Beobachtet man Menschen, fällt auf, dass man selbst ohne in Interaktion zu treten, einigen Personen ein stärkeres Selbstbewusstsein zuschreibt als anderen. Diese Überlegungen führen zur leitenden Frage, die im Laufe dieser Hausarbeit beantwortet werden soll: Ist das Selbstbewusstsein tatsächlich eine wichtige Eigenschaft erfolgreicher Lehrkräfte und kann es erlernt und verbessert werden, oder gibt es tatsächlich nur den „geborenen Lehrer“?
In der vorliegenden Arbeit geht es um Charaktereigenschaften erfolgreicher Lehrkräfte. Dabei ist die Frage nach dem Selbstbewusstsein einer Lehrkraft von besonderem Interesse, da im Lehrberuf das Auftreten bestimmend darüber sein kann, ob der Unterricht gelingt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Selbstbewusstsein
2.1 Definition
2.2 Selbstbewusstsein als variable Eigenschaft
3. Eigenschaften erfolgreicher Lehrkräfte
4. Das Selbstbewusstsein stärken
4.1 Kurzfristige Stärkung des Selbstbewusstseins
4.1.1 Atemtechniken
4.1.2 Die Stimme
4.1.3 Körpersprache und Stand
4.2 Langfristige Verbesserung des Auftretens
4.2.1 Glaubenssätze
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Selbstbewusstsein eine essenzielle und erlernbare Eigenschaft erfolgreicher Lehrkräfte ist oder ob es sich um ein angeborenes Talent handelt. Ziel ist es, den Begriff Selbstbewusstsein theoretisch zu fundieren, dessen Rolle im Lehreralltag zu beleuchten und praktische Methoden zur kurz- und langfristigen Stärkung ebenjener Kompetenz vorzustellen.
- Terminologische Einordnung und Definition des Selbstbewusstseins
- Analyse der Anforderungen und notwendigen Kompetenzen im Lehrerberuf
- Kurzfristige Techniken zur Auftretensverbesserung (Atemtechniken, Stimme, Körpersprache)
- Langfristige Ansätze zur Persönlichkeitsentwicklung durch die Arbeit mit Glaubenssätzen
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Atemtechniken
Lebewesen atmen, und das oft unterbewusst ganz ohne diesem wichtigen Prozess Aufmerksamkeit zu schenken. Das funktioniert, da die menschliche Atmung durch das vegetative Nervensystem gesteuert wird und somit als ein autonomer Vorgang eingestuft werden kann. In Stresssituationen jedoch wird die Atmung oft bewusster wahrgenommen, sie wird kurz und flach, wie bereits der Name Flachatmung vermuten lässt. Diese Flachatmung führt dazu, dass häufiger eingeatmet werden muss, um den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Dadurch wird eine Kettenreaktion in Gang gesetzt: Weniger Sauerstoff kann in die Blutbahn aufgenommen werden, was wiederum bedeutet, dass sich die Blutgefäße im Körper verengen. Zwangsläufig kommt weniger Sauerstoff im Gehirn an, was zu einem Gefühl der Anspannung führt. Laut Petrig macht ein Erwachsener im Schnitt zwölf Atemzüge pro Minute, selbstverständlich hat aber jeder Mensch seinen eigenen Atemrhythmus. Dieses persönliche Atemmuster, also wie schnell, tief und oft man atmet, kann Aufschluss über den Lebensstil, aber auch über den momentanen Zustand eines Menschen geben. Auch Atempausen sind hierbei ausschlaggebend. Ist eine Lehrkraft beispielsweise sehr angespannt und fühlt sich in einer Situation unsicher und wenig selbstbewusst, kann das zu Flachatmung führen. Die Atemluft fließt hierbei nur bis in den Brustkorb, was im Laufe der Zeit nicht nur zu Verspannungen des Schulter-Nacken-Bereiches führt, sondern auch allgemein das Wohlbefinden beeinträchtigen kann, da das Atemvolumen geringer ist und dem Körper weniger Sauerstoff zur Verfügung steht.
Im Umkehrschluss kann die richtige Atmung zu Ruhe und Gelassenheit führen und sich somit positiv auf das Auftreten einer Lehrkraft auswirken. Generell hängt die Atmung eng mit allen anderen physischen Vorgängen zusammen, weshalb es umso wichtiger ist, durch Übungen zu lernen, gezielt darauf Einfluss zu nehmen. Die folgenden Techniken können jederzeit aus eigener Kraft geübt und angewendet werden. Da keine Hilfsmittel benötigt werden, sind sie in vielen Situationen anwendbar und können auch als Vorbereitung für bevorstehende Aufgaben angewandt werden, um sich zu fokussieren und sich zu sammeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob Selbstbewusstsein bei Lehrkräften angeboren oder durch Training erwerbbar ist und welche Rolle es für gelingenden Unterricht spielt.
2. Das Selbstbewusstsein: Dieses Kapitel definiert Selbstbewusstsein theoretisch und wissenschaftlich und erläutert, warum es als veränderbares Konstrukt innerhalb der Identität betrachtet werden kann.
3. Eigenschaften erfolgreicher Lehrkräfte: Basierend auf dem kompetenztheoretischen Ansatz wird erörtert, welche motivationalen Merkmale und Selbstregulationsfähigkeiten eine erfolgreiche Lehrperson ausmachen.
4. Das Selbstbewusstsein stärken: Der Hauptteil gliedert sich in unmittelbare physische Interventionen wie Atem- und Sprechübungen sowie langfristige Ansätze, die den Fokus auf die Reflexion und Umgestaltung persönlicher Glaubenssätze legen.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Selbstbewusstsein zwar keine angeborene Eigenschaft ist, aber als eine von vielen wichtigen Facetten durch gezieltes Training und Reflexion aktiv gestärkt werden kann.
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Selbstbewusstsein, Lehrerberuf, Lehrkraft, Identität, Auftreten, Atemtechnik, Stimme, Körpersprache, Glaubenssätze, Selbstwirksamkeit, Kompetenz, Selbstregulation, Persönlichkeitsentwicklung, Unterrichtsqualität, Mentaltraining
Häufig gestellte Fragen in Deutsch
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Bedeutung von Selbstbewusstsein im Lehrerberuf und untersucht die Frage, ob dieses für den Erfolg im Unterricht essenziell ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung des Selbstbewusstseins, die Identifikation relevanter Lehrerkompetenzen sowie praktische Methoden zur kurz- und langfristigen Steigerung des selbstbewussten Auftretens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob Selbstbewusstsein eine feste angeborene Eigenschaft ist oder ob es sich um eine erlernbare Kompetenz handelt, die Lehrkräfte gezielt trainieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur sowie den kompetenztheoretischen Ansatz, ergänzt durch praktische Übungsanleitungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Bereiche: Kurzfristige Techniken (Atemübungen, Stimmbildung, Körpersprache) und langfristige Strategien, insbesondere die Arbeit an einschränkenden Glaubenssätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Selbstbewusstsein, Lehrkraft, Selbstwirksamkeit, Körpersprache und Identitätsentwicklung charakterisiert.
Wie kann eine Lehrkraft kurzfristig die Stimme für den Unterricht trainieren?
Die Arbeit empfiehlt spezifische Aufwärmübungen wie das „Ausklopfen“ der Muskulatur sowie Artikulationsübungen mit Korken, um die Sprechkraft und Deutlichkeit zu erhöhen.
Welchen Einfluss haben Glaubenssätze auf das Selbstbewusstsein einer Lehrkraft?
Einschränkende Glaubenssätze fungieren oft als „Wahrnehmungsfilter“, die Stress und Unsicherheit fördern; eine Analyse und Umformulierung in realistische, lösungsorientierte Sätze kann hier nachhaltig zur Entlastung führen.
- Arbeit zitieren
- Deborah Ghit (Autor:in), 2021, Selbstbewusstes Auftreten im Lehrerberuf. Der geborene Lehrer oder eine erlernbare Eigenschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243714