In den Gebärdensprachen wird analog den Lautsprachen das Kompositum mithilfe zwei freier Morpheme gebildet. Dies geschieht ebenfalls nach bestimmten Regeln, welche allerdings sprachspezifisch sind.
In dieser Seminararbeit liegt ein Vergleich der morphologischen Eigenschaften von Laut- und Gebärdensprachen vor.
Auch wenn die hier vorliegende Betrachtung noch um weitere Sprachen und Fakten erweitert werden könnte, kann man zusammenfassend sagen, dass natürliche Sprachen morphologische Prozesse beinhalten, egal welcher Modalität sie angehören.
Inhaltsverzeichnis
- 1) Die Wortbildung in Laut- und Gebärdensprache
- 1.1) Komposition
- 1.2) Derivation
- 2) Die Flexion in Laut- und Gebärdensprache
- 2.1) Nomenflexion
- 2.2) Verbflexion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit vergleicht die morphologischen Eigenschaften von Laut- und Gebärdensprachen. Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wortbildung und Flexion aufzuzeigen und die Annahme einer morphologischen Benachteiligung von Gebärdensprachen zu widerlegen.
- Vergleich der Komposition in Laut- und Gebärdensprachen
- Unterschiede in der Derivation zwischen Laut- und Gebärdensprachen
- Analyse der Flexion (Nomen- und Verbflexion) in beiden Sprachmodalitäten
- Untersuchung der Kongruenzmarkierung in Laut- und Gebärdensprachen
- Rolle von Klassifikatoren und nicht-manuellen Markierungen in Gebärdensprachen
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 behandelt die Wortbildung in Laut- und Gebärdensprachen. Es wird der Unterschied in der Komposition, insbesondere bezüglich der phonologischen Prozesse und der Silbenstruktur, erläutert. Die Derivation wird als weniger produktiv in Gebärdensprachen beschrieben, mit einigen Beispielen aus der Deutschen Gebärdensprache (DGS).
Kapitel 2 konzentriert sich auf die Flexion. Es werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Nomen- und Verbflexion, einschließlich Numerus-, Person- und Tempusmarkierung, in Laut- und Gebärdensprachen verglichen. Die Bedeutung der Verbklassen in Gebärdensprachen für die morphologischen Prozesse wird hervorgehoben. Die Rolle von Reduplikation, Quantoren, Klassifikatoren und nicht-manuellen Markierungen wird im Detail dargestellt, wobei Beispiele aus DGS und der Amerikanischen Gebärdensprache (ASL) angeführt werden.
Schlüsselwörter
Morphologie, Lautsprache, Gebärdensprache, Wortbildung, Komposition, Derivation, Flexion, Nomenflexion, Verbflexion, Kongruenz, Numerus, Person, Tempus, Aspekt, Klassifikatoren, Reduplikation, Deutsche Gebärdensprache (DGS), Amerikanische Gebärdensprache (ASL), Italienische Gebärdensprache (LIS), Britische Gebärdensprache (BSL).
Häufig gestellte Fragen
Haben Gebärdensprachen eine eigene Morphologie?
Ja, Gebärdensprachen besitzen komplexe morphologische Regeln für die Wortbildung und Flexion, die analog zu Lautsprachen funktionieren, jedoch die visuell-räumliche Modalität nutzen.
Wie funktioniert die Wortbildung in Gebärdensprachen?
Wörter werden primär durch Komposition (Zusammensetzung freier Morpheme) und Derivation gebildet. Dabei spielen phonologische Prozesse und die Silbenstruktur eine wichtige Rolle.
Gibt es Flexion in der Deutschen Gebärdensprache (DGS)?
Ja, es gibt sowohl Nomenflexion (z.B. Numerus) als auch Verbflexion. Verben können durch räumliche Veränderungen Person, Numerus und Aspekt markieren.
Was sind nicht-manuelle Markierungen?
Nicht-manuelle Markierungen umfassen Mimik, Kopf- und Oberkörperhaltung. Sie erfüllen wichtige grammatische Funktionen, wie etwa die Kennzeichnung von Fragesätzen oder Adverbien.
Was ist der Unterschied zwischen sequenzieller und simultaner Morphologie?
Lautsprachen sind meist sequenziell (Laute nacheinander), während Gebärdensprachen oft simultane Morphologie nutzen, bei der mehrere Informationen gleichzeitig durch Handform, Ort und Bewegung ausgedrückt werden.
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- B.A. Beate Bergmann (Author), 2007, Vergleich der morphologischen Eigenschaften von Laut- und Gebärdensprachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125653