Die Arbeit behandelt den Entscheidungsprozess bei dem Erwerb eines Eigenheims aus Sicht des Käufers. Ausgehend von der zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Literatur aus dem Bereich der Immobilienwirtschaft kann behauptet werden, dass der Fokus hierbei überwiegend auf der Beantwortung allgemeingültiger, monetärer und ökonomischer Sachverhalte liegt. Davon abgeleitet gilt es, diese Grundlagen zur Urteilsbildung nicht als gegeben auszusehen, sondern sich dem Immobilienerwerb aus verhaltenspsychologischer Perspektive anzunähern.
Der Kern der Arbeit widmet sich den sogenannten „Bauch- oder Kopfentscheidungen“. Diese stehen stellvertretend für eine intuitive oder eine rationale Herangehensweise an eine Kaufentscheidung, was im Ergebnis zu unterschiedlichen Urteilen führen kann.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Problemstellung
- 1.2 Zielsetzung
- 1.3 Vorgehensweise
- 2. Der Immobilienkauf als Entscheidungsprozess
- 2.1 Merkmale einer Immobilie
- 2.2 Parameter der Immobilienökonomie
- 2.3 Motivation und Nachfrager
- 2.4 Fehlerquellen bei dem Immobilienerwerb
- 2.5 Psychologische Folgen des Immobilienerwerbs
- 3. Bauch oder Kopf
- 3.1 Grundlagen der Entscheidungsforschung
- 3.1.1 Definition von Entscheidungen
- 3.1.2 Erwartungsnutzentheorie
- 3.1.3 Neue Erwartungstheorie
- 3.2 Intuitive Kaufentscheidungen
- 3.2.1 System I
- 3.2.2 Urteils- und Entscheidungsheuristiken
- 3.2.3 Sozialer Vergleich
- 3.2.4 Reaktanzverhalten
- 3.3 Rationale Kaufentscheidungen
- 3.3.1 System II
- 3.3.2 Opportunitätskosten
- 3.3.3 Kognitive Dissonanz
- 4. Determinanten der Kaufentscheidung
- 4.1 Der Immobilienerwerb als ökonomisch-rationale Entscheidung
- 4.2 Unterbewusste Beeinflussung von Kaufentscheidungen
- 4.3 Praktische Implikationen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert den Entscheidungsprozess beim Immobilienkauf aus der Perspektive des Käufers, wobei der Fokus auf verhaltenspsychologischen Aspekten liegt. Sie untersucht, inwieweit rationale Überlegungen und emotionale Faktoren den Kaufprozess beeinflussen und wie diese Faktoren zu „Bauch- oder Kopfentscheidungen“ führen können.
- Der Immobilienmarkt als unvollkommener Markt
- Motive und typische Eigenheimerwerber
- Fehlerquellen im privaten Kaufprozess
- Verhaltenspsychologische Aspekte der Entscheidungsfindung
- Intuitive und rationale Entscheidungsstrategien
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2 beleuchtet den Immobilienkauf als Entscheidungsprozess, indem es die Merkmale einer Immobilie und die Funktionsweise des Immobilienmarktes als unvollkommenen Markt beschreibt. Es werden zudem die Motive zum Immobilienerwerb und typische Eigenheimerwerber vorgestellt, sowie die möglichen Fehlerquellen bei dem Kaufprozess und die psychologischen Folgen des Immobilienerwerbs untersucht.
Kapitel 3 befasst sich mit den verhaltenspsychologischen Aspekten der Kaufentscheidung. Es werden verschiedene Entscheidungsmodelle, darunter die Erwartungsnutzentheorie und die Neue Erwartungstheorie, vorgestellt. Anschließend werden die intuitive und die rationale Entscheidungsfindung sowie die zugrundeliegenden Prozesse und Einflussfaktoren genauer betrachtet.
Schlüsselwörter
Immobilienkauf, Entscheidungsfindung, Verhaltenspsychologie, Erwartungsnutzentheorie, Intuitive Entscheidung, Rationale Entscheidung, Heuristik, Sozialer Vergleich, Reaktanz, Kognitive Dissonanz, Immobilienmarkt, Fehlerquellen, Lebenszufriedenheit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Bauch- und Kopfentscheidungen beim Immobilienkauf?
Bauchentscheidungen basieren auf Intuition und Emotionen (System I), während Kopfentscheidungen auf rationalen, ökonomischen Analysen und Fakten beruhen (System II).
Welche psychologischen Fehlerquellen gibt es beim Immobilienerwerb?
Käufer unterliegen oft Heuristiken, sozialem Vergleich oder kognitiver Dissonanz, was zu Fehlurteilen über den tatsächlichen Wert oder die Eignung eines Objekts führen kann.
Was besagt die Erwartungsnutzentheorie in diesem Kontext?
Sie geht davon aus, dass Käufer rational handeln und die Option wählen, die ihren persönlichen Nutzen unter Berücksichtigung von Kosten und Risiken maximiert.
Warum wird der Immobilienmarkt als „unvollkommener Markt“ bezeichnet?
Aufgrund mangelnder Transparenz, Einzigartigkeit der Objekte und hohen Transaktionskosten funktionieren klassische Marktmechanismen hier nur eingeschränkt.
Wie beeinflusst kognitive Dissonanz den Kaufprozess?
Nach dem Kauf versuchen Käufer oft, Zweifel an ihrer Entscheidung zu unterdrücken, indem sie positive Aspekte überbetonen, um ein psychologisches Gleichgewicht wiederherzustellen.
- Citar trabajo
- Julian Kemper (Autor), 2022, Bauch oder Kopf? Entscheidungsfindung beim Immobilienkauf, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245261