Gerd Langguth, Staatssekretär a.D., beklagt in einem politikwissenschaftlichen Aufsatz, Deutschland leide unter einem Reformstau. Den Grund hierfür sieht er darin, dass „kaum ein anderes demokratisches Land (..) durch ein so verfeinertes System von "checks and balances", von Machtteilung, Machtverschränkung, aber auch Machtferne definiert (ist) wie das deutsche, in dem kraftvolles Regieren aufgrund unterschiedlichster, jedoch parallel wirkender Einflusssphären erschwert wird.“
Eine wichtige Rolle bei der Machtteilung nimmt der Bundesrat ein. Deshalb steht er oft im Mittelpunkt des Interesses, wenn das Blockadepotenzial innerhalb der deutschen Politik untersucht wird.
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll untersucht werden, inwieweit es sich beim Bundesrat um ein Blockadeinstrument der Politik handelt.
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Bundesrat in der Gesetzgebung
- Funktion des Bundesrates
- Der Bundesrat als Vetospieler in der Politikwissenschaft
- Das Blockadeverhalten unter parteipolitisch und nicht-parteipolitisch bestimmten Gesichtspunkten
- Nicht-parteipolitisch bestimmte Politik des Bundesrates
- Der Bundesrat und die Europäische Union
- Der Bundesrat als Vertreter heterogener Landesinteressen
- Parteipolitisch bestimmte Einflussnahme des Bundesrates
- Regierungsmehrheit im Bundesrat
- Unklare Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat
- Oppositionsmehrheit im Bundesrat
- Nicht-parteipolitisch bestimmte Politik des Bundesrates
- Zusammenfassung und Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Frage, ob der Bundesrat als Blockadeinstrument der Politik betrachtet werden kann. Sie analysiert die Rolle des Bundesrates im Gesetzgebungsprozess und untersucht, inwieweit er durch seine Einspruchs- und Zustimmungsrechte die Bundespolitik beeinflussen kann. Dabei werden sowohl parteipolitische als auch nicht-parteipolitische Einflussfaktoren berücksichtigt.
- Die Rolle des Bundesrates im Gesetzgebungsprozess
- Die Funktion des Bundesrates als Vertreter der Länderinteressen
- Das Blockadepotenzial des Bundesrates im Kontext der Machtteilung
- Die Einflussnahme des Bundesrates auf die Bundespolitik durch parteipolitische und nicht-parteipolitische Faktoren
- Die Bedeutung des Bundesrates für die deutsche Demokratie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und den methodischen Ansatz der Arbeit vor. Sie beleuchtet die unterschiedlichen Perspektiven auf die Instrumentalisierung des Bundesrates und skizziert den Aufbau der Arbeit.
Kapitel 2 beschreibt die Rolle des Bundesrates im Gesetzgebungsprozess. Es erläutert die verschiedenen Arten von Gesetzen und die unterschiedlichen Mitwirkungsrechte des Bundesrates. Dabei wird auch auf die Bedeutung der Einspruchs- und Zustimmungsgesetze eingegangen.
Kapitel 3 beleuchtet die Funktion des Bundesrates als Vertreter der Länderinteressen. Es untersucht die Bedeutung des Bundesrates für die föderale Struktur Deutschlands und die Rolle des Bundesrates als Vermittler zwischen Bund und Ländern.
Kapitel 4 analysiert den Bundesrat als Vetospieler im Kontext der Politikwissenschaft. Es greift verschiedene theoretische Ansätze auf, die das Blockadepotenzial des Bundesrates im deutschen politischen System erklären.
Kapitel 5 untersucht das Blockadeverhalten des Bundesrates unter parteipolitisch und nicht-parteipolitisch bestimmten Gesichtspunkten. Es analysiert die Einflussnahme des Bundesrates auf die Bundespolitik in verschiedenen Mehrheitskonstellationen und beleuchtet die Rolle des Bundesrates im Verhältnis zur Europäischen Union.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Bundesrat, die Gesetzgebung, die Machtteilung, das Blockadepotenzial, die Länderinteressen, die parteipolitische Einflussnahme, die nicht-parteipolitische Einflussnahme, die Europäische Union und die deutsche Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Wird der Bundesrat tatsächlich als Blockadeinstrument genutzt?
Die Hausarbeit untersucht dies kritisch und analysiert, inwieweit Parteipolitik oder sachbezogene Landesinteressen zu Verzögerungen im Gesetzgebungsprozess führen.
Was ist der Unterschied zwischen Einspruchs- und Zustimmungsgesetzen?
Bei Zustimmungsgesetzen muss der Bundesrat aktiv zustimmen, damit ein Gesetz zustande kommt; bei Einspruchsgesetzen kann er lediglich Einspruch erheben, der vom Bundestag überstimmt werden kann.
Welche Rolle spielt die Parteipolitik im Bundesrat?
Wenn die Opposition im Bundestag die Mehrheit im Bundesrat hält, steigt das Potenzial für politisch motivierte Blockaden von Regierungsvorhaben erheblich an.
Vertritt der Bundesrat nur parteipolitische Interessen?
Nein, er fungiert auch als Vertreter heterogener Landesinteressen und befasst sich mit spezifischen Verwaltungsfragen sowie Angelegenheiten der Europäischen Union.
Was versteht die Politikwissenschaft unter einem „Vetospieler“?
Ein Vetospieler ist ein Akteur, dessen Zustimmung zwingend erforderlich ist, um den politischen Status quo zu ändern, was auf den Bundesrat bei vielen Gesetzen zutrifft.
- Quote paper
- Christian Spöcker (Author), 2008, Ist der Bundesrat ein Blockadeinstrument der Politik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126570