Diese Online-Studie (N =78) wurde durchgeführt, um herauszufinden, ob sich die Sichtweise des Feedbackgebers bei der Vermittlung von negativem Feedback an einer körperlich beeinträchtigten Person gegenüber einer Person ohne Behinderung verändert. Es wurde hierzu ein experimentelles Design mit jeweils einem negativen Szenario mit oder ohne Behinderung des Feedbacknehmers verwendet. Daraufhin sollten die Probanden ein negatives schriftliches Feedback per E-Mail formulieren. Vor und nach der Feedbackabgabe wurden dabei die wahrgenommenen Emotionen der Probanden erfasst. Zudem haben wir die Konstrukte "Zufriedenheit" und "Anstrengung" gemessen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theoretische Hintergründe
Hypothesen
Methode
Stichprobe
Versuchsdesign & Durchführung
Messinstrumente
Ergebnisse
Diskussion
Zusammenfassung & inhaltliche Interpretation
Limitationen & Ausblick
Zielsetzung & Forschungsthemen
Diese Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen auf Feedbackgeber, wenn diese negatives Leistungsfeedback an körperlich beeinträchtigte Personen im Vergleich zu nicht beeinträchtigten Personen vermitteln müssen.
- Einfluss der Behinderung des Feedbacknehmers auf die Emotionen des Feedbackgebers.
- Erfassung der subjektiven Zufriedenheit mit der eigenen Feedbackleistung.
- Messung der wahrgenommenen kognitiven Beanspruchung während der Feedbackformulierung.
- Theoretische Verknüpfung mit dem Mum-Effekt und der Theory of Mind.
- Untersuchung der gesellschaftlichen Erwartungshaltung "norm-to-be-kind to the disadvantaged".
Auszug aus dem Buch
Versuchsdesign & Durchführung
Um die Hypothesen testen zu können, haben wir uns für ein Zwischensubjektdesign mit Messwiederholung entschieden. Wir verwendeten hierbei zwei ähnliche Szenarien als unabhängige Variable. Als abhängige Variablen haben wir anhand von Fragebögen die Konstrukte „Zufriedenheit“, „Anstrengung“ sowie „Affekt“ gemessen.
Unsere Online-Studie erstreckte sich über insgesamt 50 Tage vom 18.12.2020 bis 02.02.2021. Mit Hilfe der Online- Plattform „SoSci Survey“ erstellten wir hierbei unsere gewünschte Studie. Insgesamt nahm die Bearbeitung der Studie für unsere freiwilligen Teilnehmer ca. 15 Minuten Zeit in Anspruch.
Vor Beginn der Studie erhielten unsere Probanden Informationen über den Ablauf und das Thema „Feedback im Arbeitskontext“. Jeder Teilnehmer konnte an unserer Untersuchung partizipieren, jedoch mussten dabei zwei Teilnahmebedingungen erfüllt werden. Zum einen mussten die Probanden das Einverständnis der Datenschutzrichtlinien akzeptieren und zum anderen mussten diese auch volljährig sein. Zunächst erfassten wir vor der Feedbackabgabe mit unseren insgesamt vier für die Studie herangezogenen Items die aktuelle Stimmung der Probanden. Wir beschlossen hierzu vier negative Items zu verwenden, da diese zumeist eine stärkere Veränderung auslösen als positive Items. Zu unseren Zwecken wurde zudem das negative Feedback-Szenario von Maier (2020) unverändert von uns übernommen. Die beiden bereits erwähnten Szenarien beziehen sich auf eine Arbeitssituation, in welche sich die Probanden hineinversetzen sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Überblicksartige Darstellung der Relevanz von negativem Feedback am Arbeitsplatz und der Forschungslücke bezüglich der Sichtweise des Feedbackgebers.
Theoretische Hintergründe: Zusammenfassung psychologischer Theorien wie dem Mum-Effekt und der Theory of Mind, die das Verhalten bei Übermittlung negativer Nachrichten erklären.
Hypothesen: Herleitung der Annahmen, dass Feedbackgeber bei körperlich beeinträchtigten Kollegen weniger zufrieden sind, mehr Anstrengung erleben und sich schlechter fühlen.
Methode: Detaillierte Beschreibung der Stichprobengewinnung, des experimentellen Designs, der Szenarien und der verwendeten Messinstrumente für Zufriedenheit, Beanspruchung und Affekt.
Ergebnisse: Statistische Analyse der Daten mittels t-Tests und Varianzanalyse, wobei erste Vermutungen zur Zufriedenheit und Anstrengung nicht, die Emotionshypothese jedoch bestätigt wurde.
Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Limitationen hinsichtlich Stichprobengröße und Validität der Messinstrumente sowie Ausblick für künftige Studien.
Schlüsselwörter
negatives Feedback, körperliche Beeinträchtigung, Feedbackgeber, Mum-Effekt, Theory of Mind, Zufriedenheit, kognitive Beanspruchung, Emotionen, experimentelles Design, Arbeitskontext, Online-Studie, Fehlverhalten, Leistungsrückmeldung, soziale Interaktion, Affekt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die körperliche Beeinträchtigung eines Feedbacknehmers auf das Erleben und die Emotionen eines Vorgesetzten oder Kollegen auswirkt, der ein negatives Feedback formulieren muss.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind psychologische Stressreaktionen bei der Feedbackvermittlung, der Einfluss von Behindertenrollen auf soziales Verhalten und die Untersuchung emotionaler Befindlichkeiten in Arbeitssituationen.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, wie sich ein Feedbackgeber fühlt, wenn der Empfänger der negativen Leistungsrückmeldung körperlich beeinträchtigt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein experimentelles Online-Design ("Zwischensubjektdesign mit Messwiederholung") gewählt, bei dem 78 Probanden in Szenarien mit oder ohne Behinderung des Gegenübers ein Feedback formulieren mussten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung durch einschlägige Literatur, die detaillierte Methodenbeschreibung, die Auswertung der empirischen Daten sowie eine Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen negatives Feedback, körperliche Beeinträchtigung, Emotionen, Zufriedenheit und die kognitive Beanspruchung des Feedbackgebers.
Wurde der Mum-Effekt in der Studie bestätigt?
Die Studie greift theoretisch auf den Mum-Effekt zurück, um zu erklären, warum Menschen negative Informationen eher vermeiden; die empirischen Ergebnisse stützten dies tendenziell, zeigten aber insbesondere einen negativen emotionalen Effekt bei Feedback an behinderte Personen.
Welche Auswirkung hatte die Behinderung auf die emotionalen Ergebnisse?
Die Studie konnte einen signifikanten Interaktionseffekt nachweisen: Feedbackgeber fühlten sich bei der Vermittlung von negativem Feedback an eine körperlich beeinträchtigte Person emotional signifikant schlechter als bei einer nicht beeinträchtigten Person.
Welche limitationen werden genannt?
Zu den Limitationen zählen die nicht repräsentative Stichprobengröße (N=78), das kurze Zeitfenster, die Geschlechterverteilung sowie die Operationalisierung der Konstrukte mit teilweise zu wenigen Items.
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- Vincenza Sanfilippo (Author), 2021, Negatives Feedback an körperlich beeinträchtigten Menschen im Berufsleben. Aus der Perspektive des Feedbackgebers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245660