Die SuS sollen Möglichkeiten und Grenzen der Beschreibung des pädagogischen Verhältnisses anhand bekannter typologischer und dimensionsorientierter Konzepte zum Erziehungsstil aufdecken können.
Inhaltsverzeichnis
1. Thematischer Zusammenhang
1.1 Thema des Unterrichtsvorhabens:
1.2 Themen der Einheiten
1.2.1 Das pädagogische Verhältnis nach Hermann Nohl am Fallbeispiel des Schülers Werner Heckmann nach W. Klafki im Rollenspiel (2 Std.)
1.2.2 Die Bedeutung der Interaktion in der Beziehung als Grundmuster pädagogischen Handelns an einem Fallbeispiel der Supernanny (2 Std.)
1.2.3 Erziehungsstile – dimensionsorientierte Konzepte nach Tausch/Tausch und Hurrelmann (2 Std.)
1.2.4 Erziehungsstile und ihre Wirkung – Führungsstile und Leiterrollen im typologischen Konzept nach Kurt Lewin (2 Std.)
1.2.5 Typologische und dimensionsorientierte Erziehungsstile im Streitgespräch anhand der Plädoyers nach Hurrelmann und Elisabeth C. Gründler (2 Std.)
1.2.6 Möglichkeiten und Grenzen der bekannten Erziehungsstilkonzepte zur Beschreibung des pädagogischen Verhältnisses anhand ausgewählter Beispiele der Kinderliteratur unter Verwendung typologischer und dimensionsorientierter Kriterien (1 Std.)
1.2.7 Klausur
1.3 Thema der Stunde:
2. Lernziele der Unterrichtsstunde
2.1 Hauptziel der Stunde
2.2 Teilziele der Stunde
3. Hausaufgaben
3.1 Hausaufgaben zur Stunde
3.2 Hausaufgaben der Stunde
4. Geplanter Stundenverlauf
5. Antizipiertes Tafelbild
6. Sachanalyse
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Unterrichtsstunde ist es, den Schülern die Möglichkeiten und Grenzen klassischer Erziehungsstilkonzepte aufzuzeigen, indem sie diese anhand ausgewählter Kinderliteratur kritisch auf das pädagogische Verhältnis anwenden.
- Anwendung typologischer Erziehungsstilkonzepte nach Kurt Lewin
- Anwendung dimensionsorientierter Erziehungsstilkonzepte nach Tausch/Tausch und Hurrelmann
- Kritische Reflexion der Grenzen dieser Konzepte im Hinblick auf historische und neue Erziehungssituationen
- Förderung kooperativer Lernprozesse durch das Verfahren THINK-SQUARE-SHARE
Auszug aus dem Buch
6. Sachanalyse
Die hier getroffene Textauswahl beruht auf inhaltlichen Kriterien und der Berücksichtigung der Kinderbücher, die Kursteilnehmer (vorbereitende HA) mitgebracht haben, um die Schülerinteressen bestmöglich in die Stunde zu integrieren. Im Struwwelpeter (1840) ist die Hemmung der Gesamtmotorik vordringliches Erziehungsziel (artig sein, Suppe essen, keinen Lärm machen, sich von Mama führen lassen). Hintergrund der Geschichte war dem Autor der Mangel an geeigneten Bilderbüchern seiner Zeit für seine Kinder. Er zeichnete Geschichten, die die Kinder in seiner Arztpraxis beruhigen sollten und schenkte seinen Kindern eine Sammlung. Diese erfreute sich bald großer Beliebtheit bei weiteren Eltern, die ihm auftrugen, den Band in Druck zu geben. Es wurde zu einem Bestseller in seiner Zeit.
Hierzu wurden seither viele neue Fassungen und Parodien (Anti-Struwwelpeter, Struwelliese) bis hin zu Satiren (Struwwelhitler, 1941) verfasst. Im Original repräsentiert sich ein Bürgertum, dem es „im wesentlichen nur noch um formale Disziplin und Unterwerfungsbereitschaft geht, die zur Reproduktion des verselbständigenden Gesamtsystems befähigen.“ Es handelt sich dabei gemessen an den Kriterien der Erziehungsstilforschung nach Tausch/Tausch auf Dimensionen der Lenkung und Wertschätzung um einen autoritären Erziehungsstil des gebildeten Bürgertums. Nicht nur fiktive Erziehungssituationen, sondern insbesondere die „natürliche Strafe“ und Konsequenz als Erziehungsmittel ist realistisches Thema seines Bilderbuchs.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thematischer Zusammenhang: Umreißt die Unterrichtsreihe und ordnet die behandelte Stunde in den Kontext des pädagogischen Verhältnisses ein.
2. Lernziele der Unterrichtsstunde: Definiert das Hauptziel sowie die spezifischen Teilziele bezüglich der Anwendung und Reflexion von Erziehungskonzepten.
3. Hausaufgaben: Listet die vorbereitenden und nachbereitenden Aufgaben für die Schüler auf.
4. Geplanter Stundenverlauf: Detailliert die zeitliche Struktur der Stunde von der Einstiegsphase bis zur Sicherung.
5. Antizipiertes Tafelbild: Stellt die zu erwartenden Ergebnisse der Erziehungsstil-Zuordnung grafisch dar.
6. Sachanalyse: Analysiert theoretisch die ausgewählte Kinderliteratur hinsichtlich ihrer erzieherischen Intentionen und Stile.
Schlüsselwörter
Pädagogisches Verhältnis, Erziehungsstil, Typologisches Konzept, Dimensionsorientiertes Konzept, Kinderliteratur, Sozialisation, Struwwelpeter, Kurt Lewin, Tausch/Tausch, Hurrelmann, Autoritäre Erziehung, Demokratische Erziehung, Erziehungsziele, Kommunikation, THINK-SQUARE-SHARE.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit grundsätzlich?
Die Einheit thematisiert das pädagogische Verhältnis und untersucht, wie verschiedene erziehungswissenschaftliche Konzepte genutzt werden können, um Erziehungsstile in der Kinderliteratur zu beschreiben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf typologischen und dimensionsorientierten Erziehungsstilkonzepten sowie deren Anwendung auf literarische Beispiele.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schüler sollen die Möglichkeiten und Grenzen der Beschreibung des pädagogischen Verhältnisses anhand bekannter Konzepte aufdecken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden typologische Kriterien nach Lewin und dimensionsorientierte Kriterien nach Tausch/Tausch und Hurrelmann auf Kinderbuchtexte angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der praktischen Analyse verschiedener Kinderbücher im Rahmen des kooperativen Verfahrens THINK-SQUARE-SHARE.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere pädagogisches Verhältnis, Erziehungsstile, Kinderliteratur, Lenkung und Wertschätzung.
Warum wird der Struwwelpeter in der Sachanalyse als autoritär eingestuft?
Aufgrund der hohen Lenkung und der fehlenden Wertschätzung in den Erzählungen, die primär auf Gehorsam und Disziplinierung abzielen, wird er als autoritär eingeordnet.
Was unterscheidet das Buch „Willi Wiberg“ vom Struwwelpeter?
Willi Wiberg weist ein partnerschaftliches, demokratisches Erziehungsverhältnis auf, das durch Kommunikation und Mitbestimmung geprägt ist, im Gegensatz zur autoritären Struktur im Struwwelpeter.
- Quote paper
- M. A. Jutta Mahlke (Author), 2003, Unterrichtsstunde: Möglichkeiten und Grenzen der bekannten Erziehungsstilkonzepte zur Beschreibung des pädagogischen Verhältnisses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125435