Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob sich Partnerschaften positiv auf das Rauchverhalten auswirken. Hierbei wird der Institutionalisierungsgrad der Partnerschaft berücksichtigt, indem zwischen Partnerschaften ohne gemeinsamen Haushalt, nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften und Ehen differenziert wird. Zudem wird untersucht, ob der Partnerschaftseffekt für Männer und Frauen unterschiedlich stark ausfällt.
Es werden unter Kapitel 2 theoretische Vorüberlegungen diskutiert, Hypothesen abgeleitet und der empirische Stand der Forschung dargelegt. Danach wird der verwendete Datensatz, die Variablen und Methode sowie die Stichprobe vorgestellt (Kapitel 3). Anschließend werden die Ergebnisse präsentiert (Kapitel 4). Zuletzt folgt die Diskussion der Befunde (Kapitel 5)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Überlegungen und Forschungsstand
2.1 Theoretische Überlegungen
2.2 Empirischer Forschungsstand
3. Daten und Methode
3.1 Daten
3.2 Abhängige Variable
3.3 Unabhängige Variablen
3.3.1 Zentrale unabhängige Variable
3.3.2 Kontrollvariablen
3.4 Methode
3.5 Beschreibung der Stichprobe
4. Ergebnisse
5. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Partnerschaftsformen auf das Rauchverhalten unter Anwendung der Theorie der sozialen Kontrolle und analysiert, ob dieser Zusammenhang geschlechtsspezifische Unterschiede aufweist.
- Analyse des Einflusses des Partnerschaftsstatus auf das Rauchen
- Differenzierung zwischen Ehen, nichtehelichen Lebensgemeinschaften und Partnerschaften ohne gemeinsamen Haushalt
- Überprüfung geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Protektionswirkung
- Anwendung der Theorie der sozialen Kontrolle nach Umberson
- Empirische Auswertung basierend auf dem Datensatz des ALLBUS 2014
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Cigarettes kill half of all lifetime users. Half die in middle age – between 35 and 69 years old. No other consumer product is as dangerous, or kills as many people. Tobacco kills more than AIDS, legal drugs, illegal drugs, road accidents, murder and suicide combined“ (Mackay und Eriksen 2002: 36). Obwohl dieses Zitat durch eine scheinbar harmlose Aneinanderreihung von Fakten gekennzeichnet ist, wird durch diese Worte etwas ersichtlich: Das Rauchverhalten stellt eine wichtige Determinante der Gesundheit und der Lebenserwartung dar. Vorliegende Studien zeigen dabei, dass das Rauchverhalten mit verschiedenen sozialen Faktoren im Zusammenhang steht. So konnte die Studie von Lampert (2010:109) wiederholt bestätigen, dass „Personen mit niedriger Bildung, niedrigem Berufsstand und geringem Einkommen vermehrt rauchen.“
Weniger untersucht wurde dagegen, ob ein Zusammenhang zwischen Partnerschaftsstatus und Rauchverhalten bestehen könnte und insbesondere, ob Partnerschaften eine protektive Wirkung auf das Rauchen haben könnten. Dabei sprechen zwei Gründe dafür, dieser Frage nachzugehen. Zum einen stellt diese einen Forschungsgegenstand dar, der im Vergleich zum Zusammenhang zwischen Partnerschaftsstatus und Gesundheit bislang weniger umfassend in der empirischen Forschung fokussiert wurde. Zum anderen ist auch die empirische Evidenz eines positiven Partnerschaftseffekts auf das Rauchverhalten, der sich aus den Mechanismen der sozialen Kontrolle ableiten lässt (vgl. Umberson 1987; 1992), nicht eindeutig abgesichert, da die bisherigen Ergebnisse ein eher uneinheitliches Bild geben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesundheitliche Relevanz des Rauchverhaltens und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der protektiven Wirkung verschiedener Partnerschaftsformen auf Basis der Theorie der sozialen Kontrolle.
2. Theoretische Überlegungen und Forschungsstand: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der sozialen Kontrolle, leitet Hypothesen zum Einfluss des Partnerschaftsstatus (einschließlich Institutionalisierungsgrad und Geschlecht) ab und bietet einen Überblick über bisherige empirische Befunde.
3. Daten und Methode: Hier werden die Datenbasis (ALLBUS 2014), die Operationalisierung der Variablen, das methodische Vorgehen (logistische Regression) sowie die Zusammensetzung der Stichprobe ausführlich beschrieben.
4. Ergebnisse: In diesem Teil werden die Resultate der Regressionsanalysen präsentiert, die zeigen, dass primär die Ehe einen robusten, signifikanten negativen Zusammenhang mit dem Rauchen aufweist, während andere Partnerschaftsformen geringere oder insignifikante Effekte zeigen.
5. Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Kontext der aufgestellten Hypothesen, diskutiert mögliche Erklärungsansätze für die Befunde inklusive methodischer Einschränkungen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschung.
Schlüsselwörter
Rauchverhalten, Partnerschaftsstatus, soziale Kontrolle, Ehe, Gesundheit, Institutionalisierungsgrad, geschlechtsspezifische Unterschiede, ALLBUS, logistische Regression, Protektionseffekt, Selektion, Lebensgemeinschaft, Prävention, Gesundheitsverhalten, partnerschaftliche Lebensformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie unterschiedliche Formen von Partnerschaften (z.B. Ehe, nichteheliche Lebensgemeinschaft) das Rauchverhalten beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der sozialen Kontrolle, der Bedeutung des Institutionalisierungsgrades von Beziehungen sowie geschlechtsspezifischen Unterschieden im Gesundheitsverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Partnerschaften eine protektive Wirkung hinsichtlich des Rauchens entfalten und ob diese Effekte je nach Partnerstatus variieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden binäre logistische Regressionsmodelle auf Basis des Datensatzes der „Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften“ (ALLBUS) verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Herleitungen, die detaillierte Methodenbeschreibung sowie die statistische Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Rauchverhalten, soziale Kontrolle, Partnerschaftsstatus, Ehe, Gesundheitsverhalten und geschlechtsspezifische Effekte.
Wie unterscheidet sich die Ehe von anderen Partnerschaftsformen im Hinblick auf das Rauchen?
Die Analyse zeigt, dass statistisch gesehen ausschließlich die Ehe einen robusten und signifikanten Protektionseffekt gegenüber dem Rauchen bietet, im Gegensatz zu anderen partnerschaftlichen Lebensformen.
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede im Protektionseffekt?
Ja, die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die protektive Wirkung der Ehe für Frauen tendenziell stärker ausfällt, wobei diese Interaktion jedoch nicht ohne Weiteres auf die Gesamtbevölkerung verallgemeinert werden kann.
Welche Rolle spielt die „Theorie der sozialen Kontrolle“ in dieser Arbeit?
Diese Theorie dient als theoretischer Rahmen, der argumentiert, dass soziale Beziehungen (wie die Ehe) durch Verpflichtungen und Verhaltenserwartungen das Gesundheitsverhalten der Beteiligten aktiv und positiv beeinflussen.
Warum ist das Studiendesign limitierend bei der Kausalitätsfeststellung?
Aufgrund des Querschnittdesigns der verwendeten Daten lässt sich nicht zweifelsfrei unterscheiden, ob die Partnerschaft das Rauchverhalten reduziert (Protektion) oder ob Nichtraucher schlicht eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, eine Partnerschaft einzugehen (Selektion).
- Arbeit zitieren
- Emina Jasarovic (Autor:in), 2020, Wirken sich Partnerschaften positiv auf das Rauchverhalten aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254898