Nachdem sich der Kapitalismus im Zuge der industriellen Revolution des 18. und 19. Jahrhunderts fast überall in Europa etablieren konnte, wurde auch die individualistische Weltanschauung des klassischen Liberalismus zur herrschenden Ideologie. Die Entwicklung der Marktwirtschaft, angefangen mit dem Merkantilismus des 16./ 17. Jahrhunderts, brachte im Laufe der Zeit verschiedene marktwirtschaftliche Konzeptionen hervor. So erfuhr auch die Ideologie des klassischen Liberalismus von Epoche zu Epoche zahlreiche Ergänzungen bzw. Modifikationen, woraus neue Konzeptionen bzw. Theorien, wie die Neo-Klassik am Anfang des 20. Jahrhunderts und der Monetarismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden. Im Folgenden möchte ich versuchen die Unterschiede zwischen der klassisch-liberalen Auffassung einer Marktwirtschaft, der Neoklassischen Theorie und dem monetaristischen Konzept herauszufiltern und diese im Kontext ihrer Zeit zu begründen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Der klassische Liberalismus
III. Die Neo-Klassik
IV. Der Monetarismus
V. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit analysiert die theoretischen Konzepte des klassischen Liberalismus, der Neoklassik und des Monetarismus, um deren Unterschiede sowie ihre Entstehung im jeweiligen historischen Kontext der industriellen Entwicklung und wirtschaftlicher Krisen aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.
- Historische Entwicklung des Kapitalismus und marktwirtschaftliche Konzeptionen.
- Grundannahmen und psychologische Motive des klassischen Liberalismus.
- Die Rolle der staatlichen Intervention im Wandel der ökonomischen Theorien.
- Ursachen und Auswirkungen von Unternehmens- und Kapitalkonzentration.
- Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik und das Problem der Arbeitslosigkeit im Monetarismus.
Auszug aus dem Buch
II. Der Klassische Liberalismus
Den klassischen Liberalismus kann man auch als Philosophie des jungen Industriekapitalismus bezeichnen. Besonders im England des 18. Jahrhunderts wandten sich die Kapitalisten gegen das bisher allgegenwärtige mittelalterliche System von Verhaltensbeschränkungen, was die wirtschaftliche Handlungsfreiheit stark einschränkte. Durch die industrielle Revolution, welche den Kapitalisten die ökonomische Vorherrschaft brachte, konnte sich der klassische Liberalismus auch politisch etablieren.
Psychologisch gesehen, geht der klassische Liberalismus von vier Grundannahmen über die menschliche Natur aus. Der menschliche Egoismus, in Anlehnung an Hobbes Leviathan, steht dabei an erster Stelle. Alle Handlungen des Menschen werden durch zwei Elemente bestimmt, Genuss und Leid. Der Mensch orientiert sein Handeln daran, Genuss zu erlangen und Schmerz zu vermeiden. Wichtige Vertreter der klassisch-liberalen Theorie, wie John Locke und Adam Smith vertraten den Standpunkt, dass der Egoismus die zentrale Handlungsmaxime des Menschen ist.
Auch wenn den Handlungen der Menschen rein egoistische Beweggründe innewohnen, ist ihr Verhalten jedoch immer rational. Das heißt, die Vernunft verleiht dem Menschen die Fähigkeit, alle in einer bestimmten Situation gegebenen Handlungsmöglichkeiten nach ihren Nutzen gegeneinander abzuwägen, also rational zu handeln.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Entwicklung kapitalistischer Ideologien von der industriellen Revolution bis zum Monetarismus und legt das Ziel der Arbeit fest, die Unterschiede dieser Ansätze im Kontext ihrer Entstehungszeit zu begründen.
II. Der klassische Liberalismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen des klassischen Liberalismus, insbesondere den Fokus auf den Egoismus, die Rationalität des Individuums und die Rolle des Staates als bloßer Schutzinstanz des Privateigentums.
III. Die Neo-Klassik: Es wird dargelegt, wie die neoklassische Denkschule als Reaktion auf die durch Konzentration und Monopolbildung gekennzeichnete Realität des 19. Jahrhunderts entstand, um die liberale Theorie durch Nutzen- und Konsummodelle anzupassen.
IV. Der Monetarismus: Dieses Kapitel beschreibt den Übergang zur angebotsorientierten Wirtschaftspolitik in den 1970er Jahren, bei der die Kontrolle der Geldmenge als primäres Steuerungsinstrument zur Inflationsbekämpfung und Stabilisierung im Vordergrund steht.
V. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass alle analysierten Theorien den staatlichen Einfluss kritisch sehen, jedoch das grundlegende Problem der Arbeitslosigkeit in keiner der liberalen Ideologien des Kapitalismus zufriedenstellend gelöst werden konnte.
Schlüsselwörter
Klassischer Liberalismus, Neoklassik, Monetarismus, Kapitalismus, Industrielle Revolution, Marktwirtschaft, unsichtbare Hand, Nutzenmaximierung, Geldpolitik, Inflation, Arbeitslosigkeit, Angebotsorientierung, Staatliche Intervention, Fiskalpolitik, Wirtschaftskrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den theoretischen Wandel wirtschaftsliberaler Konzepte und beleuchtet, wie der klassische Liberalismus, die Neoklassik und der Monetarismus auf die jeweiligen ökonomischen Herausforderungen ihrer Zeit reagierten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Konzepte von Markt und Staat, die Motivationslagen des Individuums, die Auswirkungen von Kapitalkonzentration sowie die Wirksamkeit von Fiskal- und Geldpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den drei Denkschulen herauszuarbeiten und zu begründen, wie diese Theorien den Einfluss des Staates auf den Wirtschaftsprozess bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-historische Analyse, um die Evolution der Wirtschaftstheorien im Kontext realwirtschaftlicher Entwicklungen zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Hauptabschnitte: den klassischen Liberalismus, die neoklassische Theorie und den Monetarismus, wobei jeweils die historischen Hintergründe und Kerngedanken analysiert werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "unsichtbare Hand", "Geldmengensteuerung", "Grenznutzenschule" und "Stagflation".
Warum lehnte der Monetarismus staatliche Strukturmaßnahmen ab?
Monetaristen sahen in einer mittelfristig stetigen Geldpolitik den Schlüssel zur Stabilität und betrachteten Arbeitslosigkeit oft als vorübergehendes Phänomen, das sich durch Marktkräfte selbst regulieren sollte.
Inwiefern beeinflusste die Weltwirtschaftskrise von 1929 die ökonomische Theorie?
Die Krise legte die Defizite des neoklassischen Modells offen, was den Weg für die keynesianische Theorie ebnete, auf die der Monetarismus später wiederum als Antwort reagierte.
- Citar trabajo
- Marko Rossmann (Autor), 2003, Die Konzeptionen des Klassischen Liberalismus, der Neoklassik und des Monetarismus im Kontext ihrer Entstehungszeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12392