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Formen der Slavenmission im Hochmittelalter

10. - 12. Jahrhundert

Titel: Formen der Slavenmission im Hochmittelalter

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Matthias Zschieschang (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Im 9. Jahrhundert wurde das Sachsenland durch blutige „Predigt mit eiserner Zunge“ für den christlichen Glauben gewonnen. Dieser Vorgang wird oft als Musterfall der Missionspraxis mittelalterlicher Christenheit hingestellt. An der Missionierung der westslawischen Stämme zwischen Elbe/Saale und Oder waren die Sachsen dann als Nachbarvolk und einige Zeit lang als deutsches Königshaus maßgeblich selbst beteiligt. In dieser Arbeit möchte ich die beiden wichtigsten Missionsformen der Missionierung der heidnischen Stämme im Elbraum vorstellen und deren Umsetzung in der Praxis untersuchen. Zunächst wird im zweiten Kapitel aber erst einmal zu klären sein, wen man sich unter den Slawen zwischen Elbe/Saale und Oder im Hochmittelalter vorzustellen hat, zumal diese, außer den Sorben in der Ober- und Niederlausitz, von der heutigen Landkarte verschwunden sind. In diesem Zusammenhang gehe ich auch auf die Schwierigkeiten ein, denen sich die christlichen Glaubensboten in dieser Region zu stellen hatten. Bevor ich zum Hauptteil dieser Arbeit komme, halte ich es für unverzichtbar, im dritten Kapitel zu klären, was Missionierung aus der Sicht der mittelalterlichen christlichen Kirche überhaupt bedeutet. Dabei beziehe ich mich hauptsächlich auf Arbeiten von Hans-Dietrich Kahl. Die Kapitel vier und fünf bilden den Hauptteil der vorliegenden Arbeit. In ihnen beschäftige ich mich zum einen mit dem indirekten Missionskrieg, der vor allem in der Regierungszeit der Ottonen Anwendung fand und zum anderen mit dem Wendenkreuzzug von 1147, dessen Ausrufung durch Bernhard von Clairvaux in der Sekundärliteratur häufig als Aufruf zu einem direkten Missionskrieg gegen die Elbslawen interpretiert wird.
Die Formulierungen ‚indirekter Missionskrieg‘ und ‚Wendenkreuzzug‘ lassen dem Wortlaut zufolge, ein gewaltsames Vorgehen gegen die heidnischen Slawen vermuten. Das Ziel dieser Arbeit soll es sein, zu klären, in wie weit die Slawenmission eine Gewaltmission nach dem Vorbild der Sachsenmission gewesen ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Bedingungen für die Missionierung der Elbslawen

II.1. Wer waren die Elbslawen?

II.2. Universalreligion vs. Gentilreligion

III. Das doppelte Missionsziel

IV. Erste Missionsversuche in der Ottonenzeit

IV.1. Die Ereignisse 919-983

IV.2. Der indirekte Missionskrieg

V. Der Wendenkreuzzug 1147

V.1. Die Vorgeschichte

V.2. Die geistliche Legitimation

V.3. Durchführung und Ergebnis

VI. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Formen der Slawenmission im Elbraum zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert. Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, inwiefern die Missionierung als Gewaltmission unter dem Vorbild der Sachsenmission betrachtet werden kann, wobei insbesondere die Rolle des "indirekten Missionskrieges" in der Ottonenzeit und der Wendenkreuzzug von 1147 analysiert werden.

  • Analyse der historischen Ausgangsbedingungen der Elbslawen
  • Gegenüberstellung von Universalreligion und Gentilreligion als missionarische Herausforderung
  • Untersuchung des theologischen Konzepts des doppelten Missionsziels
  • Historische Einordnung der ottonischen Missionsversuche
  • Kritische Bewertung des Wendenkreuzzuges von 1147 als vermeintliche Gewaltmission

Auszug aus dem Buch

IV.2. Der indirekte Missionskrieg

Übereinstimmend mit Erdmann und Brüske bin ich der Auffassung, dass wir uns wohl von der Vorstellung lösen müssen, dass die Wendenkriege in der Ottonenzeit primär unter dem Motto der Heidenbekehrung gestanden hätten. „Nicht die Religion, sondern die etwaige Zugehörigkeit zum Reich machte einen entscheidenden Unterschied aus. Slavische Stämme, die die kaiserliche Oberhoheit anerkannten, einerlei ob Christen oder Heiden, wurden bei ihren Fehden mit deutschen Fürsten vom Kaiser zu gleichem Recht behandelt wie ihre Partner. Wir dürfen uns deshalb auch nicht wundern, wenn der königliche Heidenkrieg dem Staatsinteresse untergeordnet blieb und deshalb gelegentlich in sein Gegenteil umschlagen konnte.“ Auf der Ebene der weltlichen Fürsten stand demnach das Interesse an der machtpolitischen Unterwerfung der Elbslawen eindeutig vor dem Verlangen nach der Missionierung dieser Stämme.

Auch wenn die Missionierung der Elbslawen in der Ottonenzeit hinter machtpolitischen Zielen zurück blieb, kann man nicht einfach darüber hinwegsehen, dass es dennoch Missionsbemühungen in dieser Zeit gab. In der ottonischen Ostpolitik spielte der indirekte Missionskrieg eine beachtliche Rolle. Die im frühen 10. Jahrhundert vom Reich unabhängigen Gebiete der Elbslawen wurden, wie oben geschildert, in Kriegszügen durch Heinrich I. unterworfen. Damit dehnte Heinrich I. die christliche Oberherrschaft auf bisher unabhängiges Heidengebiet aus. Otto I. bemühte sich in der Folgezeit unter dem Schutz der christlichen Oberherrschaft das eigentliche Missionswerk mit friedlichen Mitteln ungestört durchzuführen, in dem er den Aufbau einer flächendeckenden Kirchenorganisation vorantrieb.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Slawenmission ein und formuliert die Forschungsfrage, ob diese als Gewaltmission einzuordnen ist.

II. Bedingungen für die Missionierung der Elbslawen: Hier werden die ethnischen Verhältnisse der Elbslawen und die strukturellen Unterschiede zwischen christlicher Universalreligion und heidnischer Gentilreligion beleuchtet.

III. Das doppelte Missionsziel: Dieses Kapitel erläutert das theologische Spannungsfeld zwischen der Ausrottung des Heidentums und der positiven Bekehrung zum Christentum.

IV. Erste Missionsversuche in der Ottonenzeit: Hier wird die Etablierung sächsischer Herrschaft und der daraus resultierende indirekte Missionskrieg während der Ottonenzeit untersucht.

V. Der Wendenkreuzzug 1147: Dieses Kapitel analysiert die Hintergründe, die geistliche Legitimation und den Ablauf des Wendenkreuzzuges sowie dessen Scheitern als Missionsunternehmen.

VI. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die slawischen Stämme in der Regel nicht mit dem Ziel der Bekehrung, sondern aus machtpolitischen Gründen bekämpft wurden.

Schlüsselwörter

Slawenmission, Elbslawen, Ottonenzeit, Wendenkreuzzug, Gewaltmission, Christianisierung, Gentilreligion, Universalreligion, Missionsziel, Heidentum, Sachsenmission, Religionsgeschichte, Mittelalter, Hans-Dietrich Kahl, Machtpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Methoden und Hintergründe der Missionierung slawischer Stämme im Elbraum zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte des indirekten Missionskrieges in der Ottonenzeit, der Wendenkreuzzug von 1147 und das theologische Verständnis von Mission im Hochmittelalter.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Autorin oder der Autor fragt, ob die Slawenmission tatsächlich als Gewaltmission nach dem Vorbild der Sachsenmission interpretiert werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Quellen- und Literaturanalyse, wobei insbesondere theologische und historische Konzepte führender Wissenschaftler wie Hans-Dietrich Kahl und Friedrich Lotter kritisch diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Ereignisse der Ottonenzeit, die Entwicklung der Missionsideologie und die Durchführung sowie das Ergebnis des Wendenkreuzzuges 1147 anhand von Chroniken und zeitgenössischen Aufrufen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Slawenmission, Gewaltmission, Gentilreligion, Wendenkreuzzug, doppeltes Missionsziel und ottonische Ostpolitik.

Warum war die Christianisierung der Elbslawen aus theologischer Sicht so schwierig?

Das größte Problem war die Inkompatibilität zwischen der christlichen Universalreligion und der heidnischen Gentilreligion, bei der die Götter nur für ein begrenztes territoriales oder ethnisches Gebiet zuständig waren.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf den Wendenkreuzzug von 1147?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der Wendenkreuzzug in der Praxis primär machtpolitischen Interessen sächsischer Fürsten diente und nicht als reiner, direkter Missionskrieg betrachtet werden kann.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Formen der Slavenmission im Hochmittelalter
Untertitel
10. - 12. Jahrhundert
Hochschule
Universität Leipzig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Das Vogtland im Mittelalter
Note
1,3
Autor
Matthias Zschieschang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V123992
ISBN (eBook)
9783640296170
ISBN (Buch)
9783640301911
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Formen Slavenmission Hochmittelalter Vogtland Mittelalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Zschieschang (Autor:in), 2009, Formen der Slavenmission im Hochmittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123992
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