Die zunehmende mediale Repräsentation queerer Menschen bedeutet eine steigende Sichtbarkeit in der Gesellschaft, die den Weg zur Emanzipation und gesellschaftlichen Akzeptanz ebnen kann. Doch die „Art der Darstellung“ spielt hierbei eine besonders große Rolle, da sie „die Vorurteile und Interessen der Eliten, die die öffentliche Agenda definieren“, widerspiegelt.
Die ledigliche Zunahme queerer US-Sitcomfiguren in der Fernsehlandschaft bedeutet nicht, dass die Darstellung dieser unbedingt eine Emanzipatorische sein muss. Häufig besteht hierbei ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen emanzipatorischen Darstellungen und jenen, die Queerness verlachen. Dieses Verhältnis wird im zweiten Kapitel anhand der Sitcoms Friends (1994-2004), Will und Grace (1998-2006) und Modern Family (2009-2020) näher beleuchtet.
Anschließend stellt sich im dritten Kapitel die Frage, wie die moderne Polizeisitcom Brooklyn 99 (2013-) die verlachende Darstellung queerer Menschen mithilfe der Umkehr von Stereotypen durch den homosexuellen Polizeicaptain Raymond Holt zu einer emanzipatorischen Darstellung werden lässt. Es lässt sich ein medienkultureller Wandel zwischen der Darstellung der queeren Figuren in den Sitcoms des zweiten Kapitels und Captain Holt im dritten Kapitel erkennen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Queere Figuren in US-Sitcoms - Verlachen oder Akzeptanz?
- Emanzipatorische Umkehr des queeren Stereotyps am Beispiel Brooklyn 99
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der medialen Repräsentation von Queerness in US-Sitcoms. Dabei wird untersucht, wie die Darstellung queerer Figuren zwischen „Verlachen“ und Akzeptanz oszilliert. Die Arbeit analysiert, wie sich die Darstellung queerer Figuren im Laufe der Zeit entwickelt hat und welche Rolle die Sitcom „Brooklyn 99“ spielt, um das queere Stereotyp zu untergraben und eine emanzipatorische Darstellung zu fördern.
- Mediale Repräsentation von Queerness in US-Sitcoms
- Verlachen und Akzeptanz als Spannungsverhältnis in der Darstellung
- Entwicklung der Darstellung queerer Figuren im Laufe der Zeit
- Emanzipatorische Potenziale der Umkehrung des queeren Stereotyps
- Die Rolle von „Brooklyn 99“ in der Debatte um queere Repräsentation
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Das Kapitel stellt die Relevanz des Themas vor und beleuchtet den Wandel der medialen Repräsentation von Queerness in US-Sitcoms. Es wird deutlich gemacht, dass die zunehmende mediale Inklusion queerer Figuren nicht automatisch zu einer emanzipatorischen Darstellung führt.
- Queere Figuren in US-Sitcoms - Verlachen oder Akzeptanz?: Dieses Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen „Verlachen“ und Akzeptanz in der Darstellung queerer Figuren in Sitcoms. Es wird die Komiktheorie von Henri Bergson herangezogen, um die disziplinierende Funktion des Lachens zu erklären und die Gefahr von homophoben Stereotypen in der Sitcom-Darstellung aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Queere Repräsentation, US-Sitcoms, Verlachen, Akzeptanz, Stereotyp, Emanzipation, Brooklyn 99, Homophobie, Medienkultur.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel dieser Arbeit zur queeren Repräsentation in Sitcoms?
Die Arbeit untersucht den Wandel der Darstellung queerer Menschen in US-Sitcoms und analysiert, wie moderne Serien wie „Brooklyn 99“ Stereotype umkehren, um eine emanzipatorische Wirkung zu erzielen.
Warum ist Captain Raymond Holt aus „Brooklyn 99“ ein besonderes Beispiel?
Durch seine Rolle als homosexueller Polizeicaptain bricht er mit klassischen Stereotypen. Seine Figur dient nicht der Belustigung durch Klischees, sondern stellt eine emanzipatorische Umkehrung dar.
Welche älteren Sitcoms werden als Vergleichsbeispiele herangezogen?
Die Arbeit analysiert die Darstellung queerer Figuren in „Friends“, „Will und Grace“ sowie „Modern Family“ hinsichtlich des Spannungsverhältnisses zwischen Verlachen und Akzeptanz.
Was besagt die Komiktheorie von Henri Bergson in diesem Kontext?
Bergson wird herangezogen, um die disziplinierende Funktion des Lachens zu erklären – also wie Lachen über Stereotype dazu dienen kann, gesellschaftliche Normen zu festigen und Abweichungen zu „verlachen“.
Bedeutet mehr mediale Sichtbarkeit automatisch mehr Emanzipation?
Nein, die Arbeit argumentiert, dass die bloße Zunahme queerer Figuren nicht ausreicht; entscheidend ist die „Art der Darstellung“, da diese oft noch Vorurteile der Eliten widerspiegeln kann.
- Citar trabajo
- Nina Müller (Autor), 2021, Zurückeroberung des queeren Narrativs. Emanzipatorische Umkehr des queeren Stereotyps am Beispiel "Brooklyn 99", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247384