Nun ist Taylor ein Wissenschaftler der sich vornämlich mit der Entwicklung der modernen Gesellschaft beschäftigt, dennoch hat er auch interessante und geistreiche Arbeiten zum Thema Wissenschaftserkenntnis verfasst. In dieser Arbeit soll es in erster Linie um Taylors Ansichten in Bezug der Wertneutralität in den Sozialwissenschaften, und im Speziellen der Politikwissenschaft, gehen. Es wird seine These, dass Wertneutralität in der Politikwissenschaft unmöglich ist, kritisch anhand seiner eigenen Argumentationen behandelt. Dabei grenzt Taylor die Sozialwissenschaften von den naturwissenschaftlichen Methoden ab. In neueren Diskussionen tritt Bent Flybjerg auf die Bühne. Seine phronetische Sozialwissenschaft knüpft meiner Meinung nach (möglicherweise) in Kernaussagen an Taylors Thesen an. Nun wäre eine intensive Analyse dieser (möglichen) Verbindung im Umfang dieser Arbeit zu groß, dennoch soll hier der erste Schritt unternommen werden. In Part Zwei dieser Arbeit beschäftige ich mich mit Taylors Arbeiten zur Wertneutralität. Im dritten Part werde ich auf die phronetische Sozialwissenschaft Bent Flyvbjergs eingehen und anschließend versuchen die Verbindungen darzulegen.
Inhaltsverzeichnis
- Part Eins
- Charles Margrave Taylor
- Einleitung
- Part Zwei
- Hermeneutik
- Wertfreiheit
- Wissenschaft und Philosophie
- Nicht vorhandene Alternativen
- Von Naturalisten und Nicht-Naturalisten
- Part Drei
- Phronesis
- Phronetic Social Science
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht Charles Taylors Position zur Wertneutralität in den Sozialwissenschaften, insbesondere in der Politikwissenschaft. Sie analysiert kritisch Taylors These von der Unmöglichkeit wertneutraler Politikwissenschaft anhand seiner Argumentationen und grenzt dabei die Sozialwissenschaften von naturwissenschaftlichen Methoden ab. Ein weiterer Fokus liegt auf der möglichen Verbindung zwischen Taylors Thesen und der phronetischen Sozialwissenschaft von Bent Flyvbjerg, wobei eine umfassende Analyse dieser Verbindung den Rahmen dieser Arbeit übersteigt.
- Wertneutralität in der Politikwissenschaft
- Abgrenzung sozialwissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Methoden
- Charles Taylors Philosophie der Sozialwissenschaften
- Einführung in die phronetische Sozialwissenschaft
- Mögliche Verbindungen zwischen Taylor und Flyvbjerg
Zusammenfassung der Kapitel
Part Eins beinhaltet eine kurze Biografie von Charles Taylor und seiner akademischen Laufbahn. Part Zwei befasst sich mit Taylors Arbeiten zur Wertneutralität, untersucht seine Argumente und analysiert den Kontext seiner Thesen zur Wertfreiheit in Wissenschaft und Philosophie. Die Kapitel zu "Nicht vorhandene Alternativen" und "Von Naturalisten und Nicht-Naturalisten" vertiefen diese Auseinandersetzung. Der Fokus liegt auf der Argumentation gegen die Möglichkeit von Wertneutralität in den Sozialwissenschaften.
Schlüsselwörter
Wertneutralität, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft, Charles Taylor, Phronetische Sozialwissenschaft, Bent Flyvbjerg, Hermeneutik, Wissenschaftserkenntnis, Moderne Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Warum hält Charles Taylor Wertneutralität in der Politikwissenschaft für unmöglich?
Taylor argumentiert, dass sozialwissenschaftliche Erklärungen immer auf einem Verständnis des menschlichen Handelns basieren, das untrennbar mit Werten und moralischen Vorstellungen verknüpft ist.
Was ist der Unterschied zwischen Natur- und Sozialwissenschaften bei Taylor?
Taylor grenzt die Sozialwissenschaften von den naturwissenschaftlichen Methoden ab, da der Mensch ein „selbstinterpretierendes Wesen“ ist, dessen Handeln nicht rein naturalistisch erklärt werden kann.
Was bedeutet „Phronetische Sozialwissenschaft“?
Nach Bent Flyvbjerg ist dies eine Sozialwissenschaft, die sich an der aristotelischen „Phronesis“ (Klugheit) orientiert und den Fokus auf Macht, Werte und die Praxis statt auf universelle Gesetze legt.
Wie sind Charles Taylor und Bent Flyvbjerg miteinander verbunden?
Die Arbeit zeigt auf, dass Flyvbjerg in seinen Kernaussagen zur Praxisorientierung und Wertgebundenheit der Forschung an die philosophischen Thesen Taylors anknüpft.
Welche Rolle spielt die Hermeneutik in Taylors Werk?
Die Hermeneutik (Lehre vom Verstehen) ist zentral für Taylor, da wissenschaftliche Erkenntnis in den Sozialwissenschaften immer eine Interpretation von Bedeutungen darstellt.
Was kritisiert Taylor am „Naturalismus“?
Er kritisiert den Versuch, menschliches Verhalten ausschließlich durch wertfreie, objektive Daten nach dem Vorbild der Naturwissenschaften zu erklären, ohne den tieferen Sinnbezug zu berücksichtigen.
- Quote paper
- Thomas Oeljeklaus (Author), 2008, Wertneutralität - Charles Taylor als Wegöffner der phronetischen Sozialwissenschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125640