Der einzige Weg zu sorgfältiger Forschungsarbeit geht über eine eindeutige Definition des Begriffs „Weistum“ und der damit verbundenen Charakteristika. Wie diese Definition auszusehen hat und welche unterschiedlichen Ansätze es gibt, soll unter anderem Bestandteil dieser Arbeit sein. Weitere Ziele werden sein, eine gewisse übergreifende Struktur der Weistümer darzulegen, die sprachlichen Besonderheiten herauszuarbeiten, einen kurzen Ausblick auf die geschichtliche Entwicklung der Weistümer zu liefern und den Aspekt der Geographie auf die Weistümer hin zu untersuchen. Ebenfalls soll kurz dargestellt werden, in welchen Kontroversen die Forschungsdiskussion zurzeit stattfindet. Abschließend sollen die Weistümer als Quellengattung an sich bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Weistum - Arten von Weistümern
- Elemente der Weistümer
- Inhalt der Weistümer
- Die Sprache der Weistümer
- Das „klassische Weistum“
- Geographische Verteilung der Weistümer
- Anwendung der Weistümer
- Entstehung der Weistümer
- Verfall der Weistümer
- Forschungsdiskussion
- Probleme der Weistumsforschung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, Weistümer als wichtige Quelle zur Erforschung des bäuerlichen Lebens im Mittelalter zu analysieren. Es wird eine Definition des Begriffs „Weistum“ erarbeitet und die verschiedenen Arten von Weistümern unterschieden. Die sprachlichen Besonderheiten, die geographische Verteilung und die historische Entwicklung werden beleuchtet. Die Arbeit untersucht auch die Rolle der Weistümer im Kontext der mittelalterlichen Rechtsprechung und der Forschungsdiskussion um diese Quellen.
- Definition und Typologie der Weistümer
- Sprachliche und inhaltliche Struktur der Weistümer
- Geographische Verbreitung und historische Entwicklung
- Weistümer im Kontext der mittelalterlichen Rechtsprechung
- Aktuelle Forschungsdiskussion und Herausforderungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Weistümer als Quellen mittelalterlichen bäuerlichen Lebens ein und skizziert die Ziele der Arbeit. Kapitel 2 definiert den Begriff "Weistum" und unterscheidet verschiedene Arten, wie Bannweisungen, Sendweistümer und Gerichtsweistümer. Kapitel 3-7 befassen sich mit den Elementen, dem Inhalt, der Sprache, der geographischen Verbreitung und der Anwendung von Weistümern. Kapitel 8 und 9 behandeln die Entstehung und den Verfall der Weistümer, während Kapitel 10 und 11 die Forschungsdiskussion und die damit verbundenen Probleme beleuchten.
Schlüsselwörter
Weistümer, mittelalterliches Recht, bäuerliches Leben, Rechtsquellen, Forschungsgeschichte, Sprachliche Analyse, Geographische Verteilung, Gewohnheitsrecht, Dorfgemeinschaft, Herrschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was genau ist ein Weistum?
Ein Weistum ist eine schriftliche Aufzeichnung von mündlich überliefertem Gewohnheitsrecht, das in einer bäuerlichen Gemeinschaft vor Zeugen "gewiesen" (verkündet) wurde.
Welche Arten von Weistümern unterscheidet man?
Zu den wichtigsten Arten zählen Bannweisungen, Sendweistümer und Gerichtsweistümer, die jeweils unterschiedliche rechtliche Lebensbereiche abdeckten.
Was verraten Weistümer über das Mittelalter?
Sie sind eine zentrale Quelle für die Erforschung des bäuerlichen Alltags, der Dorfgemeinschaft, der sozialen Hierarchien und der mittelalterlichen Rechtsprechung.
In welcher Sprache wurden Weistümer verfasst?
Weistümer weisen spezifische sprachliche Merkmale auf, die oft regional geprägt sind und den Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit dokumentieren.
Warum verloren Weistümer an Bedeutung?
Mit der zunehmenden Professionalisierung des Rechts und der Einführung kodifizierter Gesetze durch die Landesherren verlor das lokale Gewohnheitsrecht seinen Stellenwert.
- Quote paper
- Lars-Benja Braasch (Author), 2009, Weistümer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123875