Die vorliegende Arbeit nähert sich der realistischen Theorie und dem ihm zugrunde liegenden Modell des „Rational Actor“. Dazu werden im ersten Teil sowohl der Realismus nach Hans Morgenthau als auch das „Rational Actor“- Modell noch einmal kurz erläutert. Hierbei wird auch der Begriff „Rationalität“ erläutert.
Der zweite Teil befasst sich schließlich mit den Handlungen der Akteure im Verlauf der Kuba-Krise unter Berücksichtigung ihrer Rahmenbedingungen, möglichen Handlungen und deren Konsequenzen. Dabei wird die Frage gestellt, inwiefern die Akteure sich unter Berücksichtung ihres natürlichen Strebens nach Machtgewinn beziehungsweise Sicherheit rational verhalten haben. Genauer gesagt, die realistische Betrachtungsweise soll untersuchen, inwiefern die Akteure, also souveräne Staaten es geschafft haben, die Gratwanderung zwischen Erwerb und Vermehrung von Macht und dem Versuch des möglichen Risikos gering zu halten, zu bewältigen.
Im letzten Teil werden die Ergebnisse der Analyse der Kuba-Krise unter Anwendung des klassischen Realismus noch einmal zusammengefasst und festgestellt, ob und inwiefern sich die Akteure rational verhalten haben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretische Grundannahmen
- Grundlagen des klassischen Realismus
- Das Menschenbild des klassischen Realismus
- Das Modell des „Rational Actor“
- Historischer Abriss der Kubakrise
- Beweggründe der Sowjetunion aus realistischer Sicht
- Reaktionen der USA aus realistischer Sicht
- Konsequenzen
- Fazit: Haben sich die Akteure rational verhalten?
- Quellenkritik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht die Kubakrise von 1962 aus der Perspektive des klassischen Realismus und des „Rational Actor“-Modells. Ziel ist es, die Handlungen der USA und der Sowjetunion im Kontext ihrer jeweiligen Sicherheitsinteressen und Machtbestrebungen zu analysieren und zu bewerten, inwieweit diese Akteure rational gehandelt haben.
- Der klassische Realismus als analytisches Modell
- Das Sicherheitsdilemma im Kontext der Kubakrise
- Machtpolitik und rationale Entscheidungsfindung der beteiligten Akteure
- Analyse der Handlungsmotive der USA und der UdSSR
- Bewertung der Rationalität des Handelns beider Seiten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Kubakrise ein und skizziert die Forschungsfrage nach der Rationalität der Akteure. Kapitel 2 erläutert die theoretischen Grundlagen des klassischen Realismus, einschließlich des Menschenbildes und des „Rational Actor“-Modells. Kapitel 3 bietet einen historischen Abriss der Kubakrise. Die Kapitel 4 und 5 analysieren die Beweggründe der Sowjetunion und die Reaktionen der USA aus realistischer Perspektive.
Schlüsselwörter
Kubakrise, Kalter Krieg, Realismus, Rational Actor, Sicherheitsdilemma, Machtpolitik, USA, Sowjetunion, nationale Sicherheit, internationale Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das "Rational Actor"-Modell?
Es ist eine Grundannahme des Realismus, wonach Staaten als einheitliche Akteure handeln, die rationale Entscheidungen treffen, um ihren nationalen Nutzen (Macht und Sicherheit) zu maximieren.
Wie erklärt der Realismus die Kubakrise?
Die Krise wird als Resultat des Sicherheitsdilemmas und des Strebens nach Machtgewinn zwischen den USA und der Sowjetunion analysiert.
Haben die Akteure in der Kubakrise rational gehandelt?
Die Arbeit untersucht, wie es den USA und der UdSSR gelang, die Gratwanderung zwischen Machtdemonstration und der Vermeidung eines atomaren Risikos zu bewältigen.
Welche Rolle spielt Hans Morgenthau in dieser Analyse?
Sein Konzept des klassischen Realismus bildet die theoretische Basis für die Untersuchung der staatlichen Handlungsmotive.
Was waren die Beweggründe der Sowjetunion?
Aus realistischer Sicht versuchte die UdSSR durch die Stationierung von Raketen auf Kuba, das strategische Gleichgewicht wiederherzustellen und ihre globale Machtposition zu stärken.
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- Michael Rohschürmann (Author), 2004, Die Kubakrise aus Sicht der realistischen Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124577