In dieser Ausarbeitung sollen die Bischofswahlen in Novgorod im Zeitraum 1156-1478 näher betrachtet werden. Um dieses Phänomen in seiner Komplexität begreifen zu können, soll allerdings vorerst auf das mittelalterliche Novgorod als solches eingegangen werden, wobei vor allem die Bedeutung und die politische Verfasstheit im Vordergrund stehen. Anschließend soll auf das Thema der Bischofswahlen im Mittelalter eingegangen werden, um später die Besonderheit Novgorods herausstellen zu können.
Bevor allerdings die verschiedenen Wahlverfahren, wie sie in der Ersten Novgoroder Chronik beschrieben werden, quellenkritisch betrachtet werden, soll noch ein kurzer Exkurs zu anderen Vorkommnissen des Losverfahrens in der Geschichte unternommen werden. Nachdem dann die einzelnen Wahlverfahren analysiert wurden, soll die Thematik in einer Zusammenfassung nochmal gebündelt dargestellt und in seiner Relevanz verdeutlicht werden. Für die Ausarbeitung als besonders grundlegend haben sich für die Literatur der Aufsatz von Michael C. Paul über Bischofswahlen in Novgorod und für die Quellen die Erste Novgoroder Chronik erwiesen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das mittelalterliche Novgorod
- Die Bedeutung des mittelalterlichen Novgorods
- Die politische Verfasstheit des mittelalterlichen Novgorods
- Bischofswahlen im Mittelalter
- Das Losen als Wahlverfahren für Bischöfe in der Geschichte
- Analyse der Bischofswahlen in Novgorod von 1156-1478
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Bischofswahlen in Novgorod im Zeitraum 1156-1478 und beleuchtet dabei die Rolle des Losverfahrens als Wahlmodus. Ziel ist es, die Besonderheiten der Bischofswahlpraxis in Novgorod im Kontext der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des mittelalterlichen Novgorods zu verstehen.
- Die politische Verfasstheit des mittelalterlichen Novgorods
- Das Losen als Wahlverfahren für Bischöfe in der Geschichte
- Die Bischofswahlen in Novgorod im Zeitraum 1156-1478
- Die Rolle des Losverfahrens bei den Bischofswahlen in Novgorod
- Die Bedeutung der Bischofswahlen für die politische und gesellschaftliche Entwicklung Novgorods
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die Bedeutung der Bischofswahlen in Novgorod im Kontext des mittelalterlichen Novgorods dar.
- Kapitel 2 beleuchtet die Bedeutung und die politische Verfasstheit des mittelalterlichen Novgorods, wobei die Rolle des Handels und die Entstehung der Republik Novgorod im Fokus stehen.
- Kapitel 3 befasst sich mit dem Thema der Bischofswahlen im Mittelalter und stellt verschiedene Wahlverfahren vor.
- Kapitel 4 widmet sich dem Losen als Wahlverfahren für Bischöfe in der Geschichte und untersucht dessen historische Bedeutung.
- Kapitel 5 analysiert die Bischofswahlen in Novgorod von 1156-1478 und betrachtet die unterschiedlichen Wahlverfahren, die Anwendung des Losverfahrens und die Rolle der veche.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Bischofswahlen, Novgorod, Mittelalter, Losen, veche, politische Verfasstheit, Handel, Republik, Kirche, geistliche Macht, Einfluss, Geschichte, Quellenkritik, Erste Novgoroder Chronik.
Häufig gestellte Fragen
Wie wurden Bischöfe im mittelalterlichen Novgorod gewählt?
Die Bischofswahlen in Novgorod waren durch eine Besonderheit geprägt: die Anwendung des Losverfahrens. Drei Kandidaten wurden nominiert, und das endgültige Urteil wurde durch das Ziehen eines Loses gefällt, was als göttliche Entscheidung galt.
Welche Rolle spielte das Losverfahren bei diesen Wahlen?
Das Losverfahren diente dazu, politische Spannungen zwischen den rivalisierenden Adelsfraktionen zu entschärfen. Da die Entscheidung "Gott überlassen" wurde, war das Ergebnis für alle Parteien leichter akzeptabel.
Was war die politische Besonderheit der Republik Novgorod?
Novgorod war eine Handelsrepublik mit einer starken Bürgerversammlung, der "veche". Im Gegensatz zu anderen russischen Fürstentümern hatte der Adel (Bojaren) hier eine dominierende Stellung gegenüber dem Fürsten.
Welche Funktion hatte die veche bei der Bischofswahl?
Die veche war maßgeblich an der Nominierung der Kandidaten beteiligt. Sie repräsentierte den Willen der Stadtgemeinde und stellte sicher, dass der gewählte Bischof auch die politischen Interessen Novgorods vertrat.
Warum ist die Erste Novgoroder Chronik eine wichtige Quelle?
Sie ist die primäre schriftliche Quelle, die detaillierte Einblicke in die Wahlvorgänge, die politischen Unruhen und die religiöse Praxis im mittelalterlichen Novgorod zwischen 1156 und 1478 bietet.
Welche Bedeutung hatte der Handel für Novgorod?
Novgorod war ein zentraler Knotenpunkt des Fernhandels, insbesondere mit der Hanse. Dieser Reichtum ermöglichte der Stadt eine weitgehende politische Autonomie und prägte die Machtstrukturen zwischen Kirche und Staat.
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- Anonym (Author), 2019, Die Bischofswahlen in Novgorod im Zeitraum 1156-1478, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254826