In ihrem Buch Gerechtigkeit oder das gute Leben präsentiert Martha Nussbaum den aristotelischen Ansatz für eine Theorie der Verteilungs gerechtigkeit. In einem ersten Schritt präsentiert sie eine Beschreibung essentieller menschlicher Funktionen und in einem zweiten Schritt eine
Liste menschlicher Fähigkeiten. Ausgehend von der Liste menschlicher Fähigkeiten, lassen sich sowohl, ein menschliches als auch ein gutes menschliches Leben definieren. Nussbaum verbindet damit nach aristotelischem Vorbild Politik und Ethik in einer sogenannt "dicken"
Konzeption des guten Lebens, welche vom Staat verlangt, die Voraussetzungen zur Förderung jener, ein gutes Leben konstituierenden Fähigkeiten zu schaffen. Die Bezeichnung "dicke Konzeption des Guten" rührt von der von Martha Nussbaum vorgestellten expliziten Liste
menschlicher Grundfähigkeiten, die bei einem Menschen ausgebildet sein müssen, um von einem menschlichen Leben bzw. einem guten menschlichen Leben sprechen zu können. Nussbaums Konzeption ist deshalb aristotelisch, weil sie besagt, dass sich der Wert von Gütern erst
aus deren Nutzen für Tätigkeiten der Menschen ergibt.
In dieser Arbeit wird eine Interpretation von Martha Nussbaum "Gerechtigkeit oder das gute Leben" vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
- Nussbaums Fähigkeitenansatz - Abgrenzung gegenüber dem Utilitarismus
- Die Fähigkeitenliste
- Rolle des internalistischen Realismus
- Probleme bei der Verwendung des internalistischen Realismus
- Auswahlkriterien
- Rationalitätskriterien
- Schlusswort
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Martha Nussbaums Fähigkeitenansatz in "Gerechtigkeit oder das gute Leben" zielt darauf ab, eine Theorie der Verteilungsgerechtigkeit zu entwickeln, die auf Aristoteles' Philosophie basiert. Sie präsentiert eine Liste essentieller menschlicher Fähigkeiten, die sowohl ein menschliches Leben als auch ein gutes menschliches Leben definieren. Nussbaum argumentiert, dass der Staat die Voraussetzungen für die Förderung dieser Fähigkeiten schaffen sollte, um ein "dickes" Konzept des guten Lebens zu ermöglichen.
- Abgrenzung des Fähigkeitenansatzes vom Utilitarismus
- Die Bedeutung der Fähigkeitenliste für die Definition eines guten Lebens
- Die Rolle des internalistischen Realismus in der Begründung der Fähigkeitenliste
- Kritik an der Verwendung des internalistischen Realismus bei der Auswahl der Fähigkeiten
- Die Herausforderungen der Universalität und des Konsenses in Nussbaums Ansatz
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel stellt Nussbaums Fähigkeitenansatz vor und grenzt ihn vom Utilitarismus ab. Es wird erläutert, wie die Fähigkeitenliste ein "dickes" Konzept des guten Lebens definiert und wie der Staat die Voraussetzungen für die Förderung dieser Fähigkeiten schaffen sollte. Das zweite Kapitel untersucht die Probleme, die mit der Verwendung des internalistischen Realismus in Verbindung mit der Fähigkeitenliste verbunden sind. Es werden insbesondere die Auswahlkriterien für die Fähigkeitenliste und die Frage nach der Rationalität des internalistischen Realismus diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Fähigkeitenansatz, die Verteilungsgerechtigkeit, den Utilitarismus, den internalistischen Realismus, die Fähigkeitenliste, die menschliche Natur, das gute Leben, die Politikformulierung und die Kritik an Nussbaums Ansatz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern von Nussbaums Fähigkeitenansatz?
Der Ansatz definiert eine Liste essentieller menschlicher Fähigkeiten, die vorhanden sein müssen, um ein wahrhaft menschliches und gutes Leben führen zu können.
Warum wird der Ansatz als „aristotelisch“ bezeichnet?
Weil Nussbaum wie Aristoteles davon ausgeht, dass sich der Wert von Gütern erst aus ihrem Nutzen für die tatsächliche Lebensführung und Tätigkeit des Menschen ergibt.
Wie unterscheidet sich Nussbaums Theorie vom Utilitarismus?
Während der Utilitarismus auf die Maximierung von Nutzen oder Glück zielt, fokussiert Nussbaum auf die tatsächliche Befähigung des Einzelnen zu bestimmten Funktionen.
Was bedeutet „internalistischer Realismus“ in diesem Kontext?
Es ist die philosophische Grundlage, mit der Nussbaum versucht, die universelle Gültigkeit ihrer Fähigkeitenliste zu begründen, ohne auf rein externe Metaphysik zurückzugreifen.
Welche Aufgabe weist Nussbaum dem Staat zu?
Der Staat ist verpflichtet, die sozialen und materiellen Voraussetzungen zu schaffen, damit Bürger ihre Grundfähigkeiten tatsächlich ausbilden und nutzen können.
- Quote paper
- Elena Holzheu (Author), 2004, Zur Verwendung des internalistischen Realismus bei Martha C. Nussbaums Fähigkeitenansatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126404