Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Chancen die Integration des Museums als außerschulischer Lernort in den traditionellen Schulunterricht hat und setzt sich insbesondere mit den Herausforderungen dieser Thematik auseinander, um in einer Gegenüberstellung anschauliche Erkenntnisse zu erlangen und den Mehrwert des Museums für den Schulunterricht festzustellen.
Da außerschulische Lernorte offiziell einem Bildungsauftrag unterliegen, ist es zur Lösung der oben genannten Frage nötig, zu Beginn zu klären, ob Museen außerschulische Lernorte darstellen oder nicht. Das Ziel hierbei ist es, zu bestätigen, dass erstens die Museen außerschulische Lernorte darstellen. Zweitens, dass Museen im Kerncurriculum marginale Erwähnung finden und dadurch Lehrkräfte diesen Lernort nur selten besuchen. Und drittens, dass es mehr Chancen als Herausforderungen bei der Integration des Museums als außerschulischer Lernort in den Schulunterricht gibt.
Für die Arbeit wird die Methode des Expert:inneninterviews verwendet. Personen, die Expert:innen in diesem Bereich sind, werden diesbezüglich in einem semistrukturierten Interview befragt, um bei der Beantwortung der Forschungsfrage eine unterstützende Funktion einzunehmen. Bei dieser qualitativen Forschung werden die Aussagen der Expert:innen am Ende interpretativ ausgewertet und dem bisherigen Forschungsstand gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition Lernort
2.1 Lernort Schule
2.2 Außerschulische Lernorte
2.2.1 Außerschulische Lernorte ohne Bildungsangebote
2.2.2 Außerschulische Lernorte mit Bildungsangeboten
2.3 Lernort Museum - Aufgaben
2.4. Außerschulische Lernorte im Kerncurriculum
3. Methodisch-didaktische Vorüberlegungen
3.1 Vorbereitung
3.2 Durchführung
3.3 Nachbereitung
4. Potenziale und Herausforderungen außerschulischer Lernorte
4.1 Chancen
4.1.1 Primärerfahrungen
4.1.2 Lebensnähe
4.1.3 Lernen mit allen Sinnen
4.1.4 Fächerübergreifendes Lernen
4.1.5 Sozialkompetenz
4.1.6 Problemlösendes Aufbauen
4.2 Herausforderungen
4.2.1 Organisatorische Herausforderungen
4.2.2 Leistungsbeurteilung
4.2.3 Kognitive Überforderung
4.2.4 Sozialkompetenz
4.2.5 Fehlendes Engagement
5. Empirische Forschung
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Auswertung und Interpretation der Expert:inneninterviews (Chancen)
5.2.1 Sozialkompetenz
5.2.2 Fächerübergreifendes Lernen
5.2.3 Originale Begegnung
5.2.4 Lebensnähe
5.2.5 Lernen mit allen Sinnen
5.3 Auswertung und Interpretation der Expert:inneninterviews
5.3.1 Zeitmangel
5.3.2 Organisatorische Herausforderungen
5.3.3. Sozialkompetenz
5.3.4 Fehlendes Engagement
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Chancen und Herausforderungen, die mit der Integration von Museen als außerschulische Lernorte in den traditionellen Schulunterricht verbunden sind, um deren pädagogischen Mehrwert zu evaluieren und die Bedeutung im Rahmen des Kerncurriculums zu bestimmen.
- Analyse des didaktischen Potenzials von Museen als Lernorte.
- Untersuchung der Curricula hinsichtlich der Verankerung außerschulischer Lernorte.
- Empirische Erhebung durch Experten-Interviews mit Lehrkräften und Museumsmitarbeitenden.
- Identifikation organisatorischer und pädagogischer Herausforderungen.
- Ableitung praxisorientierter Empfehlungen zur Verbesserung der Kooperation.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Außerschulische Lernorte ohne Bildungsangebote
Außerschulische Lernorte ohne pädagogisch aufgearbeitetes Bildungsangebot, die im Grunde keine Bildungsfunktion innehaben, sind überall in der Umgebung der Schule und anderswo aufzufinden. Diese sind zumeist in der Natur vorhandene Orte oder zu bestimmten Zwecken gebaute Orte. In der Literatur wird zwischen Orten der Natur, der Arbeitswelt, der Kultur und Orten des gesellschaftlichen und politischen Zusammenlebens unterschieden. Orte der Natur sind unter anderem der Wald, Parks, das Meer, Gebirge, Landschaftsräume u. v. m. Zu Orten der Arbeitswelt gehören neben Handwerks-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben auch Wasserwerke, die Feuerwehr, die Zeitung, die Post, die Bank und weitere. Theater, Museen, Bibliotheken sowie Konzertsäle stellen Orte der Kultur dar, wobei Museen im Folgenden noch einmal gesondert betrachtet werden, da diese sich auch unter außerschulische Lernorte mit Bildungsangebot einordnen lassen und Gegenstand dieser Arbeit sind. Orte des gesellschaftlichen und politischen Zusammenlebens sind vor allem Vereine und Verbände sowie Gerichte, Gemeinde und kirchliche Einrichtungen sowie das Parlament weiterhin auch Altenheime.
Die Trennung außerschulischer Lernorte in die oben genannten Kategorien ist nicht präzise genug und sollte daher heuristisch verstanden werden, denn neben Orten der Kultur, die über ein pädagogisch aufbereitetes Bildungsangebot verfügen, sind Orte der Natur auch „Arbeitsstätte, gleichzeitig aber auch Freizeit- und Erholungsort sowie kultivierter, dennoch natürlicher Lebensraum für Pflanzen und Tiere.“ Das heißt, dass diverse außerschulische Lernorte verschiedenen Kategorien zugeordnet werden können und sich überlappen und somit auch fächerübergreifend gearbeitet werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit, Schule durch außerschulische Lernort-Integration zu öffnen, um aktuelleren didaktischen Anforderungen gerecht zu werden.
2. Begriffsdefinition Lernort: Dieses Kapitel definiert Lernorte theoretisch, grenzt den schulischen vom außerschulischen Lernort ab und analysiert die spezifischen Aufgaben von Museen.
3. Methodisch-didaktische Vorüberlegungen: Hier wird der dreischrittige Prozess (Vor-, Durch- und Nachbereitung) als Essenz für den Erfolg eines Besuchs außerschulischer Lernorte beschrieben.
4. Potenziale und Herausforderungen außerschulischer Lernorte: Das Kapitel kontrastiert die pädagogischen Chancen wie Primärerfahrung und Lebensnähe mit den Herausforderungen, insbesondere organisatorischer Art.
5. Empirische Forschung: Dieser Abschnitt wertet die Experten-Interviews qualitativ aus, um theoretische Annahmen durch Praxisberichte zu bestätigen oder zu differenzieren.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der hohe didaktische Mehrwert des Museums die organisatorischen, wenn auch nicht marginalen, Herausforderungen rechtfertigt und eine Kooperation fördert.
Schlüsselwörter
Außerschulische Lernorte, Museumspädagogik, Schulunterricht, Kerncurriculum, Primärerfahrungen, Lebensnähe, Fächerübergreifendes Lernen, Sozialkompetenz, Handlungsorientierung, Experteninterview, Didaktik, Schulpädagogik, Bildungsauftrag, Kooperation Schule Museum, Qualitatives Forschungsdesign.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht das Museum als außerschulischen Lernort und analysiert dessen Potenzial, den traditionellen Schulunterricht durch praktische, lebensnahe Erfahrungen zu bereichern und zu öffnen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Im Fokus stehen die theoretische Definition von Lernorten, die didaktische Planung von Exkursionen, die Analyse der Verankerung dieser Orte im Kerncurriculum sowie die Chancen und Herausforderungen für Lehrkräfte und Museen.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, welche Chancen und Herausforderungen die Integration des Museums in den Unterricht bietet und ob Museen im aktuellen Kerncurriculum ausreichend Berücksichtigung finden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsstudie, die auf Literaturanalyse und semistrukturierten Experten-Interviews mit Lehrkräften und Museumsmitarbeitenden basiert.
Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil diskutiert?
Der Hauptteil behandelt methodisch-didaktische Vorüberlegungen, die Analyse von Bildungsplänen sowie eine differenzierte Aufarbeitung der Potenziale (z.B. Primärerfahrung) und Herausforderungen (z.B. Zeitmangel, Organisation).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Außerschulische Lernorte, Museumspädagogik, Didaktik, Handlungsorientiertes Lernen, Bildungsauftrag und Kompetenzerwerb.
Warum ist eine Vor- und Nachbereitung für den Museumsbesuch so essentiell?
Ohne diese didaktische Einbettung läuft der Lernort Gefahr, seinen pädagogischen Wert zu verlieren; nur durch eine gezielte Vor- und Nachbereitung werden Erkenntnisse nachhaltig im Unterricht gesichert und verknüpft.
Inwiefern hat die COVID-19-Pandemie die Arbeit beeinflusst?
Die Pandemie erschwerte die Datenerhebung durch Kontaktbeschränkungen und prägte die Herausforderungen im Schulalltag, die von den Interviewpartnern als zusätzliche Hürde für außerschulische Aktivitäten beschrieben wurden.
Was empfehlen die Experten zur Verbesserung der Kooperation zwischen Schule und Museum?
Experten fordern eine intensivere und kontinuierliche Zusammenarbeit, eine bessere wechselseitige Information über Erwartungen und Angebote sowie eine gemeinsame inhaltliche Vorbereitung der Besuche.
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- Bahar Dogan (Author), 2022, Das Museum als außerschulischer Lernort. Chancen und Herausforderungen bei der Integration in den Schulunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1257048