Das vorliegende Portfolio „ Partizipative Aspekte des Lernens“ beschäftigt sich mit dem Thema Partizipation im Lernkontext und mit der Frage, ob die Vorteile der partizipativen Aspekte beim Lernen den mit sich bringenden Aufwand überwiegen. So wurde im Rahmen des Seminars ein Leitfadeninterview mit der Forschungsfrage "Begünstigt eine geringe Einflussnahme auf den Unterrichtsablauf mangelnde Motivation und geringeren kognitiven Leistungen der Lernenden?" durchgeführt. In dieser Arbeit werden die Hintergründe des Interviews dargestellt und das Interview wird wissenschaftlich analysiert. Des Weiteren wurde in einem Essay Untersucht, ob die positiven Auswirkungen der evidenzbasierten partizipativen Feedbackkultur den damit verbundenen Aufwand überwiegen. Abschließend wird das Seminar reflektiert. Dafür werden die Erkenntnisse, die aus dem Seminar für die partizipative Unterrichtsgestaltung gewonnen wurden, dargestellt und die Auswirkungen auf das Studium und die eigene Unterrichtspraxis als zukünftige Lehrkraft erläutert. Die Fragestellung des Portfolios wird jedoch aufgrund der Rahmenbedingungen nicht vollständig beantwortet. Es wird nur auf die Fragestellungen des Leitfadeninterviews und des Essay eingegangen.
Das Ziel des Portfolios ist es, die Ergebnisse der Arbeit im Rahmen des Seminars zu reflektieren, weiterzuführen und wissenschaftlich darzustellen.
Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, sehen Schüler*innen für sich an Schulen keine ausreichenden Mitbestimmungsmöglichkeiten. Jedoch können nicht nur Schüler*innen, sondern auch Lehrer*innen, Eltern und das ganze System Schule von mehr Partizipationsmöglichkeiten für Lernende profitieren. Partizipationsmöglichkeiten im Unterricht fördern nicht nur das Lernen und das Lehren, sondern auch das Demokratieverständnis, den Sinn für die Gerechtigkeit und Selbstständigkeit.
Das Seminar „Partizipation im Unterricht“ beschäftigte sich mit der Rolle der Partizipation im schulischen Kontext, ihren Auswirkungen und Anwendungsmöglichkeiten der Theorie in der Praxis. So war das Seminar aktueller denn je, denn trotz der deutlichen Vorteile der partizipativen Kultur an den Schulen, wird diese vor allem seitens der Lehrer nur wenig praktiziert. Da das Seminar von angehenden Lehrkräften besucht worden war, ist man dem Ziel, die Lehrkräfte im Bereich Partizipation besser auszubilden, nähergekommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergründe des Interviews
3. Mangelnde Partizipation und ihre Auswirkungen auf das Lernen - Wissenschaftliche Auswertung des Interviews
4. Partizipative Feedbackkultur im Unterricht
5. Reflexion des Seminars
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die positiven Auswirkungen einer partizipativen Lernkultur zu untersuchen und kritisch zu hinterfragen, ob der damit verbundene Mehraufwand für Lehrkräfte durch die resultierenden Lernvorteile gerechtfertigt ist. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei darauf, inwiefern eine mangelnde Mitbestimmung die Motivation und kognitive Leistungsfähigkeit von Lernenden negativ beeinflussen kann.
- Partizipationsmöglichkeiten im schulischen Kontext
- Einfluss von Mitbestimmung auf Motivation und Lernleistung
- Qualitative Analyse eines Leitfadeninterviews mit einem Schüler
- Etablierung einer partizipativen Feedbackkultur
- Reflexion über die didaktische Umsetzung im Seminar
Auszug aus dem Buch
3. Mangelnde Partizipation und ihre Auswirkungen auf das Lernen - Wissenschaftliche Auswertung des Interviews
Im Rahmen des Seminars „Partizipation im Unterricht“ (Basismodul 3 „Unterrichten“) wurde ein Leitfadeninterview zum Schwerpunkt Lernkontext durchgeführt.YZ, ein zehnjähriger Schüler der fünften Klasse des Gymnasialzweigs einer niedersächsischen Inte-grierten Gesamtschule, hat den beigefügten Fragebogen (Anhang 1) am Tag des Interviews ausgefüllt, zurückgeschickt und anschließend am 15. Januar 2021 an dem anknüpfenden Leitfadeninterview über Zoom teilgenommen. Dabei war YZ zuhause mit seinen Eltern in Hannover, jedoch alleine im Zimmer.
Die Forschungsfrage des Interviews lautet Begünstigt eine geringe Einflussnahme auf den Unterrichtsablauf mangelnde Motivation und geringeren kognitiven Leistungen der Lernenden? Der Fragebogen beinhaltete Fragen zu den Themen Mitentscheidung über Unterrichtsabläufe und Mitarbeit im Unterricht. Das Interview wurde noch zusätzlich mit den Fragen, nach dem von dem Schüler erlebten Unterrichtssituationen, Motivation in der Schule und Verbesserungsvorschlägen für den Unterricht ergänzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik einer mangelnden Mitbestimmung an Schulen ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen mittels Leitfadeninterview.
2. Hintergründe des Interviews: Hier wird der Prozess der Fragebogenerstellung beschrieben, inklusive der theoretischen Kriterien und der Anpassung an die heterogene Zielgruppe.
3. Mangelnde Partizipation und ihre Auswirkungen auf das Lernen - Wissenschaftliche Auswertung des Interviews: In diesem Teil werden die Ergebnisse des Interviews mit dem Schüler YZ analysiert und hinsichtlich des Einflusses von Partizipation auf Motivation und kognitive Leistung ausgewertet.
4. Partizipative Feedbackkultur im Unterricht: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Konzepte und Vorteile einer Feedbackkultur, in der Schüler explizit in den Lernprozess einbezogen werden.
5. Reflexion des Seminars: Hier reflektiert die Autorin ihre persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Seminar „Partizipation im Unterricht“.
Schlüsselwörter
Partizipation, Unterrichtsgestaltung, Mitbestimmung, Schülerfeedback, Motivation, kognitive Leistung, Leitfadeninterview, Lernkontext, Feedbackkultur, Schulforschung, Demokratisierung, Unterrichtsentwicklung, Lernprozesse, Partizipationsmöglichkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Partizipation im schulischen Lernkontext und untersucht, wie eine stärkere Einbindung von Schülern deren Motivation und Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen kann.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Bedeutung von Mitbestimmungsrechten im Unterricht, der Aufbau einer partizipativen Feedbackkultur sowie die Analyse von Hindernissen, die einer Umsetzung an heutigen Schulen entgegenstehen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Auswirkungen einer mangelnden Einflussnahme durch Schüler zu ermitteln und zu bewerten, ob sich der zusätzliche Aufwand für Lehrkräfte im Hinblick auf die verbesserte Lernumgebung als lohnenswert erweist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wurde eine qualitative Untersuchung durchgeführt, die auf der Erstellung eines Fragebogens und der Durchführung eines leitfadengestützten Interviews mit einem Schüler der fünften Klasse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung der Datenerhebung, die Auswertung des Interviews mit YZ sowie eine vertiefende theoretische Betrachtung der partizipativen Feedbackkultur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Partizipation, Feedbackkultur, Schülerautonomie, Motivation, Mitbestimmung und Unterrichtsentwicklung.
Welche spezifische Erkenntnis liefert das Interview mit dem Schüler YZ?
Die Auswertung zeigt, dass der Schüler klare Wünsche nach mehr Mitbestimmung äußert und subjektiv empfindet, dass seine Motivation durch eine stärkere Einbeziehung steigen würde.
Wie unterscheidet sich die im Text vorgeschlagene Feedbackkultur vom Status Quo?
Statt einer einseitigen Bewertung durch die Lehrkraft wird eine zweiseitige, strukturierte Kommunikation gefordert, bei der Schüler und Lehrer als Partner gemeinsam Reflexionsprozesse gestalten.
- Arbeit zitieren
- Nama Menge (Autor:in), 2021, Partizipative Aspekte des Lernens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243302