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William Shakespeares "Hamlet" - Intertextualitäten in Goethes "Wilhelm Meister"

Ein Essay

Title: William Shakespeares "Hamlet" - Intertextualitäten in Goethes "Wilhelm Meister"

Essay , 2000 , 7 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Stephanie Lipka (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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Summary Excerpt Details

Wilhelm Meister inszeniert "Hamlet". Oder inszeniert Goethe ihn?
Dieser Essay beschäftigt sich mit der Frage der Intertextualität in der bildenden Literatur.
"Wilhelm Meister" macht neugierig auf "Hamlet" und lässt den Leser das Stück mit empfindsamen Augen sehen. Ist das Bildung? Bei seinem Aufenthalt mit den anderen Schauspielern auf dem Schloss des Grafen (3.Buch) bringt
eine flüchtige Bemerkung Jarnos (3.Buch, 8. Kapitel) Wilhelm Meister Shakespeares Werken näher,
und er scheint sie geradezu zu verschlingen (3.Buch, 11 .Kapitel, „Wilhelm hatte kaum einige Stücke
Shakespeares gelesen“ und ist insbesondere fasziniert von Shakespeares Schicksalsbegriff). Das
Schicksal ist für Wilhelm Meister eine bedeutungsvolle Größe, die den Menschen leitet: und zu einem
Ziel treibt. Allerdings sieht Wilhelm Meister im Laufe des fünften Buches ein, dass das
Schicksal nicht immer produktiv erscheint. Er erkennt vielmehr, dass es auch plötzlich und
zerstörerisch zuschlagen kann, was etwa der Tod seines Vaters ihm zeigt.
Schon zu Beginn des Romans hat Wilhelm sich wiederholt über den Schicksalsbegriff Gedanken
gemacht und versucht, Ereignisse und Handlungen in seinem Leben mit seinen Ideen hinter den
Worten „Schicksal“ oder „Bestimmung“ -insbesondere auf die Bestimmung zur Schauspielerei
bezogen- zu erklären. Vielfach hat er mit seinen Mitmenschen über diese Gedanken zu diskutieren
versucht, jedoch zumeist unbefriedigende Antworten erhalten (etwa im ersten Buch, 17. Kapitel: Der
Unbekannte erwidert auf Wilhelms Schicksalsanspielungen: [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Wie kommt Wilhelm Meister zu Shakespeares Stücken?

2. Wie unterscheiden sich Wilhelms Ansichten über Shakespeare und die Inszenierung des „Hamlet“ von Serlos Ansichten? Welche Aspekte des „Hamlet“ werden aufgegriffen?

3. Inwieweit gibt es Entsprechungen zwischen den Charakteren des "Wilhelm Meisters" und denen des "Hamlet"?

4. Was lässt sich aufgrund dieser textlichen Beobachtungen über den Bildungsanspruch des "Wilhelm Meisters" sagen?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefgreifende intertextuelle Verknüpfung zwischen William Shakespeares "Hamlet" und Johann Wolfgang Goethes Roman "Wilhelm Meisters Lehrjahre", wobei der Fokus insbesondere auf der Charakterentwicklung Wilhelms durch die Auseinandersetzung mit dem Shakespeare-Stoff sowie auf dem zentralen Bildungsbegriff liegt.

  • Die Funktion von Shakespeares "Hamlet" als Spiegel der Identitätsfindung für Wilhelm Meister.
  • Komparative Analyse der Charaktere aus "Wilhelm Meister" und "Hamlet" hinsichtlich ihrer Schicksalsverflechtung.
  • Die theoretische und praktische Auseinandersetzung der Romanfiguren mit theatralen Inszenierungsfragen.
  • Reflektion über den Bildungsanspruch im Werk unter Einbeziehung klassischer dramentheoretischer Prinzipien wie Katharsis.

Auszug aus dem Buch

Wie kommt Wilhelm Meister zu Shakespeares Stücken?

Bei seinem Aufenthalt mit den anderen Schauspielern auf dem Schloss des Grafen (3.Buch) bringt eine flüchtige Bemerkung Jarnos (3.Buch, 8. Kapitel) Wilhelm Meister Shakespeares Werken näher, und er scheint sie geradezu zu verschlingen (3.Buch, 11 .Kapitel, „Wilhelm hatte kaum einige Stücke Shakespeares gelesen“ und ist insbesondere fasziniert von Shakespeares Schicksalsbegriff). Das Schicksal ist für Wilhelm Meister eine bedeutungsvolle Größe, die den Menschen leitet: und zu einem Ziel treibt. Allerdings sieht Wilhelm Meister im Laufe des fünften Buches ein, dass das Schicksal nicht immer produktiv erscheint. Er erkennt vielmehr, dass es auch plötzlich und zerstörerisch zuschlagen kann, was etwa der Tod seines Vaters ihm zeigt.

Schon zu Beginn des Romans hat Wilhelm sich wiederholt über den Schicksalsbegriff Gedanken gemacht und versucht, Ereignisse und Handlungen in seinem Leben mit seinen Ideen hinter den Worten „Schicksal“ oder „Bestimmung“ -insbesondere auf die Bestimmung zur Schauspielerei bezogen- zu erklären. Vielfach hat er mit seinen Mitmenschen über diese Gedanken zu diskutieren versucht, jedoch zumeist unbefriedigende Antworten erhalten (etwa im ersten Buch, 17. Kapitel: Der Unbekannte erwidert auf Wilhelms Schicksalsanspielungen: „Leider höre ich schon wieder das Wort Schicksal von einem jungen Manne aussprechen, der sich eben in einem Alter befindet, wo man gewöhnlich seinen lebhaften Neigungen den Willen höherer Wesen unterzuschieben pflegt.“ Diese Aussagen schwächen die Stellung des Schicksals gegenüber der Vernunft ab.), doch nun nimmt Wilhelm Meister durch die Komplexität der Shakespeareschen Charaktere die Erlebnisse und „Schicksale“ anderer Personen wahr und beginnt sich mit ihnen zu identifizieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wie kommt Wilhelm Meister zu Shakespeares Stücken?: Dieses Kapitel beleuchtet den Initialkontakt Wilhelm Meisters mit dem Werk Shakespeares und die Entwicklung seines persönlichen Schicksalsverständnisses im Spiegel der gelesenen Stücke.

2. Wie unterscheiden sich Wilhelms Ansichten über Shakespeare und die Inszenierung des „Hamlet“ von Serlos Ansichten? Welche Aspekte des „Hamlet“ werden aufgegriffen?: Hier werden die konträren Positionen zwischen Wilhelm und Serlo hinsichtlich der Werkauthentizität sowie die spezifische Charakterinterpretation von Hamlet und Ophelia im Rahmen der Probenarbeit diskutiert.

3. Inwieweit gibt es Entsprechungen zwischen den Charakteren des "Wilhelm Meisters" und denen des "Hamlet"?: Dieser Teil analysiert die strukturellen Parallelen und Rollenbesetzungen innerhalb der Schauspieltruppe, die Wilhelm und seine Gefährten in eine den Hamlet-Figuren analoge Situation versetzen.

4. Was lässt sich aufgrund dieser textlichen Beobachtungen über den Bildungsanspruch des "Wilhelm Meisters" sagen?: Das abschließende Kapitel interpretiert die Inszenierung des "Hamlet" als aktiven Bildungsprozess, der sowohl bei den Schauspielern als auch beim Publikum eine kathartische Wirkung entfaltet.

Schlüsselwörter

Wilhelm Meisters Lehrjahre, William Shakespeare, Hamlet, Intertextualität, Schicksalsbegriff, Inszenierung, Bildungsanspruch, Katharsis, Identifikation, Theaterästhetik, Charakterentwicklung, Dramentheorie, Aurelie, Ophelia, Philine

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Rezeption und Integration von Shakespeares "Hamlet" innerhalb von Goethes Roman "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und deren Bedeutung für die Entwicklung der Protagonisten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das Schicksalsverständnis, die Identifikation mit literarischen Rollen, theatrale Inszenierungspraxis sowie die Reflexion über Bildung und Textanalyse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den intertextuellen Bezug zwischen den Werken aufzudecken und zu zeigen, wie die aktive Auseinandersetzung mit Literatur den Reifungsprozess und den Bildungsanspruch der Figuren prägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die durch komparative Literaturwissenschaft und die Auswertung metatextueller Dialoge innerhalb des Romans methodisch gestützt wird.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Probenprozesse der Schauspieltruppe, die Besetzung der Hamlet-Rollen, die philosophischen Diskussionen über das Theater und den Vergleich der Charakterkonstellationen beider Werke.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben den Werktiteln sind Begriffe wie Intertextualität, Katharsis, Identifikation, Schicksal, Inszenierung und Bildungsanspruch maßgeblich.

Wie beeinflusst der "Hamlet"-Stoff die Entwicklung der Figur Wilhelm Meister?

Die Auseinandersetzung mit der Rolle des Hamlet führt bei Wilhelm zu einer Spiegelung seiner eigenen orientierungslosen Lebenssituation und zwingt ihn zur Auseinandersetzung mit dem Tod und seinem Schicksal.

Warum spielt die Inszenierung des Stückes eine so zentrale Rolle im Roman?

Die Inszenierung dient als Katalysator, da sie die Charaktere zwingt, sich nicht nur intellektuell, sondern auch emotional mit den Motiven von Shakespeare auseinanderzusetzen, was zu einem tieferen Verständnis menschlicher Natur führt.

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Details

Title
William Shakespeares "Hamlet" - Intertextualitäten in Goethes "Wilhelm Meister"
Subtitle
Ein Essay
College
University of Münster  (Fachbereich Erziehungswissenschaft)
Course
Literatur und Bildung
Grade
2,3
Author
Stephanie Lipka (Author)
Publication Year
2000
Pages
7
Catalog Number
V126071
ISBN (eBook)
9783640314690
Language
German
Tags
William Shakespeares Hamlet Intertextualitäten Goethes Wilhelm Meister Essay
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Lipka (Author), 2000, William Shakespeares "Hamlet" - Intertextualitäten in Goethes "Wilhelm Meister", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126071
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