisen für seine Verbrechen. Die Forschungsfrage des Essays lautet: Wie konnte sich der positive Mythos über Schinderhannes als Räuber und Held etablieren, obwohl die wissenschaftlichen Belege diesem Eindruck widersprechen?
- Der Mythos des Schinderhannes
- Die historische Quellenlage zum Schinderhannes
- Die Rolle der Bänkelsänger und der mündlichen Überlieferung
- Die politische und gesellschaftliche Situation im Kontext der Französischen Revolution
- Die Ambivalenz des Schinderhannes-Bildes zwischen Held und Verbrecher
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage des Essays dar, die sich aus der unterschiedlichen Betrachtungsweise des Schinderhannes in verschiedenen Generationen ergibt. Der Fokus liegt auf der Frage, wie der positive Mythos über Schinderhannes als Räuber und Held trotz widerstreitender wissenschaftlicher Belege entstehen konnte.
2. Schinderhannes - Etablierung eines Mythos
Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung des Schinderhannes-Mythos, der vor allem durch die mündliche Überlieferung und die Rolle der Bänkelsänger geprägt wurde. Die Dürftigkeit der historischen Quellenlage, die Instabilität in Schinderhannes' Jugend und seine Verbindung zu den Bänkelsängern werden als Schlüsselfaktoren für die Entstehung und Verbreitung des Mythos hervorgehoben.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Schinderhannes wirklich?
Historisch gesehen war Schinderhannes ein Verbrecher und Mörder, dessen Taten durch wissenschaftliche Belege dokumentiert sind, auch wenn das Volksbild ihn oft anders darstellt.
Wie entstand der positive Mythos vom "Räuberhauptmann"?
Der Mythos wurde vor allem durch Bänkelsänger und mündliche Überlieferungen geprägt, die ihn als heldenhaften Rebellen stilisierten.
Welche Rolle spielte die Französische Revolution für den Mythos?
Die politische Instabilität und gesellschaftlichen Umbrüche der Zeit schufen den Nährboden für die Sehnsucht nach einer heldenhaften Identifikationsfigur.
Warum gibt es Diskrepanzen zwischen Wissenschaft und Volksglauben?
Während die Wissenschaft auf Fakten und Quellen basiert, stützt sich der Mythos auf erinnerte Kultur und die selektive Weitergabe positiver Erzählungen über Generationen hinweg.
Wie zuverlässig ist die Quellenlage zum Schinderhannes?
Die Quellenlage gilt als eher dürftig und lückenhaft, was die Etablierung von Mythen und Legenden zusätzlich begünstigte.
- Citar trabajo
- Angelina Marx (Autor), 2022, Die Geschichte des Mythos. Erzählungen zwischen Mythos und Wissenschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266519