Ziel dieser Arbeit ist es, die besondere Rolle Duisburgs während der Besatzung herauszuarbeiten. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Sicherheitslage. Damit stößt diese Arbeit in eine Forschungslücke. Zunächst wird der umfangreiche historische Kontext erläutert, was wegen der geringen Bekanntheit der Besatzung auch in diesem Umfang notwendig ist. Anschließend wird die Entwicklung der öffentlichen Sicherheit im 1923 besetzten Ruhrgebiet erläutert, samt der damit verbundenen Faktoren, wie etwa dem Streit um die Ausrichtung der deutschen Polizei. Im letzten Abschnitt des Hauptteils wird dann der Vergleich zur Duisburger Entwicklung gezogen und auf die verschiedenen lokalen Besonderheiten eingegangen.
Knapp 100 Jahre nach ihrem Beginn ist die Ruhrbesetzung weitestgehend in Vergessenheit geraten. Wann, warum oder wie lange dürften in diesem Kontext die wenigsten Menschen wissen. In Schulen, aber auch Universitäten gehört sie keinesfalls zum Lehrkanon. Dass sie nicht ins Narrativ der Deutsch-Französischen Freundschaft passt, in dem bis auf den Zweiten Weltkrieg, stets das historische Miteinander betont wird, dürfte ein Hauptgrund dafür sein.
Die Ruhrbesetzung begann am 11. Januar 1923, als französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet von Duisburg bis Dortmund besetzten. Anlass war ein Rückstand Deutschlands bei den Reparationszahlungen gegenüber den Alliierten in Form von Holz und Kohle, was sich allerdings schnell als erstbeste Begründung für eine längst beschlossene Sache herausstellte. Geprägt war die Besatzungszeit vom passiven Widerstand, der Anordnung der Reichsregierung an die Ruhrbevölkerung, stets sämtliche Befehle der Besatzer entschieden, aber friedlich zu ignorieren. Die mit dem passiven Widerstand einhergehende Lohnfortzahlung für all jene, die durch die Besatzung arbeitslos wurden, sollte die Wirtschaftsprobleme der Weimarer Republik noch weiter anheizen. Zudem sorgten Streitigkeiten über die Struktur der deutschen Polizei dafür, dass die Besatzer die Gefahrenlage im besetzten Gebiet bewusst eskalieren ließ. Insgesamt dauerte die Ruhrbesatzung bis August 1925. Sie war innerhalb der Alliierten stets umstritten, so drängte Großbritannien die französische Regierung 1924 dazu, den Dawes-Plan zu akzeptieren und die Besatzung so innerhalb eines Jahres zu beenden.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Einleitung
- historischer Kontext
- Alliierte Polizeireform
- die Besetzung
- Situation der Polizei
- Allgemeine Sicherheitslage
- Die Ersatzpolizei
- Sonderfall Duisburg
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der besonderen Rolle Duisburgs während der Ruhrbesetzung von 1923-25, insbesondere mit Blick auf die Sicherheitslage. Durch die Fokussierung auf Duisburg wird eine Forschungslücke geschlossen und die Sicherheitslage während der Besatzungszeit im Ruhrgebiet aus einer lokalen Perspektive beleuchtet.
- Die historische Entwicklung der Sicherheitslage im Ruhrgebiet im Kontext der Besatzung.
- Die Rolle der Polizei und ihre strukturellen Herausforderungen während der Besatzung.
- Die besondere Situation in Duisburg als Sonderfall innerhalb der Ruhrbesetzung.
- Die Auswirkungen der Ruhrbesetzung auf die Sicherheitslage in Duisburg.
- Die Herausforderungen und Anpassungen, die die Polizei in Duisburg während der Besatzung bewältigen musste.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Ruhrbesetzung in ihren historischen Kontext einordnet und die Zielsetzung der Arbeit darlegt. Anschließend wird der historische Kontext der Besatzung ausführlich behandelt, wobei der Vertrag von Versailles und die Sicherheitslage im Ruhrgebiet vor der Besatzung betrachtet werden.
Im nächsten Kapitel wird die Besatzung des Ruhrgebiets selbst thematisiert, insbesondere die Situation der Polizei und die Auswirkungen der Besatzung auf die Sicherheitslage. Der Fokus liegt dabei auf dem Streit um die Ausrichtung der deutschen Polizei während der Besatzung.
Schließlich wird der Sonderfall Duisburg im Detail betrachtet und dessen lokale Besonderheiten während der Ruhrbesetzung herausgestellt. Die Arbeit endet mit einem Fazit, das die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe dieser Arbeit sind Ruhrbesetzung, Sicherheitslage, Polizei, Duisburg, historischer Kontext, Sonderfall, Ersatzpolizei, Schutzpolizei, Sicherheitspolizei, passive Widerstand, Reparationszahlungen, Dawes-Plan.
Häufig gestellte Fragen
Wann fand die Ruhrbesetzung statt?
Die Ruhrbesetzung durch französische und belgische Truppen dauerte vom 11. Januar 1923 bis zum August 1925.
Warum gilt Duisburg als "Sonderfall" während der Besatzung?
Duisburg hatte aufgrund seiner Lage und Bedeutung als Industriestandort eine spezifische Sicherheitslage und Polizeistruktur, die sich von anderen Städten im Ruhrgebiet unterschied.
Was war der Anlass für die Ruhrbesetzung?
Offizieller Anlass war ein Rückstand Deutschlands bei den Reparationszahlungen in Form von Holz und Kohle nach dem Ersten Weltkrieg.
Was bedeutete "passiver Widerstand" für die Bevölkerung?
Die Reichsregierung ordnete an, Befehle der Besatzer friedlich zu ignorieren. Dies führte zu Lohnfortzahlungen für Streikende und heizte die Inflation in der Weimarer Republik an.
Wie veränderte sich die Polizei während dieser Zeit?
Es gab massive Konflikte um die Struktur der deutschen Polizei (z.B. Schutzpolizei vs. Ersatzpolizei), wobei die Besatzer die Sicherheitslage teils bewusst eskalieren ließen.
- Quote paper
- Jonas Kneis (Author), 2022, Polizei und Sicherheitslage während der Ruhrbesetzung 1923-25. Der Sonderfall Duisburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265579