„Am 12. Juli 1198 krönte der Kölner Erzbischof Otto IV. in der Pfalzkapelle in Aachen mit eigens angefertigten Insignien, da sich die ‚echten‘ Reichsinsignien in der Hand Philipps von Schwaben befanden, der erst am 08. September von Erzbischof Aimo von Tarentaise in Mainz gekrönt wurde. Beide Königserhebungen wiesen insofern Mängel auf, als sie nicht in allen Teilen den üblichen Rechtsgewohnheiten entsprachen. [...] Doch diese Kriterien reichten nicht aus, um zu entscheiden, welcher der beiden Kandidaten der rechtmäßige König war. [...] So argumentierte Innocenz III. in der Bulle ‚Venerabilem‘, daß Otto von der Mehrheit der Fürsten gewählt worden sei, denen nach Recht und Gewohnheit die potestas zur Wahl des Königs und künftigen Kaisers zustehe“.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Doppelwahl
- Der staufische Kandidat – Philipp von Schwaben
- Der welfische Kandidat - Otto von Braunschweig
- Papst Innozenz III. – Eine Schlüsselfigur ?
- Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
- 21. Juni 1208 - Der Königsmord von Bamberg
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den deutschen Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig von 1198 bis 1208. Sie beleuchtet die Hintergründe der Doppelwahl, analysiert die Rolle von Papst Innozenz III. und hinterfragt verschiedene Interpretationsansätze zu diesem Konflikt.
- Die Hintergründe der Doppelwahl von 1198
- Die Strategien und Handlungen Philipps von Schwaben und Ottos von Braunschweig
- Der Einfluss von Papst Innozenz III. auf den Konflikt
- Die rechtlichen und politischen Aspekte des Thronstreits
- Die Folgen des Konflikts für das Heilige Römische Reich
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema des deutschen Thronstreits ein und skizziert die Forschungsfrage. Kapitel 2 beschreibt die Doppelwahl mit detaillierten Analysen der Kandidaten Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig, einschließlich der jeweiligen Unterstützer und strategischen Entscheidungen. Die Rolle des Papstes Innozenz III. wird in Kapitel 3 beleuchtet. Die Kapitel 4 und 5 werden in dieser Vorschau nicht zusammengefasst, um Spoiler zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Deutscher Thronstreit, Philipp von Schwaben, Otto von Braunschweig, Papst Innozenz III., Staufer, Welfen, Doppelwahl, Reichsinsignien, Konfliktlösung, Mittelalterliche Geschichte, Heiliges Römisches Reich.
Häufig gestellte Fragen
Wer waren die Hauptkontrahenten im deutschen Thronstreit von 1198?
Die Hauptbeteiligten waren der Staufer Philipp von Schwaben und der Welfe Otto von Braunschweig (Otto IV.).
Warum kam es 1198 zu einer Doppelwahl?
Nach dem Tod Kaiser Heinrichs VI. konnten sich die Fürsten nicht auf einen gemeinsamen Nachfolger einigen, was zu zwei separaten Königserhebungen führte, die beide rechtliche Mängel aufwiesen.
Welche Rolle spielte Papst Innozenz III. im Konflikt?
Papst Innozenz III. beanspruchte das Recht, über die Würdigkeit der Kandidaten zu entscheiden. Er unterstützte zunächst Otto IV., um die staufische Macht einzuschränken.
Was war die Bedeutung der Reichsinsignien im Thronstreit?
Die "echten" Reichsinsignien befanden sich im Besitz Philipps von Schwaben. Otto IV. musste daher mit eigens angefertigten Insignien gekrönt werden, was seine Legitimität schwächte.
Wie endete der Thronstreit im Jahr 1208?
Der Konflikt endete abrupt durch den Mord an Philipp von Schwaben in Bamberg, woraufhin Otto IV. als alleiniger König anerkannt wurde.
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- Joachim Golly (Author), 2008, Der deutsche Thronstreit 1198 - 1208, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124900