1. Wissenschaftliche und ökonomische Relevanz
Wieso sind Serien wie Friends, 24, und Sex and the City weltweit erfolgreich, obwohl sie fern von europäischer und umso mehr asiatischer Realität spielen; weshalb funktioniert Nip/Tuck hingegen nur innerhalb den USA? Gibt es ein Erfolgsrezept, an das sich amerikanische Drehbuchautoren halten müssen, um Zuschauer weltweit begeistern zu können?
Die Frage, welche Voraussetzungen amerikanische TV-Serien erfüllen müssen, um erfolgreich nach Übersee exportiert werden zu können, ist sowohl aus wissenschaftlicher Perspektive interessant, als auch aus kommerzieller Sicht relevant.
Die Wissenschaft hegt ein Interesse an interkultureller Medienrezeptionsforschung. Wissenschaftler verschiedenster Strömungen versuchen die mediale Amerikanisierung zu be- oder widerlegen. Wie stark hängen Zuschauerpräferenzen von politischen und ökonomischen transatlantischen Beziehungen ab? Gibt es gar universelle Zuschauerpräferenzen?
Aus kommerzieller Perspektive gilt es sowohl die amerikanischen Produzenten als auch die europäischen bzw. asiatischen Distributoren von TV-Formaten zu berücksichtigen. TV-Serien, die in mehreren Ländern ausgestrahlt werden, können kostenintensiver pro-duziert werden, da sie auch außerhalb des Herkunftslandes einen Umsatz erzielen. Um einen internationalen Erfolg zu garantieren, könnten kulturelle Aspekte bereits bei der Konzeption der TV-Serien berücksichtigt werden. Aus Sicht der Distributoren besteht ebenfalls ein Interesse, bereits vor dem Erwerb von amerikanischen TV-Formaten zu wissen, wie erfolgreich das ausländische Programm auf dem heimischen Rezipienten-markt sein wird. Durch eine relativ verlässliche Prognose könnten Reichweiten auf dem Werbemarkt garantiert und Flops weitgehend vermieden werden.
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Inhaltsverzeichnis
- 1. Wissenschaftliche und ökonomische Relevanz
- 1.1 Warum US-amerikanische Fernsehserien?
- 1.2 Marktentwicklungen und Trends
- 2. Forschungsstand: Warum sind amerikanische TV-Serien weltweit erfolgreich?
- 2.1 Erfolgsmodel USA – Erklärungsansätze
- 2.2 Erfolgsmodel USA – Hypothesen
- 2.3 Entwicklung eigener Hypothesen: Welche Bedeutung hat kulturelle Nähe für den Export US-amerikanischer TV-Serien nach England, Deutschland und Südkorea?
- 3. Methode: Quantitative Online-Befragung
- 3.1 Grundgesamtheit und Stichprobe: TV-Zuschauer in England, Deutschland und Südkorea
- 3.2 Operationalisierung: harte und weiche Faktoren
- 3.3 Fragebogendesign: US-Serien und nationale Serien im Vergleich
- 4. Zwischenfazit
- 5. Quellen
- 6. Eidesstattliche Erklärung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Faktoren, die den Erfolg US-amerikanischer Fernsehserien im internationalen Markt beeinflussen. Sie konzentriert sich insbesondere auf die Rolle der kulturellen Nähe beim Export dieser Serien nach England, Deutschland und Südkorea.
- Der Einfluss der kulturellen Nähe auf die Akzeptanz von US-amerikanischen Fernsehserien.
- Die ökonomischen Aspekte des Exports von US-amerikanischen Fernsehserien.
- Die Relevanz interkultureller Medienrezeptionsforschung.
- Analyse von Marktentwicklungen und Trends im internationalen Fernsehmarkt.
- Untersuchung der Erfolgsfaktoren von US-amerikanischen Fernsehserien im internationalen Vergleich.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 beleuchtet die wissenschaftliche und ökonomische Relevanz der Thematik, indem es den Erfolg und die globale Verbreitung US-amerikanischer Fernsehserien beschreibt und die Bedeutung für Produzenten und Distributoren herausstellt. Kapitel 1.1 fokussiert sich auf den Status der USA als Hauptexporteur fiktionaler TV-Formate und die damit verbundenen ökonomischen Aspekte. Kapitel 1.2 behandelt die weltweiten Marktentwicklungen und Trends im Fernsehmarkt, einschließlich der Herausforderungen und Chancen in asiatischen Märkten. Kapitel 2 befasst sich mit dem bisherigen Forschungsstand zum Erfolg amerikanischer Serien weltweit, präsentiert bestehende Erklärungsansätze und Hypothesen.
Schlüsselwörter
US-amerikanische Fernsehserien, internationaler Fernsehmarkt, kulturelle Nähe, interkulturelle Medienrezeption, Marktentwicklungen, ökonomische Aspekte, Erfolgsfaktoren, quantitative Online-Befragung, England, Deutschland, Südkorea.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind US-Serien weltweit so erfolgreich?
Der Erfolg basiert auf hohen Produktionsbudgets, universellen Erzählstrukturen und einer starken globalen Distributionsmaschinerie, die oft nationale Märkte dominiert.
Was bedeutet "kulturelle Nähe" beim TV-Export?
Kulturelle Nähe beschreibt, wie sehr die Werte, Sprache und Lebensstile einer Serie mit denen des Zielpublikums übereinstimmen. Je näher sich die Kulturen sind, desto geringer ist der "cultural discount".
Gibt es Unterschiede beim Erfolg in Deutschland und Südkorea?
Ja, während westliche Länder wie Deutschland oft eine höhere kulturelle Affinität zu US-Inhalten haben, spielen in asiatischen Märkten wie Südkorea lokale Traditionen und Sehgewohnheiten eine stärkere Rolle.
Was ist die ökonomische Relevanz des TV-Exports?
Durch den Export können US-Produzenten die hohen Produktionskosten amortisieren und zusätzliche Gewinne erzielen, während ausländische Sender Reichweiten auf dem Werbemarkt garantieren wollen.
Kann man den Erfolg einer Serie prognostizieren?
Wissenschaftliche Modelle versuchen durch die Analyse von "harten" (Budget, Genre) und "weichen" Faktoren (kulturelle Werte), Flops auf dem heimischen Rezipientenmarkt zu vermeiden.
- Quote paper
- Katrin Schmidt (Author), 2009, Die Bedeutung der kulturellen Nähe für den Export US-amerikanischer TV-Serien nach England, Deutschland und Südkorea, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124299